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Abreise IVV 2022 – 3 Tage Austria

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Meine 9. IVV war im Sack. Die Anreise wurde übrigens von Crispinus toll beschrieben.

InVeloVeritas. Es war wieder mal ein perfekt organisiertes Fest mit wunderbaren Menschen. Doch ich hatte ja noch was vor.

Der eigentliche Plan mit Ralf Strömer über wieder nach Berlin zurück zu fahren hatte sich zerschlagen. Er hatte sich wohl bei mir mit Bandscheibe infiziert und musste die Reise nach Wien und zurück absagen. Mir standen also 3 Tage für die Heimreise zur freien Verfügung, da ich Donnerstag zum traditionellen PZF des ESK wieder in Berlin sein wollte.

Komoot mein Freund und Helfer und die fixe Idee doch mal die Edelweissspitze zu erklimmen, ließen mich am Montagmorgen um 6:00 Uhr mein KOCMO besteigen und mich in Richtung Semmering aufbrechen. Die Gegend kannte ich noch aus einem Familienurlaub und hält eine technische Meisterleistung bereit. de.wikipedia.org/wiki/Semmeringbahn

Das geliebte Eddy wurde im Keller zurück gelassen, es sollte mit dem Auto zurück nach Berlin. Ich stieg wieder aufs Reiserad(KOCMO). Der Morgen ist erwacht und über Wiesen und Felder vorbei an Feldhase und Fasan geht es erstmal Richtung Wien. Unbedarft wie immer versuche ich den Molloch der Großstadt zu überwinden, doch ohne perfekte Streckenkentnisse brauche ich eine Weile um der Großstadt wieder zu entfliehen. Schon jetzt merke ich, das Brandenburger Landstraßen etwas Anderes sind als Österreichische. In einer Gruppe wie damals bei der Elbspitze ist es erträglich, als einsamer Radler ist man nicht Willkommen und somit versuche ich die nächsten Tage immer wieder irgendwie auf parallele Radwege auszuweichen und nicht der von Komoot als optimal geplanten Rennradroute zu folgen. In Wien tröpfelt es leicht und dunkle Wolken ziehen auf, ich beeile mich aus der Stadt zu kommen den das Wetterradar zeigt Richtung Graz Sonne.

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Nach dem Wiener Berg spuckt es mich in die Vororte, noch immer versuche ich der B17 zu entkommen. Ich verkoffere mich gründlich in Mödling, um endlich einen Radweg Richtung Semmering zu entdecken „Thermenradweg“ Entlang am Wiener Neustädter Kanal mit zahlreichen Kleinkraftwerken. Später wechsle ich auf den „Weltkulturerbe Radweg“. Die Sonne lach in Leobersdorf und später in Gloggnitz endlich Frühstück und Flaschen füllen.

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Der Restalkohol ist endlich ausgeschwitzt und der erste Berg ruft. Nach 7 h den höchsten Punkt des Tages erreicht, kurz ein Foto von der Passhöhe und schon stürze ich mich in die lange Abfahrt ins Tal der Mürz. Auf wunderbaren kleinen Wegen, treidele ich an der Mürz lang, doch die Wolken werden bedrohlicher und in Kindberg hat mich das Gewitter. Ich stelle mich rechtzeitig zwischen Mülltonnen unter und warte den größten Guss ab. Nutze die Zeit und ziehe die Regenüberschuhe an und alsbald bin ich wieder unterwegs. Die Hitze kommt zurück und Kapfenberg wartet die nächste Tankstellenpause mit Eis und Wasserflaschen auffüllen. In Bruck an der Mur wechsele ich in das Murtal, ab hier nehmen die wieder zu. In Loeben sitzt Gösser(Home | Gösser (goesser.at)) endlich mal wieder das Thema Bier nach reichlich Weinvierteln. Mit wäre ich wahrscheinlich direkt in die Abfüllung gefahren, ich mach nur kurz ein Bild hab ja noch paar km vor mir. Die 200 km Marke ist geknackt und ich komme als Coke-Mitarbeiter ins Redbull-Land. Am Redbullring und der Zeltweg Airbase vorbei, hier zücke ich das Mobiltelefon und kündige mich in meiner Pension in Pöls an.

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Es kommt der dezente Hinweis, im Ort hätten alle Restaurants geschlossen und ich sollte doch vorher etwas essen. So muss Google wieder mal helfen. Im „Gasthof Perscheler“ werden mir die leckersten Hühnerteilchen vom Geflügelhof Kaltenegger-Felfer kredenzt an dem ich 5 Minuten vorher vorbeigezischt bin. Lecker und reichlich, so kann ich mir noch den Rest für die Pension einpacken.

