B-DD-B – Tour de plaisir

Für mich ist diese Strecke schon seit Jahren als Halbdistanz ein Klassiker, so gehört sie doch für einen Exilsachsen wie mich ins jährliche Pflichtprogramm. Seit ich die Abkürzungen des brandenburgischen Kiefernforsts nun kenne und B-DD auf 175km zusammengeschrumpft ist, galt es die volle Distanz zu absolvieren. Ein Aufruf in den Kadermedien war schnell verfasst, doch die Resonanz ließ stark zu wünschen übrig. Die Elb-Spitz-Kader leckten noch die Wunden ihrer Wahnsinnsfahrt und den übrigen war die Aussicht auf 370km wohl auch zu dick aufgetragen. Da half es auch nichts mit einem Mittagsmenü auf dem Spitzhaus in Radebeul zu locken, um der Tour eine angemessene Mitte zu geben.

Doch irgendwie bekam Mod von der Sache Wind und war sofort dabei. Dem nicht genug, mobilisierte er noch Last Minute den schnellen Philipp für einen kleines, flottes Grüppchen.

Freitag, 6.30Uhr trafen sich die drei Kreisel in Dahmsdorf. Entgegen des Pendlerstroms ging es nach Zossen. Und wie die alten Marathonhasen wissen, darf man auch die Langstrecke am Beginn nicht verbummeln. So schlugen wir gleich einen oberes 30er Tempo an. Mir wurde warm, denn es war mit 12°C noch recht frisch, der Mod kämpfte noch mit dem Magen aber Philipp schien es zu gefallen. Spätestens in Baruth am Mühlenberg war der 20kg leichtere Bergfloh in seinem Element. Wir ließen vernünftigerweise abreißen. Doch auf den Höhen des Flämings harmonierte das Trio wieder perfekt und flog über Buckow nach Dahme.

Die Landschaft flog an uns vorbei, nur die etwas schmaler werdenden Radwege bei Berga mahnten zur Vorsicht. 9.45 waren 120km im Sack und uns war nach einem 2.Frühstück in Bad Liebenwerda. Mit neuen Kräften ging es unvermindert flott Richtung Süden.

Dieses Jahr sollte es nicht über Großenhain gehen. In Skaup bogen wir Richtung Kalkreuth ab wo die gesperrte Straße extra für uns fertig asphaltiert wurde. Über kleine Straßen, doch nun mit dem ein oder anderen Hügel, erreichten wir Bärwalde und Moritzburg.

Die letzten Meter durch die alte Heimat durch Reichenberg nach Altwahnsdorf zum Spitzhaus führten dann über Kopfsteinpflaster im Anstieg. Überpünktlich 11.45Uhr schlugen wir bei km175 am Balkon über dem Elbtal an. Der Blick reichte von der böhmischen Schweiz bis ins Erzgebirge. Der Himmel war, typisch für den Juli 2017, grau doch es war trocken. Ein paar Radler, Brausen, Kaffee und Kleinigkeiten später schwangen wir uns 13.00Uhr wieder aufs Rad um den Rückweg anzutreten.

Zunächst steil ins Lockwitztal, dann in leichten Auf und Ab nach Coswig. Hier wurde zunächst ein Supermarkt für die kleine Dinge des täglichen Bedarfs geplündert.

Über Niederau, Gröbern führte uns der Weg nach Diesbar an die Elbe. Der Wind, der uns den ganzen Tag schon gnädig zeigte, dreht mit uns allmählich auf Südost. Am Himmel zeigen sich nun immer wieder Schauerwolken, welche uns zunächst verschonen. Die Beine führen sich gut an und das Tempo war unvermindert hoch. Die Abschnitte des Elbaradwegs die wir passierten waren gewohnt schlecht, doch alternativlos kurz.

In Mühlberg verließen wir dann die Elbe und steuerten Herzberg als nächsten Stop bei km 270 an. In den kurzen Wellen vor Herzberg machen sich dann die absolvierten Kilometer bemerkbar und die Pause war mehr als willkommen. Hier wurde die örtliche Bäckersfrau um die letzten Kuchen gebracht und die Flaschen für den letzten Ritt gefüllt. Nach kurzen Einrollen nach dem Stop hatte das Trio die übliche Reisegeschwindigkeit erreicht. Als wir bei Hohenseefeld den Fläming erreichen wurden wir von einem durchziehenden Schauer erwischt.

Wir stellen uns kurz auf einen Plausch beim Bauern und seinem Mähdrescher unter. Mit der Abendsonne machten wir uns dann wieder auf die letzten Meter, die unerbittlich in den brandenburger Asphalt gedrückt wurden. In Blankenfelde dreht Mod bei und machte an diesem Abend noch die 400km voll. Ich begleite Philipp Richtung Osten. 21.00Uhr, nach 380km fand dann der wundervolle Tag auf dem Rad ein pannenfreies Ende.

Vielen Dank an meine Mitfahrer! Das angeschlagene Tempo war gerade wegen, nicht trotz der Streckenlänge wichtig.

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