[KSGC 2011/12] Der Prolog

Der Prolog, so hat es sich nunmehr eingebürgert, stellt die Einführung in die allwinterliche Parkrennserie, den Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup, dar. Und wie immer soll es das Rennen der etwas anderen Art sein. Zum dritten Mal hintereinander hat der ESK dazu nach Sonnenuntergang in den Volkspark Prenzlauer Berg geladen. Zu den insgesamt 26 Teilnehmern gesellten sich etliche Zuschauer. Und der Rundkurs, welcher Mann gegen Mann gefahren werden musste, war mittels Twobeers stimmgewichtige Kehle leicht erklärt. Von der Anhöhe auf der Wiese bergab und auf dem Teerweg wieder hinauf. Da das aber viel zu einfach gewesen wäre und wir den ganz Schnellen etwas Wind aus den Segeln nehmen wollten, wurde der Modus durch eine kleine aber ungewöhnliche Regel ergänzt. Dass das die schnellen Leute nicht wirklich bremste, nahmen alle Teilnehmer applaudierend in Kauf.

Die Besonderheit bei diesem Prolog: unten am Teerweg angekommen, hatte sich jeder Fahrer einen 200ml Plastikbecher zu nehmen und mit Wasser zu füllen. Diesen galt es dann bergauf mit ins Ziel zu bringen. Dabei sollte, trotz der nicht unbeträchtlichen Steigung, so wenig verplempert werden wie möglich. Denn im Ziel stand das Schiedsgericht, dort wurden beide Becherinhalte vermessen und für jede verschütteten 10 Milliliter Wasser, wurde dem Fahrer eine Sekunde auf die gestoppte Fahrzeit draufgeschlagen. So ist es den öfteren passiert, das der langsamere Fahrer, wenn er einen volleren Becher mit nach oben brachte, dennoch in die nächste KO-Runde kam.

Es entbrannten teils hautenge Zweikämpfe, bei denen erst der Messkolben über Sieg oder Niederlage entscheid. Zwei Rekorde beim Wassertragen konnten dabei notiert werden: Boom brachte den sagenhaften Bodensatz von 44ml mit ins Ziel, ihm war die rote Laterne sicher. Rob konnte in der zweiten Rennrunde 194ml mit nach oben retten, auch wenn ihm das nicht viel weiterhalf, da er die 10 Sekunden Rückstand auf J-Coop dadurch nicht wettzumachen in der Lage war.
Hier zeigte sich auch ein strategischer Unterschied, der in einem Satz simpel zusammengefasst werden kann: Ein Mann nimmt nicht in den Mund, er nimmt in die Hand!

Es stellte sich die Frage nach dem besten Bechertransport in dem steilen Anstieg; ein leerer Becher im Ziel hätte die direkte Disqualifizierung bedeutet. Die meisten klemmten sich den Becher zwischen die Zähne, was im Wiegetritt aber zu hohen Wasserverlusten führte. Mit dem Becher in der Hand musste man zwar einhändig und im sitzen bergaufochsen, konnte das Gefäß aber sicher führen. Letzteres kristallisierte sich im Laufe des Rennens als besser haraus, das beste aber waren auch dieses Jahr die Oberschenkel von J-Coop.

Das Finale verlor Mitstreiter, in den Halbfinals schieden Konie und Icke aus. Konie und Mitstreiter dürfen sich im Übrigen seit diesem jenem Abend zum erlauchten Kreis des Eisenschweinkaders zählen.
Da die gesamte Rennstrecke einsehbar war, bot der Zielbereich ein unterhaltsames Plätzchen an diesem lauen Spätoktoberabend. Bei Bier und Radler wurden die Starter angefeuert und die Ergebnisse des Messkolbens gefeiert. Ein äußerst spassiger Einstand für den KSGC des Winters 2011/2012. Wir hoffen auf ebenso zahlreiche Beteilgung bei den kommenden Parkrennen. Genesungswünsche gehen noch an Garminschorsch, der sich in Runde zwei auf der dunklen Abfahrt filmreich vom Rad katapulierte und die Schulter ledierte.

Im Anschluss ging es zum bierseeligen Teil des Abends über. Bei Boulette und Pils ging es in dem heimeligen Rund der Kleingartenkoloniegaststätte hoch her. Nicht nur, dass es zu den erwähnten zwei Neuaufnahmen kam, Staub und Boom hätten sich beinahe um ihre Mitgliedschaften im Kader gewürfelt und hatten sich das verdiente Trikot schon vom Körper gerissen, ehe ein Veto eingelegt wurde. Das Bier floss reichlich und die wahrscheinlich größtenteils sinnentleerten Inhalte der Gespräche können glücklicherweise aufgrund mangelnder Erinnerung nicht wiedergegeben werden. So nahm ein schöner und ereignisreicher Abend sein Ende. Und der Prolog hat bewiesen, woran es jedes Jahr beim herbstlichen Wetter schwer fällt zu glauben: Der KSGC lebt! Auf die Wintersaison in den Berliner Parks!

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10 Antworten auf “[KSGC 2011/12] Der Prolog”


  • Ein Mann nimmt nicht in den Mund, er nimmt in die Hand! Großartig!

  • Das war wirklich ein würdiger Prolog für den alten Störtebeker!

    „…Das Bier floss reichlich und die wahrscheinlich größtenteils sinnentleerten Inhalte der Gespräche können glücklicherweise aufgrund mangelnder Erinnerung nicht wiedergegeben werden…“ Das kann ich so unterschreiben.

  • Sehr sehr schöner Bericht!

  • Wahrlich ein großer Abend. Auch wenn ich nur durch unlaute Mittel frühzeitig ausschied, war es ein Heidenspaß. Die Schrebergartenkoloniekaschemme ist der perfekte Ort für derart denkwürdige Zusammenkünfte.

    Mir blieben noch 3 Höhenlichter hängen:
    Staub will unbedingt nach Belgien, egal warum.
    Ampels Mission, die Welt zum Twentyninertum zu bekehren, hätte mich um ein Haar überzeugt.
    Das dritte fällt mir nicht mehr ein. Prost!

  • @acke: jetzt moser mal nicht rum- wer sich heimlich zwei becher gleichzeitig zur besseren stabilisierung gönnt und damit die erste runde mehr als wacklig übersteht, muss sich über „unlaute Mittel“ nicht beschweren :)
    aber gönnerhaft biete ich ein „sei´s drum !“ an- die nächste runde kommt bestimmt ohne wasserbecher-gedöns aus ;)

  • Herrliche Bilder, schöne Sache,

    genau dafür haben unsere Ahnen diese Warften in die Berliner See gekippt.

  • Mir fällt noch ein:
    „Konni wüfel mal ’ne 21, dann bist drin!“

    Oggl oggl oggl Klopp

    „21!!!!!!!!!!!!!!“

  • „Oggl oggl oggl Klopp“

    ich fall vom stuhl! :D

  • Markus und ich waren das erste Mal dabei, es hat uns richtig gut gefallen, wir freuen uns schon auf die nächsten Läufe. Ein schöner Bericht.

  • Diese Perle der ESK-Berichterstattung habe ich ja jetzt erst gesehen! Herrlich, danke Robsen!

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