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Altvater 2019 – zwischen Grulicher Schneeberg und Praded

Das ungerade Jahr bescherte uns wieder einmal eine erlebnisreiche statt gnadenlosem Konditionstraining auf schnellen Ski. Und da wir bereits vor zwei Jahren zu Fuß im Glatzer- und Grulicher Bergland unterwegs waren lag die Idee nahe, die Gegend bis hinein in das uns noch unbekannte Altvatergebirge unter die Bretter zu nehmen. Startpunkt sollte das tschechische Dolni Morava sein.

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Die Anreise aus Berlin gestaltete sich bereits ab Cottbus winterlich mit leichtem Schneefall, sollte aber zunächst über Breslau und Glatz auf den Grulicher Sattel gehen. Hier wurde zunächst im Polnischen Quartier bezogen um Wetter und Karte zu studieren sowie die polnische Küche zu probieren. Die Tourplanung orientierte sich grob am Verlauf der Jesenicka Lysarska Magistrala, welche westlich in Dolni Morava beginnt und über die Höhenzüge des bis Sumperk führt.

Nach einem reichhaltigem Frühstück und einem Bankbesuch im tschechischem Kraliky wurde noch schnell das KFZ geparkt, was in Dolni Morava noch kostenlos möglich ist. Und zack, klickten die nagelneuen Schuhe das erste mal in die kurz zuvor montierten Bindungen. Wenn das mal gut geht. Das Wetter war an diesem Sonntagmorgen leider nicht gut genug um mit einem Aufstieg zum Grulicher Schneeberg die Tour zu beginnen.

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Da wir den baumlosen Gipfel von unserer Wandertour kannten verzichteten wir bei heftigem Wind und vermutlich Nullsicht. So ließen wir es gemütlich angehen und fuhren entlang der Morava auf bestens präparierter Loipe. In den Höhenlagen um 1000m blies dann der Wind recht garstig und sorgte für ordentliche Schneeverwehungen. Viele Leute waren nicht unterwegs. Eine Handvoll Tourengeher waren beim Aufstieg im Hang zu sehen, im Bereich der Abfahrtspisten von Dolni kamen dann ein paar Alpinskifahrer hinzu.

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Nach ca. 26km war die erste Tagesetappe zur Chata Navsri bereits absolviert. Doch die Zeit ließ sich in dieser charmanten Berghütte bei Blaubeerknödeln, Bier und guter Musik hervorragend überbrücken.

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Der nächste Morgen begann mit einem typisch tschechischen Frühstück und leichtem Schneefall. Der Weg sollte uns zunächst auf den Glatzer Sattel, immer entlang der polnisch-tschechischen Grenze führen. Kurios fand ich an diesem Stück Weg, das ich hier bereits zu Fuß, auf dem Rad und nun mit Ski unterwegs war. Die kleine Baude, die schon bei unsere Radtour geschlossen war, sah wieder zu aus. Da der direkte Weg zum Berghotel Paprsek zu kurz gewesen wäre, wählten wir einen Umweg in polnisches Gebiet.

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Hier zog nun immer mehr der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein. Je näher man dem Tagesziel kam, je größer wurde der Trubel. Denn ein Skilift und eine Skibar liegen quasi auf der Terrasse des Berghotels. Doch schnell war das komfortable Zimmer bezogen und die Ski im Skiraum verklappt. Der Abend wurde dann im geräumigen Restaurant bei Standardmenü und leckeren Gerstenkaltschalen beschlossen.

Per Telefon ließen wir uns am nächsten morgen nochmals die Mailreservierung im Georg Schutzhaus bestätigen. Denn nach dem Aufstieg zum Serak gibt es in auskömmlicher Entfernung keine Alternativen. Nachdem der lethargische Haushund verabschiedet wurde, klickten die Bindungen und es ging zunächst auf den Grenzstreifen entlang zu einer der vielen tschechischen Smrk’s.

 

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Hier waren nun die Bäume dick und bizarr vereist. Doch nicht all zu lange denn der Weiterweg hielt für uns eine Abfahrt von gut 500hm bereit und führte uns hinab nach Ramzova. Dort im Trubel des Skigebiets angekommen gönnten wir uns ausnahmsweise mal eine Mittagspause bei Speckknödel mit einem amtlichen .

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Dann hieß es den richtigen Aufstieg entlang der Pisten zu finden. Auch auf den schmalen Skiwegen war mit ordentlich Gegenverkehr zu rechnen. So ganz routiniert sah dies bei manchen nicht aus, Vorsicht war geboten.

Doch entlich bahnte sich nun auch die Sonne ihren Weg durch die Wolken und mit jedem Meter hinter der Bergstation des Lifts wurde es ruhiger und der Weg schmaler. In den steilen Hängen, nicht frei von Lawinengefahr, war Vorsicht und Tempo geboten. Am Gipfel des Serak waren die Bäume nun zu Eisskulpturen eingeeist der Wind pfiff garstig um die Nase doch das Georg-Schutzhaus bald erreicht.

