Ueber Argentinien im Schnelldurchlauf und eine nicht zweifelfreie Ankunft in Bolivien

Wer haette gedacht, dass es so schnell geht: ein Jahr und drei Tage nach meiner Rueckkehr am 14.9.2005 bin ich wieder nach Suedamerika aufgebrochen. Der Grund fuer meine diesjaehrige Reise ist wieder einmal studienbedingter Natur: in Tarija / Suedbolivien, werde ich, so denn alles gut geht, Feldaufnahmen fuer meine Diplomarbeit machen. Doch zunaechst fuehrte mich der Weg von Berlin-Tegel nach Buenos Aires.

Nach Buenos Aires zu fliegen ist naemlich eine der preiswertesten Moeglichkeiten, um in die Ecke Suedamerikas zu kommen, in die ich wollte. Ausserdem hat es den netten Nebeneffekt, nochmal in eine der, wie ich finde, attraktivsten Staedte einzutauchen.
Um vom Flughafen in die Innenstadt zu gelangen, kann man sich fuer um die 40-50 Pesos ein Taxi nehmen, man kann aber, nach einiger Suche, auch einfach den 86er Bus nehmen. Dieser kostet nur 1,30 und man bekommt im montagmorgendlichen Berufsverkehr schon ein guten Eindruck von der Groesse und Atmosphaere der Stadt. Keine Ahnung wie lange die Fahrt ins Zentrum gedauert hat, anderthalb Stunden vielleicht, dafuer war sie um Laengen unterhaltsamer als ne Taxifahrt.

Am 18. und 19, habe ich mich zunaechst damit beschaeftigt, wie ich aus Buenos Aires wieder wegkomme. Eine doofe Taetigkeit, wenn man da am liebsten garnicht wegwuerde. Nun, ich hab mir das Busticket in Richtung Bolivien gekauft und versucht, mein Flugticket von Mitte Dezember auf Anfang Januar umzubruchen – lezteres war, gelinde gesagt, grosse Schei¿e. Einzig freies Datum fuer einen so spaet wie moeglichen Rueckflug 19.12.! Und das, wo ich doch wenigstens Weihnachten und meinen Geburtstag mal im warmen Sommer verbringen wollte. Na vielleicht klappts ja auch kurzfrsitig noch.
Neben soviel belanglosem Geschwafel hier mal ein paar Bilderchen:


Muellsammler in der Innenstadt (Avenida de Mayo). Trennen und Recyceln auf argentinisch.


Das alte Rathaus an der Plaza de Mayo


Hundeauslaufzone naehe Plaza San Martin. Da kann man wohl seine Hunde lassen, wenn gerade unterwegs ist.

Am Nachmittag des zweiten Tages hab ich dann noch den Joern aus Berlin getroffen – is`n alter Kindergartenkumpel und hat mit mir an der GHS Abi gemacht. War sehr schick, Bier im Botanischen Garten, Bier in Palermo und schon war der Tag rum. Gab ne Menge zu erzaehlen. Abends gings dann mit noch ein paar anderen Leuten in ein Steakhaus. Ich waere ja am liebsten dort geblieben – ehrlichgesagt habe ich wirklich kurz ueberlegt. Der Joern zieht mit zwei Leuten in ein paar Tagen in eine eigene WG im 14. Stock eines Hochhauses direkt am Kongressgebaeude im Stadtzentrum – und ein kleines, viertes Zimmer waer noch frei. Drei Monate Party in Buenos Aires haetten auch was fuer sich… Na ich hab das Ideechen dann doch verworfen.

Denn das Ticket war schon gekauft und ich habe ja auch was wichtiges vor hier unten. Am naechsten Morgen ging es per 24h-Busfahrt nach Oran im Norden Argentiniens. Der weitere Weg nach Bolivien rein war erstaunlich umkomplziert und fix, immer war ein Bus zur Stelle. Von Oran nach Aguas Blancas, dort mit dem Boetchen uebern den Rio Bermejo und nochmal gut 4h mit dem Bus bis nach Tarija – na ich kannte die Strecke ja schon vom letzten Jahr.

Nun bin ich am Bestimmungsort, aber irgendwie ist mir meine Motivation fuer die Arbeit abhanden gekommen. Ich bin gerade nicht in der Stimmung, mich mit all den Aufgaben, Verantwortungen und Schwierigkeiten herumzuschlagen. Mal wieder wuerde ich gerne den einfachen Weg gehen, aber dann haette ich wohl groessere Probleme (Hallo Eltern). Also muss ich mich mal zusammenreissen, Leute. Naechste, speatenstens uebernaechste Woche bin ich schlauer was arbeitstechnisch so abgehen wird.
Hier in Tarija sind es uebrigens tagsueber schon angenehme 32-35ºC unter subtropischer Sonne – und gestern war gerademal Fruehlingsanfang. Da kann ich mich noch auf einiges gefasst machen. Na ich werd mal auf die Strasse schauen, ob ich da irgendwo eine Schippe Motivation finde.

