ESK-Einheitswoche 2006: Böhmische Dörfer und andere Rätsel

ESK-Einheitswoche in Tschechien, daß hieß in diesem Jahr nicht in die gewohnte Hütte von Horst, sondern ein unbekanntes Haus in Tanvald zu besetzen. Tanvald aus der Luft Tanvald liegt im Bezirk Gablonz an der Neiße in Nordböhmen am südlichen Fuße des Isergebirges, östlich grenzt das Riesengebirge an. Die ca. 7000 Einwohner verteilen sich auf die umliegenden Hügel und Täler an der Mündung der Desse in die Kamnitz. Wer mehr wissen möchte, der schaut hier
Dort steht unter „Freizeiteinrichtungen“ übrigens nichts von Mountainbiken…

Samstag, 30. September 2006
Beginnen möchte ich mit der Anreise aus Frankfurt, welche von Tür zu Tür sage und schreibe 13 Stunden benötigt. Zugegeben, der Student von heute ist sparsam und verzichtet auf schnelle, teure Verbindungen und wählt das kostengünstige Wochenendticket. In Frankfurt Hbf startet die Reise, über Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg, Hof, Plauen, Zwickau und Chemnitz gelangt man in über 8 Stunden und zweimal umsteigen nach Dresden. Die anderen 32 Zwischenstops erspare mir an dieser Stelle… Danke DB, daß auch die Provinz in unserem schönen Lande an die Metropolen angebunden ist!

In Dresden werde ich schon freudigst vom Großfuß erwartet, OnkelW fährt vor Freude erstmal an die nächstbeste Hofeinfahrt, bevor mein Fahrrad sicher auf dem Dach verstaut wird. Sagte ich sicher? OK, meins war sicher angeleint, allerdings beim Beschleunigen auf der A4 gen Görlitz konnten wir feststellen, daß dies nicht bei allen 3 Rädern der Fall war. Plötzlich bei 120km/h tut es einen lauten Schlag, ich drehe mich um und sehe ein Bike quer über die Autobahn fliegen. Hui, hoffentlich nicht meins, aber Bigfoot identifiziert sogleich seins. Den Wagen auf dem Standstreifen abgestellt, betätige ich mich als Krisensofortmanger und lauf zum Unglücksort zurück.

Mittlerweile hat sich bereits ein kleiner Stau gebildet und ich befürchte schon eine Massenkarambolage und wütende, aufgebrachte Autofahrer auf mich zustürmen. Gottlob hatte die nachfolgende Mercedesfahrerin ein gut funktionierendes Antiblockiersystem und stand vor dem guten Stück von Bf. Der Duft von verbranntem Gummi lag in der Luft und tatsächlich haben es auch alle nachfolgenden Fahrzeuge rechtzeitig geschaft zum Stillstand zu kommen ohne einander zu touchieren. Ein mutiger Mann rettet dann noch das Bike auf die Standspur vor einem LKW und nach Befragen nach Gesundheitszustand aller Beteiligten rollte ich zurück zu unserem Auto. Außer ein paar Kratzern alles funktionsfähig!

Mit leicht erhöhtem Adrenalinpegel setzten wir die Reise dann fort. Eine gute halbe Stunde später standen wir dann auch schon im Grenzstau nach Polen, um dann lustlos durchgewunken zu werden. Sofort empfingen uns schlechte Straßen, die waren nach ein paar Kilometern beim Übertritt nach Tschechien schon wieder vergessen. Der Pass am Smedava verzaubert mit seinen herrlichen Serpentinen und nach dem Stausee ist es nicht mehr weit bis Tanvald. Um 600Uhr aus der Haustür war ich gegen 1830 dann am Urlaubshäuschen angekommen.

Das Wetter war angenehm warm und so schmissen wir erstmal den Grill an. Zwischenzeitlich trudelte dann auch noch die Schweitzerin Lenka ein und die Besetzung für den ersten Abend war komplett. Nach unzähligen lokalen Bierspezialitäten und einer Flasche Becherovka auf die Ereignisse des Tages fielen wir müde in die Betten.

