25. Jahre ESK-Jubiläumstour

Da ich es nächste Woche wegen meiner Reisevorbereitungen wohl nicht mehr schaffen werde, das Wetter so gut ist und weil ich einfach Lust dazu hatte, habe ich die Jubiläumstour vorgezogen. War ich im letzten Jahr noch im Taunus, bei der Drei-Gipfel-Tour unterwegs, so ging die Reise diesmal in die Höhe Rhön. Das Gebiet der Rhön berührt die Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen, vielleicht wird der Kader dort 2006 sein Unwesen treiben.

Es war 8:21 Uhr als ich meinen Zahnarzt in Frankfurts Innenstadt verließ, nur 5 Minuten später saß ich im Regionalexpress nach Fulda. Das Wetter hätte nicht besser sein können, bereits 20° zeigte mein Thermometer, am Himmel war nicht eine Wolke zu sehen und das sollte auch so bleiben. In Fulda hatte ich eine halbe Stunde Zeit, ich fuhr in die Innenstadt und kümmerte mich um Frühstück und Verpflegung. Um 10:19 Uhr hieß es dann Abfahrt an Gleis 9 nach Gersfeld. Punkt 1100 schlug ich dann am Bahnhof in Gersfeld auf und mein Tacho zeigte 487m ü. NN an. Da die Wasserkuppe bekanntlich 950m ü. NN haben soll, jedoch nur noch gute 6 km entfernt war, hieß es klettern.

Eine Sache die ich eigentlich mag, nur nicht völlig kalt zu Beginn einer Tour. Was solls ich kämpfte mich den Wanderpfad hoch, teils Schotter, teils verblockter Trail und hier und da auch ein kleines Stück Teer. Je höher ich kam, um so luftiger wurde es. Es bestätigte sich meine Annahme hier in der Hohen Rhön der stickigen Stadtluft entfliehen zu können. Die letzten Meter kommt nochmal eine fiese Rampe, aber die Aussicht beloht alle Mühen. An der Kuppe angekommen war die Aussicht leider sehr diesig und es wehte ein heftiger Wind.

Schnell verabschiedete ich mich und es ging ins Rote Moor. Ein kurzer Blick auf diese Kernzone des Biosphärenreservats und weiter in Richtung Süden. Dann stand Himmeldunkberg und Höhe Hölle vor mir, ich kam zwar weiter als bei der 5-X-G, trotzdem hieß es einen ganzen Teil schieben. Auf der anderen Seite eröffnet sich jedesmal aufs neue ein Traum. Ihr müßt dort hin und es selbst sehen, atemberaubend!!!

Dann knallte ich runter ins bayrische Oberweißenbrunn, der Getränkemarkt hatte leider geschlossen und so konnten meine fast leeren Vorräte nicht aufgefüllt werden. Eigentlich hatte ich ja vor, durch das Truppenübungsgelände Wildflecken zu stoßen, doch Warnschilder und Einheimische warnten mich vor diesem Vorhaben. Nagut, beuge ich mich aufs erste der NATO-Gewalt und umfahre das Riesengelände östlich. Östlich heißt, das ich erstmal einige Kilometer südlich durch Bayern muß.

An Wildflecken vorbei, lege ich oberhalb von Riedenberg eine Pause ein. Gemütlich verdrücke ich ein Baguette und plane das weitere Vorgehen. Als nächstes Ziel steuere ich Bad Brückenau an und kann endlich meine Wasservorräte füllen. Mittlerweile stelle ich fest, das sich eine Kettenblattschraube unangemeldet verabschiedet hat. Ein kurzer Stop in einem Radgeschäft bleibt erfolglos (O-Ton: Wir haben nur ganze Kettenblattgarnituren…) und so fahre ich mit dem Großen und Mittleren weiter.

Im Staatsbad Brückenau geht es wieder zurück ins Hessische, damit verbunden ein fieser, böser unanständiger Berg in praller Mittagssonne. Danke, so mag ich es, ca.40° unter dem Gelben Stern und ein richtiger Berg, kein Schatten, kein Baum, so ist es klasse! Damit verbunden war auch der Übergang von der Rhön in den Spessart.

In Züntersbach atme ich kurz durch, doch gleich geht die Strapaze weiter, erst in Schwarzenfels kann ich wieder klar schauen. Schwarzenfels ist echt ein krasses Dorf, hoch oben auf dem Berg liegt das Nest, in alle Richtungen geht es runter und ganz oben trohnt eine alte Burg. Schön hier!

Anschließend knallte ich mit fast 70 Sachen den Berg runter, manoman ich habe jedesmal ein mulmiges Gefühl mit abgefahrenen Bremsen. Ich querte das Sinntal und nach einem Tal kommt bekanntlich ein Berg, also wieder rauf nach Sterbfritz. Ob ich den Namen hätte Ernst nehmen sollen? Mir langte es danach mit Bergen und so führte mein Weg runter ins Kinzigtal nach Schlüchtern. Im letzten Jahr endete meine Rhöntour am dortigen Bahnhof, diesmal fühlte ich mich wieder erholt und wollte noch mehr. Ein Schild mit dem Hinweis „Gelnhausen 30km“ wies mir den weiteren Weg.

