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Eules Ausflug auf die Straße

Nachdem ich nun 15 Jahre jegliche schmalspurige Geräte mied, wie der Teufel das Weihwasser, bin ich tatsächlich im Besitz eines kleinen schwarzen Asphaltschneiders. Seit zwei Wochen rolle ich ab und an über die umliegenden Straßen und gewöhne mich an die andere Fahrweise. Warum auch immer, jedenfalls meldete ich mich in meinem jugendlichen Leichtsinn für das Einzelzeitfahren im Rahmen der Hessenrundfahrt an. Dies fand am Sonntag den 4. September in Bensheim statt.

Nachdem ich nun 15 Jahre jegliche schmalspurige Geräte mied, wie der Teufel das Weihwasser, bin ich tatsächlich im Besitz eines kleinen schwarzen Asphaltschneiders. Seit zwei Wochen rolle ich ab und an über die umliegenden Straßen und gewöhne mich an die andere Fahrweise. Warum auch immer, jedenfalls meldete ich mich in meinem jugendlichen Leichtsinn für das Einzelzeitfahren im Rahmen der Hessenrundfahrt an. Dies fand am Sonntag den 4. September in Bensheim statt. Genau 19,1km galt es zu bewältigen, der Kurs war relativ flach und hatte gerade mal 45hm. Nach den 90 Startern des Jedermannfeldes waren anschließend die Profis von T-Mobile, Gerolsteiner, etc. auf gleichem Kurs unterwegs.

Wegen der dramatisch gestiegenen Benzinpreise zog ich die Anreise per Bahn dem Auto vor, dies bedeutete frühes Aufstehen, bereits um kurz nach 7 ging mein Zug. Um 8 erreichte ich dann das südhessische Bensheim an der Bergstraße. Rasch erledigte ich den Startunterlagenkram und machte mich ans Einrollen. Meinem ESK-Trikot hatte ich es dann zu verdanken, die Bekanntschaft eines netten Radsportlers zu machen. Er fragte mich, ob ich mit Singlespeeder unterwegs sei und dachte im ESK wären nur Singlespeeder 😉 Dieses Mißverständnis konnte schnell ausgeräumt werden und so rollten wir gemeinsam die Stunde vor dem Start umher.

Da meine Luftpumpe zur Zeit defekt ist, mußte ich dringend noch Luft auffüllen. Leider konnten die Veranstalter mir nicht weiterhelfen und so suchte ich die Mannschaftswagen der Proteams auf. Ein freundlicher Mechaniker von AG2R sorgte dann für den richtigen Druck auf den Pneus. Langsam stieg die Anspannung in mir und etwas Nervosität machte sich breit. Sollten gerade mal ein paar hundert Trainingskilometer ausreichen um sich hier nicht total zu blamieren. War mein angegebener Schnitt von 35km/h nicht zu hoch gegriffen. Wie viele würden mich wohl überholen?

Ich reihte mich also in die Schlange vor der Startrampe ein, da waren doch ein paar “Tiere” am Start. Scheibenräder, Zeitfahrhelm, windschlüpfrige Überschühchen, eieiei, das ganze Tanzbalett war also hier vertreten. Zum Glück waren auch ein paar normale Menschen unterwegs und ich kam mir mit meinem Stahlroß nicht ganz verloren vor. Plötzlich stand ich oben und keiner mehr vor mir, ich hörte den Ansager meinen Namen sagen, zwei Mann hielten mich im Gleichgewicht Am Start und 5,4,3,2,1 und los! Und los! Blos nicht die Rampe runterstürzen und Gas geben, ich haute erstmal voll rein um auf Geschwindigkeit zu kommen.

Die ersten Meter gingen gleich ein paar Meter rauf und ich kam nicht wie erhofft auf meine Geschwindigkeit. Der leichte Gegenwind auf den ersten 7-8km tat sein übriges um die Beine dick zu machen. Vor mir ein Polizeimotorad, echt Profimäßig, jeder Starter hatte entweder ein Fahrzeug oder Motorrad vor sich. An jeder Einmündung standen Streckenposten und der Asphalt war so schön glatt…

Es wurde in dreißig Sekunden Abständen gestartet und rasch sah ich den vor mir Gestarteten. Trotz der Schmerzen ein geiles Gefühl sich langsam aber sicher an ihn ranzusaugen und dann vorbei zu gehen. Ich glaube es war bereits nach zwei oder drei Kilometern als ich zum Überholen ansetzte. Mein Hochgefühl währte aber nicht lange, denn nur kurz später wurde ich überholt. Mein Gott, das wollte ich mir eigentlich ersparen, aber was soll man machen. Ich nutzte die Schmach und versuchte ihn nicht aus den Augen zu verlieren, doch irgendwann war er weg.