Sonntag, 01.Oktober 2006
Am gestrigen Tage hatte ich Tanvald und die Region ja kaum wiedererkannt, heute gelang mir das schon besser. Tiefe Nebelschwaden, Regenschauer und kühlere Temperaturen als am Vortag ließen mich fröstelnd ans Vorjahr denken. Im Laufe des Vormittags trudelten dann auch S-Punkt, Rifli und Steffi ein. Nach der Begrüßung machten wir uns motiviert auf die Einführungsrunde. Da wir etwas oberhalb auf der anderen Seite der sonstigen Herberge untergebracht waren, hieß es zunächst Abfahrt. Um natürlich auf der anderen Seite gleich heftigst wieder hochfahren zu dürfen. Abzweig für Lenka, die Jungs fahren 20%er Trail bergauf:
Wegetrennung

Lenka
Müssen wir wirklich da hoch???

Zweifel...
Einer hat Spaß im Nebel und Regen…

Bigfoot

Fragt mich jetzt nicht nach Orten und Namen, wie gesagt alles Böhmische Dörfer und Rätsel für mich. Im folgenden sind jegliche Namen mit Vorsicht zu genießen. Ich glaube einer der Türme hieß Stepanka, dieser hier:

Stepanka?!
Es ging heftig hoch auf einen Berg im Nebel, rutschige Steine, tiefe, meistens schlammige Rillen waren Untergrundmerkmale.

Nach schwierigem Uphill folgt garantiert ein schwieriger Downhill, so ging es ca. 2 Stunden durch den Wald, ehe es wieder zum Haus zurück ging. Profil gibt es diesmal nur bedingt, da mein Tacho unter starkem Regeneinfluß regelmäßig den Betrieb einstellt.

halbe Einstiegsrunde

Am Ende standen ca. 25km auf der Uhr, die Hm Angaben stimmen im Profil.

Am Abend wurden wir dann mit Kartoffeln, Sauerkraut und Leberwurst verköstigt, die üblichen Biere und Spirituosen rundeten den Abend dann ab.

Montag, 02.Oktober 2006
Heute sollte es eine Lenka konforme Runde geben, d.h. nicht zu technisch und auch konditionell nicht überanspruchend. Wir fuhren diesmal nicht zuerst ins Tal von Tanvald, sondern in Richtung des Hausberges dem Spičák. Zwischen kleinem und großem Spičák rollten wir über den Kamm runter nach Desna. Von dort an den Skisprungschanzen vorbei immer dem Tal der Bile Desna folgend.
Zwar nicht die Bile Desna, sieht aber genauso aus...
Es ging einen asphaltierten Forstweg etliche Kilometer bergan, bis wir in die Wolkendecke eintauchten. Dann trailten wir etwas im Gebiet des alten Staudamms, Infos hier. Unterhalb des Jizera (Berg 1122m hoch) rollten wir rund um selbigen durch eine Tundra-Landschaft. Über ein paar Meter Straße kamen wir an die Smedava-Baude, dort stärkten wir uns kurz und weiter ging es.

Mittlerweile war uns relativ frisch geworden, weshalb erneut ein paar Höhenmeter gewonnen werden mußten. Durch das Hochmoor kamen wir ins Dörfchen Izera. Rechts lag der Bukovec, eine der höchsten Basaltkuppen Europas, wir bogen aber nach den Bauden nach rechts weg zu einem schwierigen und äußerst steinigen Trail. Dieser entpuppte sich dann aufgrund seiner rutschigen Steine auch gleich als Eisenschweinfalle. Neben mir machte auch S-Punkt eine saubere Bodenprobe. Das Wort Moor fiel bereits und so kamen wir beide in den Genuß einer kostenlosen Fangopackung.

Anschließend knallten wir nach Korenov runter, ähm gings da nicht schon wieder hoch?! Ich geleitete dann Lenka sicher zurück nach Tanvald. Unser Weg führte über eine der schönsten Serpentinen Straßen seit langem nach unten ins Tal. Mit dem Rennrad und trockenem Untergrund sicher nochmal so genial, aber es war Spitze. Die anderen sind wohl noch ein paar Meter hoch, um dann einen Trail runter ins Tal zu nehmen.

