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Sudeten-Cross mit Skiern – eine Tour in 11 Etappen

Montag, 27.02. – 3. Etappe: Szrenica – Lucni Bouda

Der dritte Tag begann so trübe wie der vorherige. Doch noch vor dem Start lichteten sich die Wolken und als wir vor die Türe der Reifträger-Baude traten, hielt sich nurnoch ein kleiner Rest Nebel um die Kuppe.

Zunächst folgten wir dem sogenannten Tschechisch-Polnischen Freundschaftsweg, welcher direkt auf dem Kamm des Riesengebirges entlang verläuft. Eine witzige Erfindung dieser Weg, denn kaum ein Pole oder Tscheche wird wissen, dass es sowas wie eine Tschechisch-Polnische Freundschaft überhaupt gibt. Na der gute Wille zählt. Nach einigen Kilometern ständigen Auf und Ab auf dem Kamm passierten wir die Schneegrubenbaude direkt an dem steilen, während der Weichseleiszeit durch lokale Gletscher geformten, gleichnamigen Abgrund.

Dort jedoch kann man nicht übernachten, es ist lediglich eine Klimamess- und Wetterbeobachtungsstation. Auf obrigem Bild ist auf der rechten Seite in der Ferne der Hohe Isergebirgskamm in Form der unbewaldeten Kuppen zu erkennen, welchen wir am Vortag in Teilen abliefen. Unser nächstes Ziel sollte die große Petrova-Bauda sein, denn da die Uhr schon auf Mittag zuging, kam so langsam ein leichtes Hungergefühl auf. Die Fahrt dorthin ging ca. 200hm bergab.

In der Baude labten wir uns an Semmelknödeln mit Gulasch und Sauerkraut und einem dunklen Krusovice. Aber ein Aufbruch war unvermeidlich, obwohl es doch so gemütlich war und unsere Fitness eher für Sitzenbleiben stimme – und einige Höhenmeter sollten auch noch kommen. Zunächst ging es auf breiter Schussfahrt hinunter zur Spindlerbaude. Von dort an sollten noch mehr als 400hm folgen. Und es ging sogleich mächtig in den Hang. In der prallen Sonne steifelten wir im breiten V-Schritt, einen Ski mühsam vor den anderen setzend, den steilen Berg hinauf und den Grenzweg weiter folgend. Auf der Hochfläche angekommen ging es noch weiter leicht bergauf und bergab.

Unsere Kräfte schwanden zusehends. Und das, obwohl es noch garnicht allzu spät war. Ich war gespannt wie es denn in der Wiesenbaude (Lucni Bauda) aussehen würde, wurde dort doch im letzten Winter kräftig gebaut. Alsbald tauchte die riesige Hütte ganz klein in der Ferne auf.

Und auch die Schneekoppe erschien am Horizont wie eine überdimensionale Pyramide. Morgen würden wir sie überqueren müssen. Noch einmal hatten wir einen kleinen Taleinschnitt zu durchqueren, bevor wir an der Baude ankamen. Der Empfangsbereich, die Aufenthaltsräume und Zimmer waren modern und stilvoll restauriert, wie ein Hotel mutete es an. Wie immer war man recht allein, nebens uns übernachtete nur noch eine tschechische Familie in diesem riesen Objekt. Die Zeit bis zum Abend verging mit Essen und Trinken, Karten spielen. Nachher gab es noch einen sehr schicken Sonnenuntergang bei eisiger Kälte. Und dann war mit dem nächtlichen Dunkel der Tag auch schon vorüber. Die Anstregung forderte ihren Tribut. Kaputt fielen wir ins Bett.

Daten: ca. 20km, 705 hm bergauf, 655 hm bergab, 6 h Laufzeit
Route: Szrenica (Reifträger), Freundschaftsweg, Schneegruben, Petrova Bouda, Spindlerova Bouda, Lucni Bouda

6 Kommentare

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  • Endlich hast Du es geschafft, Deine Reiseabenteuer hier zu veröffentlichen. Ich musste mir gestern schon anhören, hier würden nur noch Rennberichte gepostet. Danke Rob.

  • Robsen, alter Schneehase, mich würde die Sache doch eher im Winter und dann auf Skiern locken. Wirklich klasse!

    @Jockel: Buxe wieder ganz… 😉

  • danke danke.
    wenn wir nächsten winter eine tour unternehmen, dann wird es sicher nicht eine so lange werden, da ich dann mit meiner siplomarbeit beschäftigt sein werde.

    was ich aber viel interessanter fände, wäre eine skihüttentour im kreise des esk über ein langes wochenende im kommenden januar/februar. das würde sich aber aufgrund der unsicheren schneeverhältnisse eher spontan ergeben. ich weiß aber, dass einige kader auch langlaufskier ihr eigen nennen.

    rob

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