Mein eigentlicher Plan sah einen frostigen Spreewald vor. Die langfristige Wetterprognose gab dazu Anlaß, doch mit jedem Tag, mit die Tour näher kam, sollten die Temperaturen höher und der Niederschlag stärker werden. Findet man aber bei 25°C und Sonnenschein kaum Mitfahrer, so lassen Aussichten auf epische Abenteurer bei widrigsten Bedingungen so Manchen mit den Füßen scharren. Statt des frostigen Spreewaldes wurde die matschige Umgebung von Königs Wusterhausen als Ziel auserkoren und Rennschnecke als Reiseleiterin verpflichtet. ‘Spreewaldtour’ weiterlesen …
Samstagmittag, die Sonne scheint über dem Tempelhofer Flugfeld, ein kalter Wind weht ungehindert über das weite Gras. Zwei Dutzend Radfahrer prügeln ihre Räder um den Rennkurs, während Stelzenacker, von der Härte des Rennens und der Schwächung durch die zurückliegende Krankheit, die Hände vorm Gesicht seinen Kopf stützend abseits sitzt. Entkräftet und enttäuscht. Was er in diesem Moment, in dem das Rennen noch läuft, nicht weiß, ist, dass dieser dritte Lauf des legendären Klaus-Störtebeker-Gedächtniscups im Januar 2012 Erschreckendes zutage treten lässt, was keiner in diesem ehrlichen Kampf Mann gegen Mann für möglich gehalten hätte. Sportbetrug beim KSGC! Geheime Absprachen, Intrigen, Hinterlist bei einem Radrennen, für das Fairness, Sportsgeist und unverkrampfte Freude am Wettstreit einst ein hohes Gut und Synonym zugleich war. Mit journalistischem Ehrgeiz und im Sinne der Wahrheit will dieser Artikel versuchen, offenzulegen, was anscheinend keiner wahrhaben will. ‘Sportbetrug beim KSGC’ weiterlesen …
Bericht vom Teilnehmer mit der weitesten Anreise Janibal (dafür sollte er auch mal einen Preis bekommen):
Wir schreiben den 14. Januar 1392 und wieder Ehren wir unsere Helden, die da draußen gegen die Macht des Geldes kämpfen.

’3. Lauf Klaus Störtebeker Gedächtnis Cup (KSGC) 2011/2012 in Berlin-Tempelhof’ weiterlesen …
Das neue Jahr will begrüßt werden. Der Winter will nicht kommen. So kann
der Kaperzug des „Roten Teufel“ weitergehen. Die Schwerter sind geschärft,
der Wind steht günstig. Kommt alle und lasst uns die Kräfte mit den
Gezeiten messen, zur Ehre von Gottes Freund und aller Welt Feind. ’3.Lauf KSGC: Das Flugfeld’ weiterlesen …
Unterm Baum lag für mich ein Buch von Robert Penn “Das Glück auf zwei Rädern”. Eine angenehm zu lesende Dokumentation eines Engländers, der sich sein Traumrad bauen lassen möchte.

Zum Buch entstand auch eine filmische Dokumentation, die auf dem Weg zu mir ist und hoffentlich demnächst in der Cikago Bude einen Filmabend abrundet.
„Wenn Sie auf dem Fahrrad jemals das Gefühl der Ehrfurcht oder Freiheit empfunden haben; wenn Sie jemals versucht haben, ihren Problemen einfach davonzuradeln oder gemerkt haben, wie ihr Optimismus zurückkam, als Sie mit Schweiß auf der Stirn eine Steigung hinauffuhren; wenn Sie sich, als Sie wie ein Vogel einen langen Hügel hintersausten, jemals gefragt haben, ob die Welt gerade stillsteht; wenn Sie auch nur ein Mal auf einem Rad saßen und Ihr Herz zu singen begann und der Himmel sich auftat – dann teilen wir etwas Elementares. Wir wissen vom Glück auf zwei Rädern.“
Unverhofft und im allerletzten Augenblick habe ich es doch noch geschafft und bin ein wenig auf dem Rennsteig unterwegs gewesen. Am 30.12.11 ergab sich die Gelegenheit, welche unverzüglich und rücksichtslos genutzt wurde. Es traf sich dabei, das ich dabei den ersten und vorerst einzigen Schneetag in diesem Teil Thüringens, in diesem Winter erwischte. Bereits 48 Stunden später habe ich mir auf genau diesen Wegen das Eiswasser um die Ohren gespritzt. Aber wie schon gesagt, am 30. war die Welt dort oben in Ordnung, was bedeutet: Ruhig und menschenleer.