Lenka Tour

Am Abend gingen wir dann gemeinsam lecker Essen, die Portionen waren dem ein oder anderen zu klein. Ich fand es aber genau richtig, das Bier ging auch in Ordnung. Nur die Apfelsaftschorlen sollten in den kommenden Tagen bei einigen Mitreisenden nachhaltige Wirkung zeigen…

Dienstag, 03. Oktober 2006
Am Tag der Deutschen Einheit hieß es für die Kader Lenka, Darkdesigner, Bigfoot, Rifli und Begleitung Steffi wandern auf Tschechiens höchsten Gipfel. Die Schneekoppe ist ein feiner Gipfel mit 1602m ü. NN, leider nur zu Fuß oder per Gondel zu erreichen, da diese mit im radfreien Nationalpark liegt. Allerdings wären die meisten Wege so oder so nur tragenderweise zu meistern gewesen.

Schneekoppe im Winter

Die Tour startet in Spindlermühlen (Spindlerov Mlyn) auf etwa 800m ü. NN, am Ende der öffentlichen Straße. Ab hier kann man für 15,-EUR zwar noch weiter fahren, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier. Um Punkt 1000 geht es los, zunächst recht angenehm einige Meter entlang der mautpflichtigen Straße. Nach ein paar hundert Metern biegen wir nach rechts ab und steigen in den Weg zur Spindlerova Bouda ein. Es geht ab jetzt nahezu in Falllinie über dicke Steine und Steinstufen über 400hm hoch, bevor die Bouda erreicht wird.

Schinderei im Regen

Danach wird es geringfügig flacher, aber weiter bergan über Stein an Stein.

Wege...

Erst bei der Steinformation des Tepy Szczyt auf ca. 1400m ü. NN wird der Weg nahezu eben.

Steinformation

Endlich hört der seit Beginn der Wanderung einsetzende Regen auf und gibt herrliche Blicke auf das polnische Südschlesien frei. Wir liefen praktisch die ganze Zeit mitten in der Wolke und nun reißen die Fetzen direkt über uns auseinander. Sogar die Sonne läßt sich Blicken und ein toller Regenbogen versöhnt für die Qualen des nassen Anstiegs.

DA, SONNE!!!

Regenbogen links

Regenbogen rechts

Andere beschäftigen sich derweil mit der Nahrungsaufnahme:

Big-food

Unten der Bergsee Wielki Staw, ca. auf 1100m ü. NN gelegen und sicher ein glaziales Zeugnis vergangener Tage. Das Riesengebirge fällt hier nach Norden steil ab und man hat einen weiten Blick über Schlesien.

Bergsee

Lenka über Schlesien

Wir können uns kaum satt sehen, aber der Weg führt uns noch weiter und die Schneekoppe ist noch nicht zu sehen. Eine dichte Wolke verhüllt sie vor uns, erst ca. 2km vor dem Gipfel reißt die Wolkendecke auf. Erst schemenhaft, dann plötzlich klar steht der Felszacken vor uns. Ganz anders als die anderen abgerundeten Gipfel, sticht die Schneekoppe steil empor und überragt alles andere.

Schneekoppe in Wolkenfetzen

Schneekoppe

Seit der Spindlerova Bouda befanden wir uns auf polnischem Boden, dies sollte sich auch erst auf dem Gipfel der Schneekoppe ändern. Die letzten 200 Höhenmeter ab der Lucn Bouda verlangen nochmal volle Kraft und Konzentration.

Lucn Bouda

Ufo

Es weht ein stürmischer Südwind, aber wir laufen genau im Lee entlang des Gipfelgrat. Es gibt allerdings auch Aussichtspunkte nach Süden ins tschechische Nordböhmen. An einem dieser Punkte läuft man bis an die Kante des Grat und aus Windstille steht man urplötzlich im Angesicht zu einem Aufwind mit Stärke 8.

Riesengrund nach Nordböhmen

Aus dem Nebel...