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Die eingeeiste Baude ließ von aussen nicht vermuten, dass innen der Komfort eines Hotels wartet, allerdings warteten auch hier die ersten Schulklassen, die ihre Winterlager abhielten. Doch auch zwischen den Teenies hat man etwas Zeit für uns und nach dem Essen konnte noch etwas Tischtennis gespielt werden.

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Der Morgen wartete mit blauem Himmel und erträglichem Wind auf. Die Eisskulpturen bildeten nun eine Winterwunderlandschaft. Nachdem ich wiederholt Beschwerden meiner Frau über zu schwere und zu lange Ski vernehmen musste hatte ich in einem schwachen Moment meine im Tausch angeboten, fahren wir doch mittlerweile das gleiche Bindungssystem. Im weiteren Verlauf habe ich meine Latten auch nicht zurückbekommen.

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Die Schneewehen und kleinen Anstiege über den Käpernik, Cervena Hora zum Cervenahorska Sedlo zum Teil im Tiefschnee ließen uns auch gut auf Touren kommen.

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Dem Trubel des Skigebiets entflohen wir gleich wieder Richtung Svycarna. Hier waren wir jedoch nicht mehr allein. Viele strömten hier in Richtung Praded, der mit seinem Funkturm die Landschaft dominiert. Mit einem weinenden Auge lassen wir die Chata Svycarna links liegen, ohne kurz einzukehren.

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Die letzten Höhenmeter zum Praded wollten noch absolviert werden. Oben auf dieser windigen Raumstation konnte man jedoch auch einkehren. Wir hatten ja noch das Übernachtungsproblem zu lösen. Würde noch ein Plätzchen in der Chata Barborka zur Verfügung stehen oder durften wir in eines der Hotels im Skigebiet der Ovcarna.

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Heerscharen trainierender Jugendgruppen mit Lehrer ließen nichts Gutes vermuten. Doch mit etwas Glück war für uns noch ein betont einfaches Zimmer zwischen den Halbwüchsigen in der Barborka frei. Bei Verpflegung und Bier stand hier eher die Ökonomie im Vordergrund.

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Die Wettervorhersage des nächsten Tages sah nicht wirklich kammkompatibel aus. Im Dichten Nebel bei Sturm die nächsten Wegstangen zu suchen, wäre nicht so toll. Doch die Alternativen mit Bustransfer schienen zu auch zeitaufwändig.

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Der nächste Morgen begann grau und mit leichtem Schneefall, doch erste Wolkenlücken waren zu erkennen. Also stiegen wir über die Skipisten wieder zum Kamm auf und standen plötzlich über der tiefer liegenden Wolkendecke.

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Auf dem Weiterweg waren wieder beeindruckende Eisskulpturen und bis zum Teil 4m tiefe Windabrisslöcher zu bestaunen.

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Wir fuhren dann über die Alfredka in einem wilden Ritt in die Wolkendecke ab. Der Weiterweg auf der Loipe bis zum Sedlo Skritek war dann wieder bestens präpariert. Da die Schneeverhältnisse bis hinunter nach Sumperk unsicher waren, hatten wir uns bereits eine Busverbindung herausgesucht. Doch noch war Zeit für eine klein Extrarunde und Einkehr in der Chata Skritek zu Suppe und Bier. Der Bus brachte uns dann bequem zum Bahnhof in Sumperk.

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Die Einwegstrecke könnte hier zu Ende sein, doch wir wollten ja auch halbwegs auf Ski wieder zurück. So sollte es gleich wieder weiter nach Stare Mesto gehen.

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Die kleinen Schienenbusse fuhren pünktlich und regelmäßig. Mit einem Umstieg in Hanusovice, Home of Holba, waren wir dann am frühen Abend wieder im Gebirge. So ganz Nebenbei kann man ja im Ausland in der hintersten Ecke Dank 4G ein Pensionszimmer mit angeschlossener Wirtschaft klarmachen. Die Kommunikation vor Ort wurde dann, moderner Weltnetzapplikationen sei dank, kein Desaster sondern gestaltete sich extrem witzig. Da war es dann auch schon fast egal, dass wir uns die Einliegerwohnung mit einer polnischen Kleinfamilie teilten, es war ja noch ein Zimmer frei. Die Bierpreise im Restaurant waren hingegen fast schon fahrlässig niedrig und die Essensportionen riesig.

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Am nächsten Morgen ging es dann aus dem Ort hinauf ins Skigebiet Hyncice dessen Skipisten wir am ersten Tag bereits gequert hatten.Hier verschluckte uns dann der dichte Nebel und begrub die Aussicht, diesen Tag über den Grulichen Schneeberg zurückzufahren. Er bleib also im Winter weiterhin von uns unbefahren.

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So ging es ein Stück des bereits bekannten Weges zurück Richtung Dolni Morava. Durch den Rummel des Skigebiets waren wir recht schnell wieder am Ausgangspunkt angekommen. Das KFZ stand nach wie vor an Ort und Stelle. Die 145km auf 6 Tage waren verteilt waren gut dosiert ohne jedoch über Maßen anstrengend zu sein. Kein Vergleich mit Robs legendären Sudetencross aus dem Jahre 2006.   

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