Bei Schlegel ‘Rennsteig…’ weiterlesen …
Moarkus, der Motor der Karlshorster Zelle des ESK, hatte Geburtstag. Da er schon (fast) alles hat und er nach eigener Aussage: „ich kenne die Müggelberge, die Kranichsberge sowie die beiden mächtigen Flusstäler der Wuhle und der Erpe“ kaum etwas von der Weite vor den Toren Berlins ahnt, bot es sich an, eine Tour im klassischen Stil zusammenzustellen. Start war in Karlshorst und in Richtung Osten sollte es gehen. Dort liegt irgendwo Frankfurt an der Oder.
‘Nach Osten…’ weiterlesen …
Vor nunmehr 6 Jahren kauften sich zwei (damals) junge Männer unabhängig von einander fast identische Räder und lernten sich kurze Zeit später kennen. Viele Stunden verbrachten sie gemeinsam auf dem Rad, ferne Gegenden bereisten sie, dem Gegenwind trotzend. Über die Jahre veränderten sich die die häuslichen Gemeinschaften durch Zuwachs, so daß die gemeinsamen Stunden weniger wurden. Doch ab un dzu muß es sein.
Und so auch am vierten Advent. Ein Anruf bei Schosse, die Abfahrt wird auf 8:30 terminiert, Pünktlichkeit ist eine Zier, los gehts. Die Wege sind voller Pfützen, das Geläuf ist tief, die Temperatur wohl für die Jahreszeit zu mild, die Stimmung bestens. Dazu noch die erste Fahrt mit dem neuen Bock im Gelände, herrlich. Über Summt und Gorinsee wieder nach Pankow, den Frauen wurde die Heimkehr für 12:00 mittags versprochen. Doch wir sind schon früher da, und so bleibt noch Zeit für eine Molle in der Weinstube.
Ach wie herrlich ist die Stätte der Gastlichkeit, eine Zeitreise in die Wochenenden unserer Väter und Großväter. Die Schankstube ist voller Menschen, Männer und Frauen. An mehreren Tischen wird Skat gespielt, kalte Spirituosen fließen ölig in befrorene Gläser. Der Dunst von kaltem und neuen Tabakrauch schwängert die Luft, der Oldiesender reicht dazu die passenden Weihnachtslieder. Blubbernd steigt der Husten aus geteerten Lungen von Menschen, die seit einem halben Jahrhundert rauchen. Daheim würde ich nicht erklären müssen, daß ich in der Kneipe war, man würde es sofort und unmißverständlich riechen. Und keine Spur von Brunch, Teelichtern oder Kaffeespezialitäten mit unaussprechlichen Namen. Nach 3 Runden Bier rückt die Mittagszeit näher, “Neun sechzig, bitte!” “Für jeden?” fragt Schosse ungläubig. “Für allet.” kommt die Antwort.
Fazit: Radfahrn wird überbewertet, Frühschoppen ist eine grandiose Erfindung, die leider immer mehr in Vergessenheit gerät.
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Freitagabend, Didi A. Senftenberg braucht eine Inspiration. Nachdem er die gesamten Tapeten und auch die Makulatur im PräpelEck abgerissen hat, nimmt er noch ein letztes Bier von Bine -die sich in den Feierabend verabschiedet- und geht mit einem Gruß in die Nacht hinaus. Die Glocken leuten gerade, es ist 18:00. Da der Durst noch nicht gestillt ist, wird dem “Zu uns bei Carmen und Frank” in der Soldiner Strasse ein Besuch abgestattet.
’1000 Meter ab PräpelEck’ weiterlesen …
Vor ein paar Wochen lief mir Twobeers, außerhalb von HFS, im World Wide Web über den Weg. Ein unbezwingbarer Drang zur Kontaktaufnahme überfiel mich. So gingen ein paar kurze PN’s und Mails hin und her und, wie konnte es anders sein, es kam die Frage ob ich denn nun zum Störtebeker Cup komme. Meine Reaktion: Er möge mal zu einer derben Crosstour einladen, dann können wir gerne über eine Reise nach Berlin reden. Und die Einladung kam postwendend: “Am 1.12. macht der ESK eine Tour von 100km. Wenn Du lange bei Kälte durchs Gelände fahren möchtest und keine Angst vor dem Klappspaten zeigst, dann bist Du bei uns richtig.” Der erste Dezember? Das ist ein Donnerstag. Da hat sich Twobeers wohl vertan? Nein, hat er nicht denn: “Am ersten Dezember habe ich Geburtstag. Also gibts eine lange Tour und danach ein gemütliches Beisammensein (mit zwei Bier).”
