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Course Cycliste Taunus, eine Idee…

…ja es gibt das Rennen “Rund um den Henninger Turm”, aber meiner Meinung ist die Strecke bei weitem nicht die schönste, bzw. anspruchsvollste. So ein richtiges Bergrennen soll es sein, mit Serpentinen, Rampen, schnellen Abfahrten und wunderschönen Aussichten. Also hab ich mir da mal was überlegt:

Gestartet wird natürlich in Frankfurt, raus aus der Stadt geht es bereits leicht ansteigend. Die ersten Wellen wären das neue Stadtviertel Riedberg, dann über Kalbach und Bonames nach Nieder-Eschbach. Die nächsten Wellen warten auf dem Weg nach Ober-Erlenbach und Burgholzhausen. Je nach Windrichtung können die Fahrten übers freie Feld durchaus anstrengend werden. Ab Ortsausgang Burgholzhausen gehts dann in den Einstieg zur ersten Bergwertung (Kat.2). Col d’Quarzit (oberhalb Taunusquarzitwerk) taufte ich den Gipfel der Straße zum BW-Munitionsdepot, danach Abfahrt nach Wehrheim.

Von Wehrheim geht es durch das Usinger Becken in Richtung Neu-Anspach, auch das Becken kostete Kraft. In Neu-Anspach geht mitten durch den alten Ortskern und schon befindet man sich wieder im Anstieg zur zweiten Bergwertung (Kat.2): Cote du Rouge (Rod am Berg). Nach dem Ortsausgang steigt die Straße nochmal heftig an, ca. 12% hat es da. Nach dem Scheitelpunkt knallt man ebenso steil runter ins Weiltal. Das nächste Dörfchen heißt unten Hunoldstal, kurz durchquert und direkt in die dritte Bergwertung.

Dieser würde ich durchaus Kategorie 1 geben, die Sepentinen haben alpinen Charakter und der durchschnittliche Steigungswert beträgt schmerzhafte 8%. Auf knapp 2,7km werden ca. 160hm bewältigt. Nach dem Mont Treis (Kat.1) mit 533m ü. NN und dem Ortsausgang Treisberg geht es in eine schnelle und gefährliche Abfahrt auf einer geteerten Landwirtschaftsstraße ins Vallée Obscurité (Finsternthal). Unten zeigt der Höhenmesser nur noch 387m ü. NN, also alles wieder verloren.

Sofort geht es in die nächste Berwertung, erneut Kategorie 1, diesmal sind ca. 150hm auf nur 2,2km zu absolvieren. Die Steigungswerte liegen oft im zweistelligen Bereich. Ich nenne sie die Mur de Mulefo (Mauer von Mauloff), Bildmaterial vom dazugehörigen Nest:
Mulefo aka Mauloff, Straße kommt von links ins Dörfchen
und Dorfansichten:
Schiefes Fachwerk an Hauptstraße

Nach der Mur de Mulefo folgt eine kurze Abfahrt, leichte Welle und dann eine lange, schnelle Abfahrt nach La Forêt de l’Ems (Waldems). Eine scharfe linkskurve beendet den Downhill und durchs obere Emstal geht es über Wüstems nach Oberems. Die ersten Höhenmeter der fünften Bergwertung liegen da bereits zurück und es folgt der letzte Teil mit knapp 3 Kilometern zum Col de la Poule (Hühnerberg). Oben liegen dann ab dem Einstieg 260hm auf ca. 6,6km hinter einem, ich sage mal Kategorie 2. Ist zwar lang, dafür nicht so steil wie die Berge davor.

Am Col de la Poule angekommen geht es zunächst relativ eben weiter, bevor wieder eine Abfahrt ins Obere Weiltal folgt. Das nächste Dörfchen ist Niederreifenberg, dort beginnt der letzte Anstieg zur Berwertung der HC-Kategorie. Von Niederreifenberg sind es über Oberreifenberg und den Sandplacken etwa 10km mit 350hm bis zum Mont Campagne (Gr. Feldberg im ). Auf dem Plateau sollten 880m ü. NN erreicht sein, danach folgt die schnelle und 15km lange Abfahrt nach Oberursel.

Plateau zwei Stunden nach meiner Überfahrt, ich hatte noch Sonne...