9 Antworten auf “Ueber Argentinien im Schnelldurchlauf und eine nicht zweifelfreie Ankunft in Bolivien”


  • heejjj rob,
    jaaa, die motivation!!! wollte ich doch tatsächlich heute zu hause bleiben,… doch in droevendaal bleibt man nicht lang allein, schnell sind zwei flaschen wein alle und ich schwanke zu bett. morgen aber: da ist statistiktag!!! bestimmt! oder? es soll schönes wetter werden! der letzte tag schönes wetter vielleicht,… doch zum see also, oder die äpfel aufsammeln und apfelmus machen! …. ich wünsch dir allet jute und motivation et COURAGE!!! oke, und noch die portion weisheit für den tag: „never deny the power of a small group of comitted individuals to change the world! Indeed that is the only thing that ever has!“ yuripaduri

  • hallo rob,
    wieder bin ich auf deine geschichten aus der wieten welt gespannt, der anfang lässt einiges erwarten. motivation solltest du haben, denn wenn du deine vorgenommene arbeit verrichtest winkt ja auch eine belohnung :-) also rann an die aufgaben.

    grüße

  • Rob, reiß dich mal zusammen! Den Arsch zusammen gekniffen und durch da, aber zack, zack. Du kannst dem ESK und deinen Eltern nicht ewig auf der Tasche liegen, schließlich musst du unsere und ihre Rente mal erarbeiten. Wenn du dir hier den täglichen Tritt in den Hintern abholen willst, dann bist du bei mir genau richtig!
    (Ich kann dich gut verstehen, ohne den täglichen Tritt würde ich heute noch Taxi fahren. Selbszmotivation bekommt auch gut auf dem Rad, hast du deine Gurke mitgenommen?)
    Ich wünsch dir viel Spass und maximale Erfolge.

    Ritzelflitzer

  • hi Rob, die Motivation wird zurück kommen mit dem Frühlingsbeginn.
    Ich freu mich schon auf weitere spannende Berichte :)

  • Rob! Bring die Sache jetzt zu Ende. Danach kannst Du Dich, sofern es Dich tatsächlich langweilt, was anderes machen. Außerdem gibt es bestimmt schlimmere Orte auf der Welt.

  • danke fuer die arschtritte, leute!

    hey yuriii, immernoch aufm trip, da drueben¿ aber ich vertrau mal deinem gewissen und das du weisst, was gut fuer dich ist. geniess die zeit und mach den unikram sogut es geht nebenbei ;) bekommst du schon alles auf einen zweig. ausser du stellst wieder alles in frage, dann bin ich schneller bei dir, um dir auf die fuesse zu treten als du denken magst ;)

    rob

  • Sach ma – wo bin ich hier denn?

    „…mich mit all den Aufgaben, Verantwortungen und Schwierigkeiten…rülpslabberdrämmelsabber“

    Rob, ich denke du willst da büschen wat Fotos machen? Wo wartet denn da bitte die Verantwortung? Wo denn schon die Aufgabe und erstrecht – welche Schwierigkeit denn bitte? Mann, geht raus, zück die Knipse und zackzackzack hast du drei Feldaufnahmen. Da ist doch Feld bis zum abwinken?

    Die Studenten, die bekommen ja schon nen Schein fürs Imatrikulieren. Ist ja auch son Hammerevent. Ich meine – aufstehen, hinlatschen, „ja“-sagen, etc pp undsoweiter. Hölle! Ich brech zusammen, wenn ich dran denke, wie hart das war. Viel Glück bei der Arbeit und – prösterchen… menis

  • Arschtritte und so, wie seid Ihr denn drauf? Ich dachte, hier wird nur hart radgefahren, nicht hart gearbeitet. Wo kommen wir denn da hin!

    Mensch, Rob, mach‘ Dir ’nen schönen Lens, geniesse die Zeit, trinke viel Bier und erzähle uns was über Bolivien, Chillies, südamerikanische Frauen und Männer und das Leben als solches. Dann knallst Du Deinen Diplomarbeitskram in 3 Tagen durch unter dem Einfluss stark coffein-haltiger Getränke oder was auch immer Dich wachhält und weiter geht’s mit dem Studieren des Lebens. Lass‘ Dir von denen hier nichts erzählen.

  • Also irgendwie hab ich gerade ein „déjà-lu“..;-). Hab von Marianne erfahren, dass du wieder nach Tarija gehst…und jetzt bist du schon dort.
    Hast du schon ein paar alte Bekannte (Ramiro, Mariam?) getroffen? Wird freitags immer noch eifrig „Squash-Volleyball“ mit den Kollegen gespielt;-)? Schon ins „Vertigo“ verirrt;-)?
    Bin echt gespannt auf deine Berichte.
    Besitos para todos! Inga

    P.S.: Falls dich in den drei Monaten der Tarija-Koller packen sollte, kannst du ja meine Schwester in Ecuador besuchen;-) (sie fliegt nächste Woche, auch für drei Monate).

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