So kamen wir zu einer Geburtstagseinladung wie es sich ein Radsportler nicht besser wünschen kann. ‘Geburtstagscross Berlin (Bericht von Anneke)’ weiterlesen …
Parkaue
Die rote Kuh wurde gerade wieder flott gemacht. Von den Planken schrubbten die Jungmänner das Blut des letzten Kampfes. Überall im Land hatte sich die Kunde verbreitet, dass Klaus den Kaperbrief in den Händen hielt, um zusammen mit seinen Likedeelern neues Unheil zu verbreiten.
Wer traut sich mit dem alten Klaus auf große Kaperfahrt zu gehen?
Treffpunkt: Samstag, 10.12 um 12:30 Uhr in der Parkaue (Lichtenberg)
![EISENSCHWEINKADER | [KSCG 2011/12] Der 2. Lauf – Parkaue d70 00 0018 3142 | abgelegt unter news EISENSCHWEINKADER | [KSCG 2011/12] Der 2. Lauf – Parkaue d70 00 0018 3142 [KSCG 2011/12] Der 2. Lauf – Parkaue](http://www.stoertebeker-cup.de/gallery/d/1290-3/d70_00_0018_3142.jpg)
Und nicht vergessen: weren Godes vrende unde al der werlt vyande
Im ersten Lauf des Störtebeker-Cups dieser Saison gab es sogleich eine Parknovize. Der hügelige Fritz-Schloss-Park im Wedding wurde unter die Stollen genommen. Der schnelle und abwechslungsreiche Kurs wartete mit vier Anstiegen auf, einer davon musste über eine Treppe zu Fuß erklommen werden. Der Kurs wurde noch entschleunigt, doch die Formel1-echte Bauzaun-Schikane kurz nach dem Start wurde Konie zum Verhängnis. Er kämpfte noch tapfer, musste das Rennen aber aussichtsreich positioniert aufgeben. Es gab einen – überraschend lediglich was den souveränen Vorsprung angeht – klaren Sieger. Doch lassen wir den Ersten dieses Laufes, Ackebua, selber zu Wort kommen:
‘[KSCG 2011/12] Der Bericht zum 1. Lauf’ weiterlesen …
Der Fritz-Schloß-Park
“Wo haben die Scheißkerle nur den Zaster versteckt!”, sticht es in seinem Kopf, als er durch das Grün streift. Nach dem Besuch seiner ‘Freunde’ in der nahen, öffentlichen Kerkeranstalt weiß der alte Klaus genau, wo er zu suchen hat, um versteckte Schätze zu heben.
Die, die meinen, ohne Becher könnten sie Klaus eher ein Schnippen schlagen, sollen kommen:
Treffpunkt: am Samstag, 12.11., 12:30 Uhr.
Anhöhe mit Denkmal im Fritz-Schloß-Park.
Anfang November, die Sonne lacht. Der Crosser zieht seine Spur durch die Hohbrechtsfelder Umgebung. Die Kette läuft unruhig -wie in den letzten Tag öfters- auf dem großen Kettenblatt. Bei einem nötigen Stopp an einer zu überquerenden Straße schaue ich mir die Sache mal näher an und stelle fest, das nicht etwa das Kettenblatt verbogen ist, sondern 2 Kettenblattschrauben fehlen. Naja, offensichtlich schon seit ein paar Tagen, das hat bisher nicht sonderlich gestört, ich wollte schon das Innenlager wegen der Geräusche wechseln.
