Abdul und der Strom des Weisen

¡Hola!

Jetzt wo ich endlich ein Internet Cafe mit vernuenftiger Uebertragungsgeschwindigkeit gefunden habe komme ich mal dazu mich bei Euch zu melden.

Eigentlich ist alles anders als ich es mir in meinen kuehnsten Traeumen vorgestellt habe. Sei es im Positiven (Leute und Landschaft) als auch im Negativen (Armut und Umweltverschmutzung), aber definitiv ist diese Zeit hier eine der bisher schoensten und erlebnisreichsten in meinem Leben.

Meine Ankunft in Guatemala: Mit ueber 2 Stunden Verspaetung landet mein Flieger aus Miami in Guatemala City. Es nieselt leicht und das Thermometer zeigt angenehme 25 Grad an. So richtig einladend wirkt der Flughafen nicht und er hat bestimmt schon bessere Zeiten erlebt, aber so ist das anscheinend ìn Guatemala. Durch die engen Gaenge geht es zur Passabfertigung. Der nette Grenzbeamte wuenscht mir einen schoenen Aufenthalt und dann beginnt das, was man als erstes in Guatemala lernt – warten. Hier laufen die Uhren eben etwas anders. Nach 1 1/2 Stunden kommt dann auch mein Rucksack auf dem Gepaeckband an. Grosse Hoffnung, dass der Fahrer, der mich abholen soll noch da ist mache ich mir nicht, aber mal schauen. Als ich die winzige Ankunftshalle verlasse sehe ich schon einen alten Mann mit einem Schild auf dem mein Name in einer etwas abgewandelten Form, naemlich „Jenz Brann“ steht. Mit einem alten Bus machen wir uns auf den Weg von Guatemala City ins 45 KM entfernte Antigua. Der gute Mann spricht leider kein Englisch – ich kaum Spanisch und so wird es eine recht ruhige Fahrt. Ab und zu zeigt er auf Gebaeude und erzaehlt irgendwas auf Spanisch. Ich denke mir ein „Si“ kann in diesen Faellen nie verkehrt sein und anscheinend ist er mit meinen Antworten zufrieden. Als wir in Antigua ankommen knoepft mir der Alte eine, wie ich im Nachhinein erfahren habe, unerhoerte Summe fuer die Fahrt ab.

Meine Unterkunft in Antigua ist wirklich klasse! Ein kleines sauberes Zimmer bei einer supernetten Familie, die in dem Haus mit 3. Generationen wohnt. Nachdem ich ueber 24 Stunden unterwegs bin ist mir nach einer Dusche. Nicht nur, dass das benutzte Toilettenpapier hier in den Muelleiner geworfen wird, nein auch bei den Duschen gibt es einige Besonderheiten. Als ich unter der Dusche stehe wecken sofort die beiden Kabel, die aus der Wand kommen, sich an der Halterung entlangschlengeln und dann im Duschkopf verschwinden meine Neugierde.

Vielleicht haette ich aber erstmal zuende duschen sollen, bevor ich den Duschkopf untersuche rolleyes Auf jeden Fall zweibelt der Stromschlag ordentlich in der Hand. Zum Glueck sind es ja nur 110 Volt grin. Trotz dieser AnSPANNUNG kann ich aber ganz gut schlafen und mich am naechsten Morgen zeitig aufmachen um Antigua zu erkunden.

Antigua liegt auf einer Hoehe von 1530 Metern und hat eigentlich das ganze Jahr ueber angenehme fruehlingshafte Temperaturen. Umgeben von 3 Vulkanen herrscht hier eine ganz besondere Atmosphaere.

Neben den Guatemalteken gibt es hier viele Sprachschueler und Aussteiger, so dass sich ein buntes Voelkchen von ca. 30 000 Menschen in der Stadt versammelt hat. Die Orientierung in der Stadt ist relativ einfach da sich alles um den Parque Central versammelt und die Strassen gitternetzartig verlaufen. Die Sehenswuedigkeiten in Antigua bestehen fast ausschliesslich aus mehr oder weniger gut erhaltenen kirchlichen Gebaeuden.

Einen tollen Blick auf die Stadt und den groessten der drei Vulkane hat man vom Cerro de la Cruz. Auf Anraten meiner Vermieter habe ich den Ausflug mit der ueberall praesenten Touristen Polizei unternommen, da es hier wohl regelmaessig zu Ueberfaellen kommt. Der Ausblick ist wirklich traumhaft.

So dass war es erstmal von mir. Beim naechsten Mal berichte ich etwas ueber das unvergessliche Erlebnis den noch aktiven Vulkan Pacayan zu erklimmen.

Adios!

Ampel

2 Antworten auf “Abdul und der Strom des Weisen”


  • Ja so kommt also da das warme Wasser aus der Wand! Das ist eine schöne Erzählung der ersten Begegnung mit der etwas entspannteren Art und erinnert mich daran, wie ungläubig ich beim ersten Kontakt auf die vielen Kabel die manchmal auch Kreuz und Quer herumhängen, gestarrt hatte.
    Viel Spaß noch, STW

  • willkommen in der fremde. vielen dank das du uns teilhaben lässt an deinen erlebnissen. bewanderst du auch den ein oder anderen vulkan?

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