Home » Touren » Eine Art Heimreise I

Eine Art Heimreise I

Schon vor Wochen fasste ich den Entschluß in diesem Jahr die Schmalspurfraktion des ESK zu den traditionellen Cyclassics in meiner Heimatstadt Hamburg zu begleiten. Nach einigen Überlegungen beschloss ich die Anreise pedalgetrieben anzugehen. Die Planung ging recht flott vonstatten und die Strecke nahm Gesstalt an. Als Starttermin bot sich der 27.07 an und als erstes Etappenziel wählte ich den Campingplatz meiner Eltern. Somit standen die Rahmenbedingungen erstmal fest. Kurz vor Umsetzung der theoretischen Daten kam es noch zu einer kompletten Änderung und der Plan wurde verworfen und relativ spontan um die Teilnahme an den Cyclassics ergänzt.

In aller Hergottsfrühe ging es los. Das erste Teilstück bis Wittenberge wurde unter Zuhilfenahme des RE38*** um 5:14 ab Potsdamer Platz zurückgelegt. 6:45 traf ich dann am Zielort ein und nach kurzer Orientierung ging es los. Zuerst wurde die Elbe überquert und dann ging es entlang des Deichs weiter.

sunrise

Ein leicht Wolkenverhangener Himmel versprach kühlere Temperaturen als die Wochen zuvor. Vor mir lag eine Wunderschöne Landschaft mit weiten, offenen Wiesen und Feldern durchzogen von Hecken und Kanälen.

bridge

kanal

Vereinzelt zogen Greifvögel ihre Bahn auf der suche nach unvorsichtigen Nagern, die sich hin und wieder auf den Wegen blicken ließen. Langsam stiegen die Temperaturen etwas an. Nur selten kam ich auf meinem Weg durch menschliche Ansiedlungen und weder Autos noch sonstiges kreutzte meinen Weg. Selten bin ich durch so menschenleere Gegenden gefahren.

Nach 1,5 Stunden Fahrt passierte ich die ehemaligen Grenze.
grenzpfeiler

Hier sind noch Reste aus Zeiten des kalten Krieges zu “bewundern”.
p1010009.JPG

p1010011.JPG

Weiter ging es über kaum befahrene Landstraßen die sich durch die platte Landschaft schlängeln. Ab hier wurde der Verkehr etwas mehr und so traf ich hin und wieder auf ein Auto. Kurz hinter Gorleben kamen alte Erinnerungen auf an die Zeiten der Anti-Atomkraft-Demos und ein auf einem Feld angelegter “Freidhof” regte zum Nachdenken an.

p1010012.JPG

p1010013.JPG

Ich bekam langsam Kaffee-Durst und so legte ich in Dannenberg einen kurzen Stopp an einer Tankstelle ein um ein kleines Frühstück zu mir zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich Wasser nachgebunkert. Erfreut stellte ich fest das es erst 10:30 war und mehr als die Hälfte der Strecke lag bereits hinter mir. Die daraus resultierende neue Ankunftszeit wurde uhgehend an Muttern weitergeleitet um die umgehende Nahrungsaufnahme sicherzustellen. Ich schwang mich wieder auf das Rad und schon nach kurzer Zeit rotierten die Beine wieder wie automatisch. Die Landschaft änderte sich ein wenig, es wurde hügeliger und es lagen öfter kleine Wälder links und rechts der Straße.

p1010017.JPG

p1010018.JPG

Mittlerweile hatte ich mich in Trance gefahren und so verging die Zeit rasend schnell. Erst kurz nach Hitzacker überraschte mich das plötzliche Auftauchen von größeren Anhöhen. Ampel hatte mich zwar gewarnt aber ich hatte das ganze schon wieder vergessen. So bekam ich wenigstens noch ein paar Höhenmeter auf den Tacho. Ein Einheimischer Rennradler forderte mich an einem dieser Anstiege zum Duell und ich hatte so gute Beine das ich ihm trotz Rucksack und bereits 100 zurückgelegter Kilometer schnell aus meinem Windschatten verlor. Auf einem Deich ging es weiter und ich war dem Wind ausgeliefert aber das konnte meine Fahrt nur geringfügig verlangsamen.

p1010020.JPG

Bald erreichte ich Bleckede und auch Lauenburg kam schnell näher. Langsam kam ich in Gegenden die ich aus meiner Jugendzeit von diversen Touren kannte. Schnell ging es jetzt dem Ende entgegen und um kurz vor 13:00 erreichte ich das Tagesziel. Eine kühle Cola erfrischte mich für das erste von innen und ein Sprung in den See sorgte dafür das die Strapazen des Tages schnell in Vergessenheit gerieten. Glücklich konnte ich jetzt auf das Erreichte zurückblicken und gelassen dem morgigen Tag entgegen sehen

7 Kommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Klasse, Zwock! Berlin – Hamburg liegt schon lange bei mir an. Vor etlichen Jahren bin ich leider hinter Gorleben, bei Dahlenburg und bei strammem Gegenwind und heftigem Regen, gescheitert. Ich hatte die Fahrt vor der Haustür begonnen (Nauen, Friesack, Rhinow, Havelberg, Seehausen, Gartow, Gorleben) und somit schon etwas über 200km auf der Uhr. Die Rechnung ist seit dem noch offen und irgendwann muß ich diese Nuß mal knacken. Freue mich auf deine Fortsetzung. Bis bald… menis

  • Auch ich danke Dir Zwock, wirklich schöner Bericht mit tollen Bildern, da freue ich mich fast schon wieder nachher noch auf den Crosser zu steigen und ein wenig durchs Hinterland zu streifen.

  • Sehr schön mein lieber Herr Zwock !

    Du spezialisierst dich wohl gerade auf Langstrecken Touren. Und wo geht es als nächstes zum baden hin ?
    S.

  • Hallöle Zwock, es hat sehr viel spass gemacht , bei ihrem Erlebnis dabei zu sein dürfen .
    Die Landschaft war etwas eintönig ,aber ich freue mich schon jetzt von Ihrer nächsten Tour zu lesen .
    Mit freundlichen Grüßen , eine heimliche Verehrerin.

  • Hi Zwock,
    ein sehr schöner Bericht, der mich an meine fast identische Tour aus dem letzten Jahr erinnert. So entlang der Elbe gibt es wirklich wunderbare Strecken und ich werde dieses Jahr sicherlich auch noch einmal den Elberadweg unter die schmalen Reifen nehmen.
    Sag Deinem Bruder und seiner Familie nochmal vielen Dank für die nette Betreuung am letzten Wochenende.
    Ampel

  • Hallo Zwock,

    ich wusste es doch:
    Es gibt noch andere Dinge ausser Aluschrubbbeln ueber Asphalt.

    Du hast den Sinn des Radlens mal wieder vorgelebt!

    Ciao
    Der Frosch
    C.

Archiv

Archive

Folgt uns auf