Hinter Lobetal klönkert etwas am Rahmen und ich sehen eine weitere Kettenblattschraube entschwinden. Vorsichtig, ganz vorsichtig auf der kleinstmöglichen Übersetzung rolle ich langsam gen Bernau. Im tiefen Sand und an den wenigen Anstiegen schiebe ich lieber, ächzt der Antrieb doch gewaltig. Der Bahnhof wird sicher erreicht und daheim werden stabile Stahlschrauben verbaut…
Der Prolog, so hat es sich nunmehr eingebürgert, stellt die Einführung in die allwinterliche Parkrennserie, den Klaus-Störtebeker-Gedächtnis-Cup, dar. Und wie immer soll es das Rennen der etwas anderen Art sein. Zum dritten Mal hintereinander hat der ESK dazu nach Sonnenuntergang in den Volkspark Prenzlauer Berg geladen. Zu den insgesamt 26 Teilnehmern gesellten sich etliche Zuschauer. Und der Rundkurs, welcher Mann gegen Mann gefahren werden musste, war mittels Twobeers stimmgewichtige Kehle leicht erklärt. Von der Anhöhe auf der Wiese bergab und auf dem Teerweg wieder hinauf. Da das aber viel zu einfach gewesen wäre und wir den ganz Schnellen etwas Wind aus den Segeln nehmen wollten, wurde der Modus durch eine kleine aber ungewöhnliche Regel ergänzt. Dass das die schnellen Leute nicht wirklich bremste, nahmen alle Teilnehmer applaudierend in Kauf. ‘[KSGC 2011/12] Der Prolog’ weiterlesen …
Mannlüd! De lesde Sömmertied hett die Likedeeler bannig verminnert. Mennig Bestlüd wern op de See umkamen, mennig hett de Sük, mennig Lüd wern biärlich. Awer de leewe Häärgott hett uns een Updrag geven, dat wie in de Wintertied uns allwedders berabbeln sülln to ne neuwe Kru.
Alsdenn sök ick vosse Keerls, wo n Püsterich nümmer wechweihn taut un leifig mutt he sün un nech so’n tapperich Unnussel un he mutt Dusel hebben.
Nu frach ick inn Rund: Biste danne genooch for miene neuwe Kru? Denn kümm to n Berch anne Oderbrookstraat op’n lesden Fredag in Oktobermaant. Bring dien Fietzen met un wenn de um Klock söss da weerst, denn schall wie uns bekieken.

Um zu verdeutlichen, daß die von mir geschilderten Erlebnisse nicht frei erfunden wurden die Massen zu unterhalten, hier der Beweis für mein Befinden am Morgen (meine Mitfahrer sahen ähnlich aus).
Twobeers
Das Eisenschweinkraftwerk auf dem Weg nach Berlin oder die Geschichte vom Hase und Igel…
Es lohnt sich zunächst die Geschichte von Twobeers zu lesen! ‘Boing – Boom – Tschak!’ weiterlesen …
“Sach mal, tut das Not, daß das Rad hier so rumoxidiert?”
“Wieso?”
“Alter, wenn du das weiter so hängen läßt, holst du dir noch Karbongwürmer!”
“Haste nen Plan?”
“Nee, dafür aber auch kein Konzept.”
“Laß uns mal nach Hamburch fahrn und richtich abschädeln!”
“Au ja!” ‘Hamburg -Berlin 2011 “Kein Plan oder was?”’ weiterlesen …
Egregio Signore, Gentile Signora, sehr geehrte Damen und Herren, hier nun Teil 2 unserer L’Eroica Sonderberichterstattung über den furiosen Auftritt der Squadra Berlinese. Das Telefoninterview mit einem Fahrer, genannt der Reiseleiter oder in Fachkreisen auch Il Albero di Alluminio, führte für Sie Andrea Maria Cruciborgo.
AMC: Bon Giorno Signore
AdA: Tach!
AMC: Wie geht es Ihnen?
AdA: Ein wenig malade, feindliche Elemente schleusten Viren in meinen gezeichneten Körper und schreckten nicht davor zurück, meine Tochter als Träger zu nutzen.
AMC: Man hört ja zur Zeit viel über ihre furchteinflößende Equipe, leider kann ich den Namen nicht aussprechen, ihr Tedescis parliert gar zungenbrecherisch.
AdA: Der ESK? In italienisch würde man Squadra Maiale Ferro sagen, haha SMF, nee das klingt nicht gut.
AMC: Es wird ja viel geredet im Radsport, über ihre Squadra hört man Gerüchte über geheimnisvolle Hilfsmittel, ein “Starterpaket” wird erwähnt. was sagen Sie dazu?
AdA: Hilfsmittel? Geheimnisvoll? Schultheiss, Brot und Training. Das ist das Erfolgsrezept.