Am Wendepunkt angekommen wehte nun das Lüftchen auch endlich von hinten und der Tacho zeigte endlich die erhofften km/h an. Ich war warm und legte nun einen Gang zu, ganz weit entfernt sah ich auch einen weiteren Fahrer vor mir. Grinsebacke Ungefähr zwei Kilometer vor dem Ziel konnte ich ihn überholen, diesmal kam auch niemand mehr von hinten 😉 Als ich den Teufelslappen sah, gab ich nochmal alles, höchste Übersetzung und volles Rohr auf die letzten tausend Meter. Alles geben! 30 Minuten und 56 Sekunden war meine Zeit für die 19km. Und fertig...

Im Ziel war ich ziemlich K.O. aber schon beim Ausrollen ging es mir gleich besser. Mein Schnitt lag knapp unter 37, ich hatte zwei überholt, einer mich, meine Bilanz war positiv und ich mit mir zufrieden. Ich trank noch zwei Bierchen mit dem Kollegen und machte mich dann auf den Heimweg. Heute im Inet lese ich dann die Platzierungen und siehe da, ich bin 41 von 83 geworden. Der Sieger hatte mir zwar knapp 6 Minuten abgenommen, aber mir wars egal. Der Beste Profi war im übrigen Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner in sage und schreibe 22:52 mit einem Schnitt von über 50km/h.

Trotzdem braucht sich niemand Sorgen zu machen, ich bleibe meinen Mountis treu und werde auch weiterhin überwiegend die Wälder unsicher machen.

Ergebnisliste Jedermann: klick

Ergebnisliste Profis: klick

darkdesigner

12 Kommentare

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  • Mein lieber Scholli! Nicht schlecht für’s erste Mal! Schließlich ist die Haltung auf diese Schwuchtelgeräten für Ungeübte nicht gerade angenehm und dann bei einem Zeitfahren, wo man sich schon so klein wie möglich macht und dann sich die Kniee abwechselnd gegen das Kinn haut….

    “Da meine Luftpumpe zur Zeit defekt ist, …..” Aha verstehe, du hast dem Typen als mit der Luftpumpe eingebleuelt, das der ESK nicht ausschließlich aus Singlerspeeder besteht. Korrekt!

    Ritzelflitzer

  • Lieber Eule, wo nimmst du nur die Zeit her derartige Abhandlungen zu Papier zu bringen?
    Aber es freut mich doch sehr, dass einen weiteren Aspiranten für den Sieg beim Henninger das Rennradfieber gepackt hat. 🙂

    OnkelW

  • Meine liebe Eule,

    ich weiß, daß Du ein hartes Schwein bist, immer für Überraschungen etwas übrig hast und überhaupt viele verrrückte Dinge tust, aber dieses Mal hat es mich echt vom Stuhl gehauen.

    Ich hatte ja schon im Frühjahr mit Wohlwollen Dein Vorhaben registriert, ein eiliges Rädchen für sonntags aufzubauen. Aber daß Du damit jetzt gleich voll ins Renngeschehen einsteigst – mein lieber Scholli!

    Mal im Ernst, Dein Schnitt von knapp 37 ist echt gut. Ich darf mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn Du einen Aero-Aufsatz benutz hättest und ein paar mehr Kilometer auf dieser Kiste in den Beinen gehabt hättest. Uiuiui…

    Nur eine Sache bereitet mir Sorgen, die sich erstmals in Hamburg angekündigt hatten, und die ich jetzt allmählich bestätigt sehe: Du wirst uns als Eule wohl die nächsten Male nicht mehr als unser uns umsorgender Betreuer zur Seite stehen, sondern selbst neben uns an der Startlinie verharren.

