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Besuch in Böhmen

Wieder einmal zog es einen Teil des Kaders um den Einheitstag herum ins Böhmische Gebirgsland. Eine Hütte oberhalb Tanvalds entlang der Grenze zwischen Iser- und Riesengebirge war Heimat für eine Woche. Eingebettet in die herrliche Gebirgslandschaft bietet das Domizil eine perfekte Basis für in die Umgebung.

Fünf volle Tage standen zur Verfügung und die wurden voll genutzt. Gleich am ersten Tag sollte das beste Wetter der Woche sein, so lautete das Programm “Türmetour”. Die legendäre Runde mit 10 Türmen blieb uns zwar verwehrt, aber immerhin 3 Türme und einige Höhen konnten erklommen werden. Zunächst von Velke Hamry hoch zum Muchov, dann über den Cerna Studnice zum Bramberk.

Trail zwischen Muchov und Studnice

Der Trail besticht immer wieder durch seine anspruchsvollen Steine, die in allen Größen gut verteilt den Weg bilden. Trotzdem fahrbar und bei trockenem Wetter eine Menge Spaß. Nach der Abfahrt vom Studnice folgt der Anstieg zum Bramberk und anschließend nach kurzer Abfahrt der Slovanka.

Der letzte Spätsommertag am Stunice

Nach dem Slovanka ließen wir die Türme zurück und wendeten uns dem Hauptkamm des Isergebirges zu. Am Stausee von Josefstal hieß es nur kurz verschnaufen bevor wir in Richtung Cerna Hora und Jizera fuhren. An der Smedava Baude vorbei hieß das nächste Ziel Bukovec.

Trinkwasserreservoir von Josefuv Dul

Eine kurze Rast bei Obstkuchen gab die nötige Kraft für die spektakuläre Abfahrt nach Desna. Bei Regen ein einziger Wildbach, selbst bei trockenem Wetter für die ein oder andere Wässerung gut, beansprucht der Trail Fahrer und Fahrzeug.

Desna-Trail, der Blaue Weg

Müde und erschöpft kehrten wir zur Hütte zurück und genossen den letzten Sommertag bei heimischen Hopfenkaltschalen.

Der zweite Tag begrüßte uns mit dem gewohnten Isergebirgswetter: Graue Wolken und Dunst zog aus dem Tal herauf. Regen.

Trotzdem hielt uns das Wetter nicht von einer kleinen Runde ab. Über unseren Hausberg, den Stepanka ging es in Richtung Harrachov. Höhepunkt war neben dem Certova Hora die Mauer von Paseky. Einfach immer wieder schön diese umbarmherzige Rampe mit bis zu 29% Steigung zu erklimmen. Nach gerade einmal 30km fröhnten wir lieber wieder den kulinarischen Genüßen der Böhmen.

Der dritte Tag zeigte sich wieder von einer freundlicheren Seite. Ein Wechsel von Sonne und Wolken ließ den doch teilweise sehr tiefen Boden etwas angenehmer befahren. Zunächst ging es nach Vysoke und dann immer talabwärts in Richtung Kamenice ab Bach entlang.

Traumhafte Fernsicht auf das Riesengebirge

Der Trail entlang der Kamenice zeigte heute oftmals die Grenzen auf. Ein ums andere Mal waren Tragepassagen das einzige Mittel um voran zu kommen. Manchmal wurden auch kleine Bodenproben genommen.

Matschepampe im Großformat

Trotzalledem ein schöner Tag mit jeder Menge Spaß an Natur und Weg. Irgendwann war Tanvald erreicht und müde die letzten 200hm hoch zur Hütte gekurbelt.

Kamenicetrail und Triebtäter am Werk

Am Donnerstag teilten wir uns in Zweier-Fahrgemeinschaften auf, während OnkelW und Triebtäter gegen den Uhrzeigersinn über Korenov und Bukovec zum Stausee fuhren, machten Muschiflix und ich es genau umgekehrt. Von diesem teilweise nassen Tag gibt es leider kaum Bildmaterial, viel zu sehen außer Grau in Grau gab es auch kaum.

Am letzten Tag sollte es dann doch noch eine Art Königsetappe geben. Ziel war der Smrk, mit 1124 m ü. NN eine der höchsten Erhebungen des Isergebirges unmittelbar an der Grenze zwischen Polen und Tschechien. Wie am Tag zuvor ging es über Korenov runter zum Wildbach Jizera. Irgendwo unterhalb des Bukovec überquerten wir die Grenze nach Polen. Durch die urspüngliche Hochmoor-Landschaft näherten wir uns dem Großen Swieradowicz.

Feiner Trail unterhalb vom Bukovec


Seilbahn hoch zum Swieradowicz

Die letzten Kilometer zum Smrk wurden dann verdammt hart. Ein felsiger Trail, dazu fieser Wind und kurz unterhalb des Gipfels setzte dann bei 3°C Graupelschauer ein. Dieser ging dann bei der Abfahrt zur Smedava-Baude in heftigen Regen über. Klatschnaß und eiskalt bedient nahm ich die Abfahrt über Desna nach Tanvald. Die letzte Auffahrt zur Hütte konnte kaum aufwärmen, erst die heiße Dusche, der warme Ofen und einige Hopfenkaltschalen ließen wieder ein Lächeln in meinem Gesicht auftauchen.

Fazit dieser Woche: keine 250km, dafür fast 7000hm.

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darkdesigner

7 Kommentare

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  • Was bin ich froh, eine ESK-Begebenheit zu lesen, die nicht schnöde Vereinsmeierei zum Thema wählt, sondern den Ursprung der ehernen Schweineschar aufzeigt: Ordentliches Gelände, grobe Stollen und handfeste Männer unbeeindruckt und abseits der Terminkollisionen im Wettkampf-Kalender. Danke Eule!

  • und wieder kann ich nur sagen, wie schade es ist, dass ich nicht mit euch fahren konnte, in eines meiner liebsten reviere: das isergebirge. bitte tut alles dafür, dass ich euch beim nächsten mal begleite (inkl. gewaltanwendung). danke derweil für die bilder und die kurzen schilderungen.
    dennoch sei mir eine topographische besserwisserei erlaubt: die höchste erhebung des isergebirges ist die wysoka kopa mit 1126m. diese liegt aber auf polnischem gebiet ;]

    rb

  • Mein lieber Herr Diplom-Geograph,

    deshalb sprach ich ja auch von “einer der höchsten Erhebungen”, wohlwissend von der zwei Meter höheren Wysokakuppe ;-)))

    Im übrigen ist Tanvald seit diesem Jahr am Wochenende zweimal pro Tag mit einem Regionalexpress direkt von Dresden aus zu erreichen. Es gibt sogar grenzübergreifende Spar- bzw. WE-Tickets. Wer eine nette Unterkunft sucht, dem sei dieses Haus empfohlen: www.lesni-chata.v-hotel.net/Unterkunft-Korenov.htm

  • fein, fein, danke für den tipp! im riesengebüsch hat es mir 2006 schon sehr gut gefallen. vielleicht führt der nächste bikeurlaub wieder in den osten.

  • fein fein 😉
    da hätte sich mein Weisses schaukelpferd aber richtig wohl gefühlt. gibt es hoffnung im nächsten jahr nochmal dorthin zu reisen? vieleicht ende august anfang september?

  • Ordentliches Berichtswesen und ordentliche Touren in dieser wunderschönen Gegend. Hach, ein wenig neidisch wird frau da schon… Danke für die herrlichen Bilder!

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