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Es ist mittlerweile 20:00 Uhr die Sonne schickt ihre letzten wärmenden Strahlen über die Bergwipfel und so erreiche ich nach gut 14 h und 253 km meine Dusche und Bett. Frau Eichberger empfängt mich herzlich. Es gibt ein Frühstücksraum, aber sie bereitet mir für die frühe Abreise am nächsten Morgen leckere Käsesemmeln. Ich weiche noch Haferflocken ein und Sie hat leckere Marillen für mich. Die Radklamotten kommen mit unter die Dusche und landen dann auf der Leine. Ich esse meine restlichen Geflügelteile und trinke kalte Kräuterlimonade. Alsbald versinke ich in süße Träume.

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Tag 3

5:00 Uhr schellt der Wecker. Die Sonne versucht schon den letzten Schnee auf den Gipfeln zu schmelzen. Ich würge mir meinen Haferbrei in den Schlund und freue mich auf den Endgegner. Plan für heute ist Edelweißspitze – Rosenheim, dann in die Regionalbahn – Augustiner Keller am Hbf. München und 19:00 Uhr in den ICE nach Berlin.

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5:35 „rolle“ ich die leere Großglocknerhochalpenstrasse entlang Kehre 27 grüßt. Kurz vor 6 Uhr grüße ich die Dame an der Mautstation, sie lächelt milde zurück. Die nächsten 1,5h bin ich mit treten und schauen beschäftigt. Die kühle des Morgens hilft dem Kreislauf die Anstrengung zu meistern. Dann rolle ich durch das Hochtor. Das Thermometer zeigt 6,4°C. 1h und ein paar Fotostopps später, stehe ich auf der Spitze und genieße den Ausblick.

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Was für ein Panorama. Das Bergrestaurant hält eine Rinderbrühe mit Kaspressknödel bereit und so kann ich mich gestärkt in die Abfahrt stürzen. Kurze Kontrolle was die Bremsgummis so sagen. Alles OK, das sah auch schon mal anders aus.

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Irgendwann spuckt mich die Strasse wieder in den Alltag. In Thumersbach mogle ich mich durch eine Strassenbaustelle unter den maulenden Worten der fleissigen Bauarbeiter.“Berliner“ dürfen das. Vor mir das Steinerne Meer, neben mir der Zeller See. Auf einmal schwindet die Motivation. Ich hab mittlerweile seit letztem Freitag 1.000 km in den Beinen  und die Hitze nimmt wieder zu. Die Routenplanung lässt mich mal wieder mit Komoot nörgeln und so rolle ich, nachdem ich die Downhiller mit ihren E-Bike’s auf dem Radweg in Leogang überlebt habe, lustlos weiter. In St. Johann träume ich schon von der Haxe im Augustiner Keller, noch rollt es. Doch bald ist die Luft raus. Ich such mir in der DB App eine Regionalbahn nach München. Kufstein 15:02 Uhr Abfahrt, das klingt gut.Die Route wird angepasst und so rolle ich 14 :30 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz. Schnell noch ein Fahrradticket gezogen, denn das 9€ Ticket schlummert ja schon in der DB App. Es leuchtet auch schon ein Augustiner Schild in Kufstein und so kann ich noch vor Abfahrt der Regionalbahn die trockene Kehle benetzen.

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Die Reise verläuft unspektakulär. Die Großstatt brüllt mir ihre Hitze entgegen. Ich finde den Augustiner Keller, denn der hat mich schon ein paar mal gut verköstigt, er ist proppen voll da am nächsten Tag Feiertag ist. Die Hitze ist unerträglich und die Lust auf Haxe ist weg. Dafür gibt es endlich ein Mass Bier.

Später wartet die Packstation und überlässt mir die vorausgesendete Fahrradtasche. Perfekt!

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Die Bahn macht es dafür wieder spannend. Der Zug fährt mit 45 Minuten Verspätung und so bin ich erst  01:00 Uhr am Donnerstag in Berlin, leider auch nicht in Südkreuz sondern am Hbf. Also kann ich noch durch die ganze Stadt rollern. Natürlich hält sie auch hier noch eine Überraschung für mich bereit und so entweicht kurz vor dem Ziel noch die Luft aus meinem Hinterreifen. Egal. 2 Uhr öffnet sich die Garage daheim und ich kann mit der Verarbeitung der Eindrücke beginnen.

Nun schwanke ich ob das 1000er Brevet ab 7 Juli das nächste Abenteuer werden soll oder einfach mal die Beine hochlegen. Stay tuned.

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1 Kommentar

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  • Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wozu der Mensch und du im speziellen so in der Lage ist. Bei mir sind meistens schon nach 70 km die Beine leer. Aber Straße fahren ist mir wegen der anderen Verkehrsteilnehmer auch nicht wirklich geheuer.
    Auf jeden Fall wieder ein schönes Abenteuer. Danke fürs teilhaben lassen!

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