Bismarck statt Huschke heißt Hering statt Hechtsuppe

Von langer Hand geplant, seit Wochen im Familienkalender fest geblockt, steht da der Termin 30.08.2014 IV. Huschke Gedenkfahrt, Oranienburg.
Doch die maladen Körper des einst so starken ESK liegen röchelnd und müde in ihren Betten, die Zunft bröckelt, die Heldentaten verblassen. Es wird um neue Termine gerungen und nach leichteren Strecken gebettelt und das Ergebnis – Immer wieder alle elektronischen Kanäle überprüft aber das Ergebnis blieb ein einsamer freier Tag für Toni in Brandenburg.
Also das Wolltrikot übergestriffen, 2 Wurstsemmeln in die Rückentasche und los – es gibt ja noch die „Unendliche Rundfahrt“ und da war ja noch was in Pritzwalk.


Den Weg raus aus der Stadt kannte ich noch vom Mittwoch, da ging die Dienstreise nach Rathenow Schönwalde-Glien mit anschließender Turmbezwingung.
Doch zur Feier des Anlasses hielt ich diesmal schon in Charlottenburg und zollte dem Kaiser meine Ehre. Ein Gruß an die dankbare Kolonie Grunewald!

Mit etwas Glück ohne Hundekacke an der Hacke wieder aufgesattelt und weiter raus aus der Stadt. Das Wetter war typisch Sommer 2014 windig, ab und zu Niesel, aber auch Sonne. Der Conti 4Seasons verrichtet perfekt seine Arbeit und die Beine rotieren noch locker vor sich hin.

Nun bin ich raus aus Berlin und in Brandenburg. Hier gibt es freien Wohnraum und die Cornflakesproduktion für Berlin ist meines Erachtens mehr als gesichert. Diesmal kein Abstecher zu Herrn Ribbeck sondern gleich Richtung Friesack und Kyritzer Seenkette.

Die Bäckerzunft in Brandenburg ist auch anders getaktet und so konnte ich schon 11:30 Uhr durch das menschenlehre Wusterhausen rollen und nach 100 km nicht beim Bäcker einkehren. Nimm dir Essen mit durch Brandenburg! Die Seenkette flog an mir vorbei, da müsste man mal mit dem MTB am Ufer lang. Die Straßen wurden buckeliger, der Wind wurde windiger und gefährlich war es hier schon immer.

Nach dem Schreck mit dem toten Waschbär geht es nur mühsam weiter, kleine Landstrassen wechseln mit Schotterpassagen im Wald und immer wieder grüßen die schönen Back- und Feldsteinkirchen der Prignitz. Wie immer auf solch Touren in der Ödnis rettet mich mal wieder ein Friedhofwasserhahn vor dem Verdursten.

Doch die Zeit schreitet voran,aber niemand schreit „Stopp“ oder „Ich brauch was Warmes zu Essen“ und so geht es weiter dem ersten Zwischenziel entgegen. Pritzwalk eine weitere Perle Brandenburgs.Hier wartete der Trappenberg auf mich und eine weitere Schotterpassage.

Nach kurzer Verwirrung zur Wegbezeichnung war ich dann aber auch schon im letzten Anstieg. Na war doch ganicht so schwer die Suche und schön isser, nicht so spektakulär wie Rathenow aber sehr majesthetisch.

Nun wurde kurz pausiert und die nötigen Beweisfotos geschossen. Es ist mittlerweile 13:30 Uhr und leichter Niesel läd nicht zum Verweilen ein und so verlasse ich dieses Kleinod Richtung Wittenberge. Nun dachte ich, es geht ja nur noch bergab zur Elbe, aber nein, schon stellen sich wieder Hindernisse in den Weg. Über Groß Pankow und Krampfer geht es nach Perleberg. Auch der Regen nimmt zu und die ersten Krämpfe stellen sich ein. Ne Regenjacke war nicht im Gepäck, also wurde wenigstens die Windweste vorgeholt und ein weiteres Gel zwischen die fliegenverklebten Zähne gedrückt.

Feinstes Pavé und verlassene Gasthöfe lassen die Kräfte schnell schwinden. In Perleberg wird der Netto gestürmt, oh wie fehlt hier die sächsische Backkunst! Aber egal, die eiserne Brötchenreserve bleibt im Trikot, wer weiß was noch kommt. 3 Stück „Gebackenes“ und ein Pott Kaffee wecken den Lebensmut. Der Regen prasselt aufs Vordach, ich fülle langsam die Trinkflaschen mit 2 Litern Eistee und hoffe auf Wolkenlücken. Nach 15 Minuten Pause sitze ich wieder auf dem Rad. Ein schnurgerader Radweg führt mich nach Wittenberge und obwohl ich gerade durch Weisen fahre, treffe ich eine Entscheidung die vielleicht wahrlich nicht Weise zu nennen ist. Komm Tino, die Räder rollen gerade so schön komm wir fahren noch ein bisschen Elbdeich. Also irre ich ein wenig durch Wittenberge, ignoriere den Bahnhof und die geplante Zugabfahrt und such den richtigen Deich nach Havelberg.

Der gemeine Reiseradler schmiegt sich in seinen Ostfriesennerz und macht Pause mich treibt der Regen weiter durch die Elbniederung. Die Elbquerung bei Havelberg müsste ich eigentlich kennen von HH-B leider brauch ich auch hier einen Verfahrer. Die Reste des letzten Hochwassers sind beseitigt und die Sonne kommt wieder raus und so rolle ich langsam wieder Richtung Landesgrenze.

Nach der Allee der Depressionen Richtung Rhinow fasse ich endgültig den Entschluss langsam den nächsten Bahnhof anzusteuern. Man könnte zwar auch weiter, da ist ja auch gleich Friesack und …, aber „Nein“ Rathenow da war ich doch erst, da fährt die Bahn jede Stunde, nichts wie hin.
Müde aber glücklich und zufrieden rolle ich auf den Bahnhofsvorplatz, wie immer keine Bahnhofskneipe mehr also müssen der Rest Eistee und die Schrippen von früh dem ausgelaugten Rader auf der Heimreise reichen. Nach 10:45 h und 275,6 km sitz ich im Zug und freu mich auf meine Herzdame. Wer es mal nachfahren möchte kann bei Strava lunschen.

Zum Schluss noch ein Tattoo!

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