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Sudeten-Cross mit Skiern – eine Tour in 11 Etappen

Dienstag, 28.02. – 4. Etappe: Lucni Bouda – Horni Mala Upa

Kaum ein Tag sollte ohne Hindernisse vergehen. Heute wollten wir soweit kommen wie nur möglich. Das hatte seinen Grund darin, dass wir morgen neben etlichen Kilometern per Ski auch eine Überführung im Bus planten und dies zeitlich schwer koordinierbar war. Nun, aber weit kommen sollten wir heute nicht, denn wieder spielte das Wetter nicht so richtig mit. Draußen ward abermals Nebel und Sturm – und das, wo wir doch über Schneekoppe mussten. Der Wind wehte eiskalt und stark, gemsicht mit stechendem Schnee – zum Glück jedoch zunächst von hinten.

Die ersten anderthalb oder zwei Kilometer führten uns über das baumlose Plateau an den Fuß der Schneekoppe. Bei hartem Seitenwind kämpften wir uns an das Schlesierhaus heran, welches auf polnischer Seite am Beginn des steilen Aufstieges auf die Kuppe steht. Mit Mühe und Not verhinderten wir, dass uns die Skier beim Abschnallen davonflogen und huschten in die menschenleere Baude. Abwarten, überlegen. Wir holten uns einen Tee und wägten die Alternativen ab: warten bis der Sturm nachließ und wenn nicht, dann hier übernachten; zurück über das gesamte Plateau und nach Pec runter, jedoch aufgrund des Sturmes von vorne fast unmöglich; den Fahrweg auf polnischer Seite um die Schneekoppe herum….
Nach fast zwei Stunden des Wartens und scheinbar nachlassendem Wind wagten wir es hinauszugehen und den Fahrweg auf der Nordseite (Windschatten) zu versuchen. Wir kamen jedoch nicht weit, da der Weg zugeweht und auf dem Eis und verharschten Schnee die Abrutschgefahr zu groß war (hunderte Meter tiefer Abhang). Also zurück zur Baude. Warten. Währenddessen waren zwei andere Skiläufer dabei, die Kuppe zu besteigen. Sie hatten ihre Skier in der Baude gelassen und waren zu Fuss los. Mit Skiern kommt man da ja eh nicht hoch (zu steil, vereist), und so hat man dann ja wenigstens noch die Hände frei. Wir machten es ihnen nach: unsere Skier befestigten wir außen am Rucksack und schon konnte es losgehen. Der Aufstieg war schwierig, aber problemloser als gedacht. Trotzdem rutschten wir öfters weg und mussten bei jedem Schritt auf den 200 hm höllisch aufpassen. Oben abgekommen waren wir natürlich die einzigsten, da kein Lift fuhr und auch sonst sich kein Mensch hier hinauf verirrte.

Da die Zeit bereits vorangeschritten war, sollten wir es nur noch bis Horni Mala Upa schaffen, das war uns klar. Von hier an ging es also bergab. Zunächst noch zu Fuss, später aber, als es wieder in den schützenden, verschneiten Wald ging, schnallten wieder an.

Die Abfahrt war nicht ohne. Da ich meist etwas forscher im Abfahren war, fuhr ich fast immer voraus. Zum Glück führte eine alte Spur durch den dichten Wald, ansonsten wäre es auch hier, auf diesem wenig begangenen Pfad schwierig gewesen, den richtigen Weg einzuschlagen. Vorausfahrend positionierte ich mich des öfteren an heiklen Stellen, in der Hoffnung den ein oder anderen Schnappschuss einzufangen.


(ja, mit Blitz wäre das ein richtig gutes geworden…)

Weiter ging die Abfahrt in engen Kurven durch den dichten Wald. Auf halber Strecke von der Schneekoppe nach Horni Mala Upa liegt die Jelenka-Bouda, meine persönliche Lieblingsbaude. Dort haben wir sogar schon einmal übernachtet. Eine hübsche, abgelegene Hütte. Auch diesmal kehrten wir dort ein und stärkten uns, da der Weg ins Dorf nicht mehr so weit sein sollte, an einem Bier und Palatschinken. Mein Vater exte zudem zwei Becherovka auf die überlebte Schneekoppenüberquerung.

Links im Mittelgrund des letzten Bildes ist bereits die verstreute Siedlung Mala Upa zu erkennen, wo wir zum Glück (sehr viele Schulklassen) in der dritten großen Pension ein nettes Zimmerchen bekamen. Alt wurden wir trotz der geringen Strecke am heutigen Tage jedoch nicht. Und wir wussten, dass wir morgen umso mehr Kilometer zu absolvieren hatten…

Daten: ca. 12 km, 460 hm bergauf, 850 hm bergab, knappe 4,5 h Laufzeit
Route: Lucni Bouda (Wiesenbaude), Schlesierhaus, Schneekoppe, Jelenka, Horni Mala Upa

6 Kommentare

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  • Endlich hast Du es geschafft, Deine Reiseabenteuer hier zu veröffentlichen. Ich musste mir gestern schon anhören, hier würden nur noch Rennberichte gepostet. Danke Rob.

  • Robsen, alter Schneehase, mich würde die Sache doch eher im Winter und dann auf Skiern locken. Wirklich klasse!

    @Jockel: Buxe wieder ganz… 😉

  • danke danke.
    wenn wir nächsten winter eine tour unternehmen, dann wird es sicher nicht eine so lange werden, da ich dann mit meiner siplomarbeit beschäftigt sein werde.

    was ich aber viel interessanter fände, wäre eine skihüttentour im kreise des esk über ein langes wochenende im kommenden januar/februar. das würde sich aber aufgrund der unsicheren schneeverhältnisse eher spontan ergeben. ich weiß aber, dass einige kader auch langlaufskier ihr eigen nennen.

    rob

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