So fuhr ich dann mit 30km/h und leichtem Rückenwind das Kinzigtal entlang, passierte dabei Steinau a. d. Straße, den Kinzig-Stausee, das Kurstädtchen Bad Soden-Saalmünster, Wächtersbach und Biebergemünd. Das Schild hatte gelogen, es waren mehr… Unterwegs half ich noch einem Biker mit plattem Hinterlauf und der Bahnpolizei bei der Suche nach einem Orientierunglosen Alkoholiker, der sich praktischerweise neben die stark befahrene ICE-Trasse schlafen legte. Auch der war bald gefunden und so erreichte ich noch den stark verspäteten RE nach Frankfurt in Gelnhausen.

Fazit: Rhön-Spessart-Kinzigtal läßt sich prima kombinieren und bei herrlichem Sonnenschein eine gelungene Jubiläums-Ausfahrt. Profil wie immer hier:
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Am Tag danach schloß ich mich zwei RRlern aus dem RR-Forum an, sie hatten eine klasse Tour in den Vogelsberg geplant. Nagut, dachte ich so, mit dem neuen Gefährt mal schauen wie das läuft. Wir trafen uns um 1000 in Friedberg am Bahnhof, der Hauptstadt der Wetterau. Von dort führte der Weg zunächst relativ flach durch die von Agragökonomen geprägte Region in der Mitte Hessens. Aber nachdem am Straßenrand das Schild „Vogelsbergkreis“ auftauchte war klar, jetzt gehts rauf.

Zunächst passierten wir die Niddatalsperre und kamen nach Schotten. Gegeizt wurde hier jedoch nicht, besonders nicht mit Höhenmetern. Wir langten so richtig rein und von 200m ü. NN ging es rauf auf über 700m. Die Strecke ist Teil der Hessischen Bergmeisterschaft und ich weiß warum. Irgendwann war ich dann auch oben und jetzt konnten wir uns erholen, auf der anderen Seite des Vulkankegels ging es mit über 60 Sachen runter nach Grebenhain.

Wie mir aus einer vor Jahren getätigten Tour bekannt war, existiert dort der Vulkanradweg. Eine alte stillgelegte Bahntrasse wurde mit feinstem Asphalt überzogen und dient seither, besonders an Wochenenden, Inlinern und Radtouristen als beliebtes Ausflugsziel. An diesem Donnerstag hielt sich der Verkehr jedoch in Grenzen und wir legten ein kleines Mannschaftszeitfahren hin. Leider neigten sich die Vorräte dem Ende entgegen und so steuerten wir in Gedern erstmal einen Verbrauchermarkt an. Frisch ging es weiter, nur hatte die Sonne nun etwas gegen uns. Naja, wie man es nimmt, bei 33-35° hieß es Kilometer fressen. Einem der Mitfahrer ging jetzt etwas die Puste aus, aber sicher steuerten wir die nächstgelegene S-Bahnstelle an.

Die zwei auf dem Profil zu sehenden Wellen (ganz klein am Ende) taten ihm jedenfalls echt weh und da mir mittlerweile die Sonne auch schon fast einen Schlag versetzt hatte, schloß ich mich ihm an und wir nahmen ab Karben die Bahn zurück nach Frankfurt.

Fazit: Viel Straße, aber auch wunderschöne Landschaft gesehen, Sonne ohne Schatten ist heiß und macht rote Haut und die schmalspurigen kochen auch nur mit Wasser ;-) (weiß ich ja seit Hamburg eh)

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6 Antworten auf “25. Jahre ESK-Jubiläumstour”


  • Jeijeijei, soviel Zeit hätte ich auch gerne!
    Echt schade, daß ich nicht mitfahren konnte… :-(

    Aber der Sonnenuntergang gestern auf dem Altkönig war auch nicht schlecht!

  • Schöne Berichte! Die Rhön steht auch noch auf meiner Wunschliste.

    Ich werde dich bei Gelegenheit als „Aktivisten des ESK“ vorschlagen. Du hättest es verdient.

    Beste Grüße,
    sketcher

  • Mensch Eule,

    bei aller Liebe zu meiner Märkischen Heimat, aber ich lese Deine Berichte immer wieder voller Neid. Wenn wir doch nur hohe Berge hätten…

    Grüße aus Berlin,
    Ackebua

  • Mensch Eule, verstehe ich richtig, Du hast das kleine Schwarze mittlerweile fertiggestrickt? Sitzt es wie erwartet recht knapp – also sportlich? Mach‘ doch mal ein Bild.

    Schöne Tour!

    Gruß,
    Husthen

  • Hey Eule,

    willkommen im Kreise der rosa Tunten ;-)

    Kleiner Tipp vom Italo-Fan: Stell mal die Campa-Griffe einen Tick höher. Du wirst sehen, wie viel besser sie in der Hand liegen.

    Sehr schöner Hobel übrigens…

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