    Willkommen im Club 😉

  • liebe eule,

    eben sehe ich deinen neusten bericht. schnell eile ich hinunter in die küche, giesse mir ein gläschen valpolicella superiore ein, belege frisches berliner landbrot mit leckerem käse und setze mich voller vorfreude nieder, um jede deiner zeilen aufzusaugen!

    es ist eine freude dich im esk zu wissen! hut ab vor deiner leistung, ein hoch auf deine missionarischen dienste im sinne des esk – sketcher erwähnte es schon an anderer stelle – du verkörperst alles was ein eisenschwein ausmacht.

    in vorfreude auf deinen nächsten tourbericht… menis

  • Jetzt erst mal “DANKE” für Eure warmen Worte, ist mir ja fast schon peinlich *hihi* Im Ernst, es gibt kein anderes “Team”, “Verein”, “Club” etc. dem ich angehören möchte, ich versuche nur etwas von dem, was Ihr mir gebt, zurückzugeben. Dabei meine ich den gesamten Kader, ob Urlauber und Wenigfahrer (Robsen, Rik *fg*), Vielfahrer (u.a. die Schwucken), Rekonvaleszenten (Ja Zorro, auch an Dich denke ich!), Außenposten (Mad, Mischi, BigF, El, Onkel), die Eichsfelder Planungscrew (Micha & Sketcher) aber natürlich auch die, die nicht so im Rampenlicht stehen oder sich da hineinstellen zu wissen (Schotter, J-Coop, Staubi, Arthur, u.v.a.), die besten Radspochtmädels der Welt (S-Punkt, Iris, Trüllüüü), natürlich auch die Anhänge, bzw. Fans von HH 😉 ach wen hab ich jetzt bloß vergessen, ähm ja natürlich auch den Oberst, Jockel bitte laß wieder mehr von Dir hören und sehen!!! Also kurzum eben ALLE!!!

    So und jetzt nach der eigentlich erst am 9.9.2005 fälligen Lobhudelei eine kurze und knappe Info. Ich bin bis 28.9. in Spanien und werde wahrscheinlich keine Gelegenheit haben ins weltweiteweb zu kommen (kalter Entzug!). Also keine Gemeinheiten untereinander und ich freue mich auf die Tschechenbaude mit ein paar Kadern zum Einheits-Spaltungstag,
    dd “eule”

  • da vernahm ich doch glatt ein klitzekleine traene meine viel zu haareige backe (am monntag gehts zum barbier) runterinnen. soviel liebe worte. besser haette es keiner von uns formulieren koennen.

    und zum abschneiden beim eizelzeitfahren brauch ich wohl nichts zu sagen. beim normalen rennen kann ja jeder neuling im feld eilig mitschwimmer und sich dann sonstwas drauf einbilden. aber alleine gegen die uhr und den wind – ganz grosse leistung!

    gruesse und viel spass und informatives in spanien. wieviel seid ihr denn und wie ist das geschlechterverhaeltnis 🙂

    rb

  • irgendwie hoffe ich das die impfung gegen den schmalspurvirus bei mir anschlägt 🙂

    voller bewunderung

    m
    ehemaliger schmalspurfahrer seiner betriebsmaschaft beim triatlon

  • >ein hoch auf deine missionarischen dienste im sinne des esk

    Ohja! 😉

    Ich fahr zwar eigentlich nur, weil es halt Spaß macht (“just ride”), aber irgendwie habe ich mich dieses Jahr in diversen Rennen in nem ESK-Trikot wiedergefunden, obwohl ich ja eh nur Eule hinterherhechle…

  • uhhhhhh! die beiden unteren bilder sehen aber auch verdammt gefährlich aus! ich sehe dich schon vor mir, wie du in einigen jahren mit deinen nachkommen sprichst:

    “schaut mal her ihr lieben, so hat euer opa als junger mann ausgesehen! deutschland bebte vor furcht, man versuchte mir dopingaffären anzuhängen und täglich gab es angbebote von unterschiedlichen teams. jaja – nun schwingt euren arsch raus und zeigts eurem opa – hopphopp!”

    also raus mit der bestellung und dann kommt das untere bild 12x21meter gross in die eingangshalle von unserem vereinslokal. bis bald… menis

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