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Sudeten-Cross mit Skiern – eine Tour in 11 Etappen

Freitag, 03.03. – 6. Etappe: Peklo – Serlissky Mlyn

Bei der sechsten Etappe konnten wir uns abermals eines schweren Tages gewiss sein. Der nächste Punkt der angesteuert werden sollte, waren die Höhen des Adlergebirges (Orlicke Hory) und eine Unterkunft, bei der wir uns nicht sicher sein konnten, ob wir dort eine Übernachtungsmöglichkeit finden würden. Doch der Tag begann entspannt mit Sonnenschein.

Von der Peklo-Baude aus folgten wir dem Talverlauf eines Baches einige Kilometer leicht bergan. Dank des für heutige Zeit ungewöhnlich kalten Winters konnten wir auch hier mit Skiern laufen anstatt zu wandern – welch ein Glück. In der Nacht hatte es zudem ein wenig Neuschnee gegeben. Späterhin verließen wir das Tal und stiegen den steilen Hang hinauf nach Novy Hradek – der Weg war hier nur zu Fuß zu bewältigen. Wir folgten weiter dem roten Weg. Hier, auf etwa 500m NN, waren die Schneeverhältnisse schon deutlich besser. In diesem abgelegenen und vom Tourismus wenig beglückten Gebiet bot sich des Öfteren die Möglichkeit, ja fast kunstvoll zerfallene Häuser zu fotografieren. Nach etwa zwei Kilometern entlang einer Straße erreichten wir den auf 600m über NN gelegenen Ort Olesnice und damit den Startpunkt des längsten Anstieges des heutigen Tages, hinein ins Adlergebirge. Im örtlichen Konsumgeschäft deckten wir uns noch mit Waffeln und Pfannekuchen ein, bevor es hinter dem Ortsaugang in südöstlicher Richtung bergan ging.

Der Weganfang auf dem freien Feld war schwer zu finden, doch als es in den Wald ging wurde es eindeutiger. Der rote Weg ab dem Ort heißt im Übrigen “Jiraskova Cesta” und wurde zu Ehren eines Skiläufers benannt; der Grund ist mir leider entfallen, es kann sich aber nur um einen ehrenvollen Tod eben jener Person gehandelt haben. Bevor es in den Wald ging, boten sich einige nette Ausblicke.

Der Anstieg im Wald war wenig begangen, ging es doch steil und lange bergauf. Oftmals versperrten unter der Schneelast umgeknickte Birken und Tannen den Weg. Auf wenigen Kilometern ging es ca. 450hm bergauf. Die Schneeverhältnisse auf über 1000m Höhe waren unglaublich gut. Zu unserer Überraschung gab es hier oben eine Vielzahl an neuer, ausgeschildeter und bespurter Loipen, die nicht in unserer Karte verzeichnet waren. Auf den letzten Kilometern ging es bei leichten Auf und Ab an der Grenze zu Polen auf dem bewaldeten Kamm entlang in Richtung Masarykova Chata (benannt nach dem ersten Präsidenten der CSSR), einer einzelnen Baude mitten im Wald an einem wenig befahrenen Pass nach Polen (Scherlichpass). Unsere Skepsis was die Übernachtung anging befördernd, waren in der Karte mehrere kleine Skilifte eingezeichnet – und das bedeutet immer nicht Gutes. Zwischen den Bäumen kann man die Baude erahnen:

Unsere Erwartung eines Zimmers in der alten und sehr schönen Baude wurde leider enttäuscht – man war voll ausgebucht mit blöden Kindern und dicken, häßlichen Menschen, welche den lieben langen Tag stupide den 300m kurzen Hang hinterm Haus runtereiern um sich dann wieder in einem Schelepplift berghoch ziehen zu lassen und das Sport nennen. Uns blieb nur die Ausweichmöglichkeit, ein 100hm weiter unten liegendes Hotel namens Serlissky Mlyn. In diesem Hotel, indem der Glanz vergangener Tage schon längst verblast war und seit 15 Jahren wohl keine Renovierung mehr vorgenommen wurde, weil der Besitzer wohl denkt, er könnte noch immer alten Privilegien fröhnen, fanden wir aber wenigstens ein Zimmer. Und auch wenn wir am nächsten Morgen die 100hm wieder hochzubuckeln hatten, waren wir letztendlich doch recht zufrieden.

Daten: 25km, 1010hm bergauf, 425hm bergab, ca. 6,75h Laufzeit
Route: Peklo – Peklo-Tal – Novy Hradek – Dlouhe – Olesnice – Jiraskova Cesta – Polomeske Sedlo – Masarykiva Chata – Serlyssky Mlyn

6 Kommentare

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  • Endlich hast Du es geschafft, Deine Reiseabenteuer hier zu veröffentlichen. Ich musste mir gestern schon anhören, hier würden nur noch Rennberichte gepostet. Danke Rob.

  • Robsen, alter Schneehase, mich würde die Sache doch eher im Winter und dann auf Skiern locken. Wirklich klasse!

    @Jockel: Buxe wieder ganz… 😉

  • danke danke.
    wenn wir nächsten winter eine tour unternehmen, dann wird es sicher nicht eine so lange werden, da ich dann mit meiner siplomarbeit beschäftigt sein werde.

    was ich aber viel interessanter fände, wäre eine skihüttentour im kreise des esk über ein langes wochenende im kommenden januar/februar. das würde sich aber aufgrund der unsicheren schneeverhältnisse eher spontan ergeben. ich weiß aber, dass einige kader auch langlaufskier ihr eigen nennen.

    rob

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