...kamen sie

Schlesien

Die letzten Meter sind irgendwann geschafft, nun heißt es erstmal erholen im Gipfelrestaurant. Wir stärken uns mit heißem Tee und Suppe. Nach einer halben Stunde müssen wir wieder los, es wartet ein nicht minder schwerer Abstieg und Steffi klagt über ein altes Kriegsleiden im Knie.

Gipfelfoto

Nachdem der steile Gipfelabstieg bewältigt wurde, geht es zunächst durch ein Hochmoor mit jeder Menge Hinweistafeln. Ich nasche an Blaubeeren, welche sich später als Moltebeeren herausstellen. Geschmeckt haben sie trotzdem.

Abstieg

Durchs Hochmoor

Nach der Lucni Bouda (nicht zu verwechseln mit der Lucn Bouda…) verlassen wir den nahezu ebenen Weg durchs Hochmoor und steigen durchs Tal der Kleinen Elbe (Bile Labe) ab. Ein schier endloser traumhafter Weg durch anscheinend unberührte Natur.

Steffi und Rifli

Lenka und Bigfoot

Riesige Felsformationen und in der Mitte rauscht der Wildbach zu Tal. Auf diesem Weg verlieren wir über 400hm ehe wir an der Bileho Labe eine Straße erreichen. Entlang dieses parallel zur Bile Labe verlaufenden Versorgungsweges zieht sich der Weg nochmal 3,5km ehe wir die Zivilisation und unser Auto völlig erschöpft erreichen.

Gesteine

Alpine und subalpine Vegetation

Jede Menge Latschenkiefern

Bile Labe Tal

Exakt 7,5h haben wir für die knapp 30km benötigt, dabei über 1000hm sowohl bergauf, als auch wieder bergab bewältigt. Anders als beim radfahren tut jeder Meter bergab zumindest mir doppelt weh. Während der Rückfahrt nach Tanvald schlafe ich mehrfach ein und bin total erledigt. Für den nächsten Tag plane ich einen Ruhetag und den soll es dann auch geben.

Schneekoppe Wanderung

Die Schneekoppe ist übrigens kein größeres Plateau, auf der X-Achse liegt die Zeit und Pausen werden somit als Ebene angezeigt.

Am Abend bekochte uns Sabine mit ganz lecker Huhn und jeder Menge Gemüse, dazu gab es feinen Schampus. Ein wirklich gelungener Abschluß dieses herrlichen Gipfelsturms.

Mittwoch, 04. Oktober 2006
Über diesen Ruhetag hülle ich lieber den Mantel des Schweigens. Nur soviel, Wetter bescheiden wie jeden Tag, Ketchup alle, Shopping erfolglos, verdammte SMS, kein Abendessen, dafür Bier und Becherovka, Treppensturz von Tanvald…

Donnerstag, 05. Oktober 2006
Mittlerweile zeigte die Apfelschorle von vor 3 Tagen volle Wirkung, Teile der Mannschaft hatten mit mehr oder minder schweren Magen-Darm-Problemen zu kämpfen. Übrigens war es vielleicht doch nicht die Schorle, seit gestern (10.10.06) hab ichs auch, also doch ein Virus?!

Naja, zu dem Zeitpunkt ging es mir gut und OnkelW wollte uns heute mit der Türme-Tour begeistern. Zunächst ging es vom Haus runter nach Tanvald, dann in Richtung Velke Hamry. Ab da führt der Weg bergauf, erst steil und dann noch ein wenig mehr… Zusammen mit Rifli kletter ich vorne Meter um Meter, mir geht es von Tag zu Tag besser, wenn, ja wenn da nicht diese fiesen rutschigen Steine wären. Endlich oben an irgendeinem Funkmasten (welcher laut Nico nicht zur Kategorie Turm gezählt werden darf) beginnt ein Trail entlang des Kammes. Dieser würde auch mich bei trockenem Wetter sicherlich begeistern, aber heute im nassen rutsche ich an jedem Stein mit dem Hinterrad weg. Unzählige Male knallen die Pedalen oder Felgen gegen Steine.