Von Oberursel sind es dann nochmal ca. 13km bis nach Frankfurt, die Strecke fällt dann nur noch leicht ab und die letzten 100hm runter können bei vollem Tempo zurückgelegt werden. Eine letzte Welle ist die Steubenbrücke, mit großem Blatt rübergedrückt und der letzte Kilometer bis zu meiner Haustür…

Das Profil dieser 102km Runde:
Profil des Course Cycliste Taunus

darkdesigner

8 Kommentare

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  • Lieber Eule,

    deine Streckenbeschreibung klingt nach einem hartem Stück Arbeit! Tatsächlich könnten wir uns verstärkt Gedanken über eine Art “Rennradveranstaltung” machen, da diese kleine, ambitionierte und etwas verträumte Gruppierung des ESK im Verlauf des bisherigen Sommers 2006, doch für eine Menge Content auf dieser Web2.0 Seite gesorgt haben. Jockel sprach bereits den Täve-Cup über Brandenburgs Pflaster- und Schotterstrassen an, du träumst jetzt vom “Course Cycliste Taunus” – also irgendetwas müssen wir machen. Ich würde ja gern eine Fernfahrt anstreben: Frankfurt- Berlin, oder Hamburg-Berlin, eventuell sogar mit einer Übernachtung auf freier Strecke. Mal sehen, nun ist die Sommerferienpause vorbei und sicher werden wir demnächst zusammen sitzen über derartige Veranstaltungen nachdenken. Eule – beste Grüße und – wann soll die CCT denn starten? Bis bald… van der Menjis

  • Lieber Eule,

    perfekte Namensgebung der fiesen Stiche, die ich beinahe allesamt in dieser Reihenfolge bereits befahren durfte! Allein beim Lesen der Namen kommt leichtes Herzflattern ins Spiel. Und auch wenn der Taunus “nur” ein Mittelgebirge ist, so nehmen es die Anstiege durchaus mit denen höherer Bergformationen auf. Bei fast jeder Rampe gibt es längere Passagen im zweistelligen Prozentbereich, und ich kam bei meinem letzten Besuch bei Eule mit meinem 23er Ritzel oft an meine physischen Grenzen.

    Ich finde die Idee sehr gut, eine Art offizielle ESK-Tour mit Gastteilnahmemöglichkeit zu organisieren. Da ich ja dieses Jahr sowieso noch einmal vor hatte, zwei Tage nach FFM zu fahren, könnte man die Strecke gleich nochmal auf Gruppentauglichkeit prüfen. Außerdem wäre dies eine perfekte psychische auf Rund um den Henninger Turm.

    Eule, was wäre denn der spätest mögliche Termin für solch eine Veranstaltung? Das Wetter sollte es zumindest zulassen, daß man nicht nach einer Stunde den Erfrierungstod stirbt.

    Tolle Sache…

  • Das Wetter sollte es zumindest zulassen, daß man nicht nach einer Stunde den Erfrierungstod stirbt.

    Acke, Acke, wie langsam möchte der Herr denn fahren, dass er dabei zu erfrieren gedenkt?

    Nochmal zum Modus lieber Herr Darkdesigner: Was soll es denn werden? Ein Straßenrennen, eine Tour oder was? Soll es, wenn es denn ein Rennen sein soll, im Pulk vonstatten gehen und wie viele Leute könntenb sich hierbei auf ungesperrter Strecke gegeneinander antreten? Fragen über Fragen, grundsätzlich natürlich eine feine Überlegung der Ortsgruppe Frankfurt/M.

  • Jockel, mit Verlaub, aber die rasanten Abfahrten kühlen die schmalen Körper der Bergflöhe mit zunehmenden Geschwindigkeiten schneller aus, wenn die ersten Schneeflocken einem um die Messerspeichen tanzen. Ganz zu schweigen von den 4 Grad kalten Wasserbächen, die die Serpentienen herunterplätschern und den Fahrer in ihren todbringenden Bann zwingen.
    Ich bin einst im sonst so wärmeverwöhnten Norditalien nur durch ein Wunder dem Kältetod entronnen, als wir uns bei nur ein paar lächerlichen Graden über Null und Dauerregen vom Passo Pordoi stürzten und schon die Englein singen hörten.
    Also spätherbstliche Milde würde ich mir schon wünschen…

  • Also für ein Rennen bräuchte man schon ein wenig logistische Hilfe, bzw. muß man halt jede Menge Wegweiser anbringen.

    Ein Wochenende mit Touren Samstags und Sonntags wäre auch denkbar, vielleicht sogar die zunächst einfachere und schönere Variante.

  • Erfrieren soll natürlich auch keiner, Temperaturen von mind. 15°C wären wünschenswert, erfahrungsgemäß ist es dann in den hinteren Taunustälern so um die 10°C. Hinzu kommt dann noch der Windchillfaktor bei Abfahrten und dann spürt man fast den Gefrierpunkt. Also ich sag mal Mitte Oktober ist die Saison für den hinteren Hochtaunus vorbei, wohlgemerkt auf dem Straßenrad. Fürs Mounti geht eigentlich alles, es sei denn Neuschnee oder Eis, bzw. Tauphase setzt ein.

    Ob Rennen, RTF oder gemeinsame Tour, alles ist offen?!?!

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