die Unterjochung des Reitlingstals

Da der Oberst mit der Mutter aller Berichte über unseren jährlichen Harzsturm- der längst dem Harz entwachsen ist- noch etwas auf sich warten lässt, berichte ich eben von einer kleinen Tour auf schmalen Reifen, die die Siegerin und ich gestern gemacht haben.

Immer noch sind wir relativ neu in der Region Braunschweig, so dass es auf jeder Tour ein bisschen neues Land zu erobern gibt. Gestern war das Reitlingstal sturmreif. Kurz hinter Braunschweig,

auf dem Weg nach Sickte, deuten die Straßenschilder auf jenes geheimnisvolle Tal, das zu keinem anderen Zweck bestimmt zu sein scheint, als Rennrad-, Motorrad- und Cabriofahrern als Kulisse für ihre Ausfahrten zu dienen. Auch auf der Umgebungskarte Südniedersachsen ist die Straße durch das Reitlingstal als landschaftlich reizvoll gekennzeichnet. Wir beschlossen, diese Angaben persönlich zu überprüfen. Natürlich versuchte die feindliche Umwelt diesen Plan zu vereiteln und setzte unserem Anmarsch über Riddagshausen, Sickte und Lucklum eine Gegenwindbarriere entgegen- die wir mit stoischer Gelassenheit an uns abprallen ließen. Also holte der Gegner nocheinmal aus und legte uns einen miesen Straßenbelag unter die Pneus- zu wenig, um uns ernsthaft aufzuhalten. Schon waren wir im schönen Reitlingstal, wo lichte Laubwälder und grüne Weiden die Kulisse für ein Flüsschen bilden. Besonders die Wälder machten unserem Feind „Wind“ schwer zu schaffen. Also ließ der Feind eine Steigung sich vor uns aufbauen. Aber wie das in dieser Region so ist, sind die Hügel eher sanft ansteigend und mit etwas Geduld zu bewältigen.

Das Tal wird auch im Sommer die Kulisse für das Rennen „Rund um den Elm“ bilden. Den Rettungsring kann man dann wohl zuhause lassen und statt der Leichtlaufräder die Aeroschlappen ans Rad basteln.

Wenn es bergauf geht, geht es auch wieder bergab und so fuhren wir entspannte sieben Kilometer mit 60 Sachen nach Königslutter, dem traurigsten Ort der Welt, der einen eigenen Kaiserdom beherbergt. Hier hat man 50 Jahre lang nichts investiert, weil ein paar Kilometer weiter zähnefletschend Jockel und eine Millionen Russen standen.

Also nichts wie weg. Die Rückfahrt führte uns nördlich der Bundestraße über bereits befiedetes Gebiet durch nette kleine Dörfer, über einsame hügelige Straßen und einen Abschnitt, wo der Straßenbelag so glatt is, dass man nur so dahinfliegt. Highlight in diesem Abschnitt ist der Truppenübungsplatz, wo man mit Rückenwind auf der großen Scheibe bergauf brausen kann. Nach dieser Tour mussten wir uns erstmal ein paar ordentliche Aasbrocken auf den Grill legen.

Auch schön:

  1. Zwischen Elm und Asse

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