Ich fluche laut, habe noch einen gehörigen Frust vom Vortag und als plötzlich ein Fichtenast mir gegen den Kopf schlägt und mir fast den Helm vom Schädel reißt, da langt es mir. Ich habe die Nase gestrichen voll, mein alljährlicher Jammer-Mecker-WutundTobsuchtsanfall überkommt mich. Nach dem alles draußen ist, geht es mir besser und ich kann schon wieder lächeln. Negative Energie in postive umwandeln, immer wieder gerne gemacht.

Nachdem ersten „offiziellen“ Turm, ich glaube es war der Cerna Studice, geht es über einen lustigen Trail bergab. Über einen spiegelglatten Holzbohlenweg schlittern wir gen Tal. Dann verliere ich etwas die Übersicht über die Namen der nächsten Stationen. Nur so viel, es ging erneut in einen verblockten Anstieg zum nächsten Turm. Im oberen Teil war öfters schieben angesagt, ehe es am Gipfel ein feines Gewitter mit Graupelschauer gab. Ich glaube es war der Slovanka.

Wir machten erst mal Regenpause und zogen uns dick an, bevor wir fröstelnd die Abfahrt nach Josefuv Dul antraten. Ab da gings dann endlich wieder bergauf und der Regen hörte auch auf. Von Albrechtice wartete der letzte Anstieg zum Gipfel des Spicaks. Mit Rifli lieferte ich mir ein packendes Duell bis zur Bergstation des lokalen Skigebietes. Rifli sollte erster oben sein, der fährt einfach nur brutal…

Von dort nahmen wir einen spaßigen Weg über die alte Bobbahn von Tanvald zurück zum Haus. Aus Stein gemauerte Steilkurven, dazwischen nette Sprungschanzen von der lokalen Downhillerjugend erbaut. Tja, hier hätte der El mal was zeigen können…

Das Profil zeigt mal wieder nur die Hälfte der Tour, die Höhenmeter stimmen aber, da diese weiter aufgezeichnet werden, nur die Strecke eben fehlt. Insgesamt waren es wohl so kanpp 50km, mal den Rifli fragen, der hat so ein neues Highend-Gerät.

Türmetour

Am Abend bekochten uns abermals die guten Seelen OnkelW und S-Punkt. Es gab lecker Bratkartoffeln mit Beilagen, DANKE!!!

Freitag, 06. Oktober 2006
Auch heute am letzten Tag war das Wetter nicht besser geworden, wieder begrüßte uns ein wolkenverhangener Morgen. Nach dem Blick ins Niederschlagsradar mochte ich garnicht mehr los, lag doch bereits bei Dresden ein breites Schauergebiet, welches rasch in unsere Richtung zog. Nagut, zwei Stunden sollten wir haben, leider reichte es nicht.

Wir fuhren erstmal den Berg hoch in Richtung Maly Spicak, von dort runter nach Desna. Ab Desna wartete dann ein abermals allzu feiner Anstieg. Selten so etwas unrythmisch fieses erlebt, immer wenn man glaubt es kommt nichts mehr, wartet die nächste Rampe. Aber nicht irgendeine Rampe, nein, sondern immer wieder 15-25% Stücke garniert mit Gestein und dicken Rutschästen.

Am Stausee von Sous angekommen, setzte dann auch der erhoffte, ähm erwartete Regen ein. Nun war mir alles egal, die letzten Kilometer vor Augen mobilisierte ich meine Reserven und fuhr etwas zügiger als zuvor in die Anstiege. Es war auch die einzige Möglichkeit bei Temperaturen von gerade noch 7°C nicht zu erfrieren. Wir kamen am Fuß des Basaltvulkans Bukovec an und rollten runter nach Korenov. Links lag die Iser und im Tal angekommen völlig erfroren wartete der Anstieg nach Tesarov .

Hier ließ mich Rifli dann auch mal gewinnen und wir kamen am schicken Berghotel Lesni raus. Von dort waren es nur noch ein paar Meter bis Prichovice und jetzt gings bergab. Über Cesky Sumburk gelangten wir wieder nach Tanvald. Erstaunlicher Weise wurde meine Form von Tag zu Tag besser, eine 70km Taunusrunde am 08.10.2006 bestätigte dies.

Abschlußrunde

Nach dem Duschen verließen uns Rifli und S-Punkt, wir mußten heute mit meiner Nudel-Tomaten Kombi vorlieb nehmen. Die letzten Biereserven wurden nicht ganz geschafft, war auch besser so, denn am nächsten Tag wartete die mehr oder weniger lange Heimreise. Wie bereits auf der Anreise, sorgten 44 Stationen auf meinem Weg ab Dresden für Unterhaltung, ich erspare Euch Details.

Danke an alle die dabei waren, besonders der Organisation und der guten Küche!!!

Darkdesigner aka Eule, im Oktober 2006

Kein Bock auf Ostblock...

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10 Antworten auf “ESK-Einheitswoche 2006: Böhmische Dörfer und andere Rätsel”


  • Man könnte meinen, ihr hättet Pech mit dem Wetter gehabt. Dafür konkurrieren einige Kader auf den Fotos um den Titel „ulkigste Kopfbedeckung des Jahres“. Sieht aus, wie bei den Dreharbeiten zu „so weit die Füße tragen“.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Du mal keinen Bock mehr hast, Eule! Aber bei so einem Geschmiere…

    Geiler Bericht!

  • Danke für die anschauliche Lektüre! Trotz des prima Wetters wäre ich sehr gern dabei gewesen. Wenn nicht irgendjemand Rifli und Steffi über das korrekte Tragen der Plastikprotektoren aufklärt, dürfte Theo nicht lange allein bleiben. Nochmals Eule – super Bericht! Bis bald… menis

    Komm DD, dieses ewige Gewühle im Schlamm…! Ich sage nur ebay

  • grandios, danke für das teilhaben lassen. der bericht + fotos machen richtig lust auf ne mehrtages tour, ich könnt schon wieder :-) das nächstemall bestellt ihr euch aber sonne :-)

  • Nicht das Ihr denkt, das Nico und ich an dem Wandertag untätig waren, wir bevorzugten einfach nur unsere Räder und begaben uns auf Erkundungstour von Trails, die für Nico bis jetzt unendeckt blieben. Die einzigsten Bedingung die ich hatte : keine Strasse.
    Und so machten wir uns auf in unbekanntes Terrain und hatten eine wunderschöne Tour mit mit allem was dazu gehört : steile, wurzelige Wege nach oben, technisch schöne Trails nach unten, klettern über Felsen, schnell rasante Abfahrten und drei Türme waren auch schon dabei.

    Eine schöne Woche mit sehr netten Leuten in einer sehr entspannter Atmosphäre.
    Ihr seid echt knorke.

    S.

  • Ach und so eine Schlammpackung ist schon etwas ganz Feines, ist gut für die Haut und macht irgendwie jünger und das so ganz umsont…..

  • Ich hab mal einen kurzen Teil 2 angehängt, mit durchaus sehenswerten Zeitdokumenten.
    Noch ein paar Bilder hier: IBC

    OnkelW

  • ESK in herbstlicher Atmosphäre – ich lese dies immer wieder gern. Sehr feiner Bericht und schöner Bebilderung, wie ich finde!
    @RiFli: Suse vermißt seit zwei Wochen ihre Abdecktütchen für die Tupper-Schalen, doooh!

  • Ein paar wenige Fotos gibt es auch von mir. ( Riflis Bastelabend und Nico seine Abhänigkeit von Tschechischen Süßwaren )
    Zu sehen sind sie hier

    http://fotos.mtb-news.de/fotos/showgallery.php/cat/13228

  • …sieht gemütlich aus! ;-)

  • hey darki, mit begeisterung habe ich auch deinen bericht gelesen. und wieder tut es mir leid, in meinem lieblingswinterrevier nicht einmal in schneefreier saison dabeisein zu koennen. viele der von dir beschriebenen orte bin ich schon mit skier angefahren, im naechsten jahr muessen wir dort unbedingt zusammen mit dem rad hin – und dann scheint bestimmt auch die sonne!
    ach eines noch: das doerfchen unterhlab des bukovec heisst nicht izera, sonder izerka (zu deutsch klein iser), izera heisst der grenzfluss, der das isergebirge in einen tschechischen und einen polnischen teil teilt.

    tolle sache das! rob

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