‘IRN exclusiv – L’Eroica 2011 – die Interviews Teil 2: Il Albero di Alluminio’ weiterlesen …
IRN Berlin auch 2011 wieder investigativ für Sie bei der L’Eroica unterwegs. Der Reporter Klaus-Dieter Mörtel führt ein Interview mit einem noch unbekannten Fahrer der Equipe “ESK”.
IRN Berlin: Guten Tag, von ihren Radsportkollegen werden Sie nur der “Behaarte” und von den italienischen Gazetten hört man nur “Il Diamante della Strada”, verraten Sie uns doch bitte erstmal ihren richtigen Namen.
d.B.: Das kann ich nicht!
IRN: Wieso nicht, haben Sie Angst vor Gläubigern oder haben Sie noch ausstehende Alimente für uneheliche Kinder?

d.B.: Blödsinn, ich habe nur Angst nicht wieder ins Kollektiv eingegliedert zu werden, da ich mich unerlaubt im kapitalistischen Ausland aufhalte, aber nennen Sie mich meinetwegen Gustav Eckstein.
Eriberto Smonzetti – IRN Rom
An diesem sommerlichen Herbstwochenende sollte wieder die internationale Radsportelite auf die staubigen Pisten der Toscana gehen. Zahlreiche Weltmeistertrikots schmücken das Fahrerfeld, doch eine Gruppe stach schon beim Einschreiben am Vortag aus der bunten Masse.
‘L’Eroica 2011′ weiterlesen …
Freitag
Der Chronist des Tages zwei unserer kleinen Genussreise erwähnte zum Ende des Berichtes etwas von Absackern, Dorfkneipe und eigener Geschichte. Fürwahr, eine solche ließe sich hier erzählen. Allerdings verschwinden bedeutende Teile des Erlebten im Nebel von Rotwein und Grappa des Kneipenbesitzers „K’chlaus“, welcher sich 1-2 x in der Woche mit seinen Gästen betrinkt. (Man versuche das K’ch auszusprechen, als ob man eine Gräte verschluckt hätte und diese nun aushusten möchte)
Da ich, in meiner neuen Position als Reiseleiter, mich auch für das leibliche Wohl der sich mir Anvertrauenden zuständig fühlte, brach ich zu fortgeschrittener Stunde mit einem Einheimischen Namens „Putti der Hirte“ auf, um einen „K’chas“ zu holen. Mit diesem Herren unterhielt ich mich schon eine Weile und verstand, im Gegensatz zu den Mitreisenden, ungefähr 50% des von Putti gesprochenen Wortes. Der Mann lebt im Sommer auf der Alm, versorgt und melkt die „Viacher“ und macht dort oben einen Rohmilch-“K’chas“. Um an diesen zu gelangen, nehme ich nicht abzuschätzende Gefahren auf mich und wanke mit Putti und seinem bauchnabelhohen Hütehund durch die Nacht. – Ja ich lebe noch! Außer dem Obulus für den, im übrigen vorzüglichen „K’chas“, musste ich keine weiteren Opfer erbringen. Einzig die mangelnde Fürsorge meiner Mitreisenden, welche sich nicht mehr im Lokal befanden, stimmte mich ein wenig nachdenklich. Diese trüben Gedanken wurden aber durch zwei weitere Grappa auf Kosten von K’chlaus beseitigt.
Boverhannes schreibt folgendes:
Alte Traditionen muß man pflegen, also den Zimmerkollegen geweckt und zur Morgendämmerung aus den Federn. Frische Luft , dem Städter nach unbekannten Düften riechend, kitzeln die Nase auf dem Weg zum Mittelpunkt des Ortes: der Marktplatz. Alte Häuser stehen im Rund um einen kleinen, plätschernden Brunnen. Auf der Stirnseite das Gotteshaus. Zentrum. Hier ist die historisch bedingte und gewachsene Macht zuhause.
Wir stehen an der Theke der Wirtschaft, genießen unseren Cafe doppio. Die zwei Damen jenseits des Tresens sind schon jetzt sehr beschäftigt, gestikulieren.Laute, für mich unverständliche Worte werden eher gerufen als gesprochen. Schön wenn man Urlaub hat und genießen kann.
`Das ist nicht fahrbar` . Der Blick, des von uns nach dem Weg gefragten Einheimischen mit Breitreifenrad, geht ungläubig entlang unserer schmal bereiften Stahlräder.
Mittwoch 4:00. Für mich keine ungewöhnliche Ziet, um den Tag zu beginnen, doch diesmal mußte viel Gepäck bewegt werden. Nach einem Frühstück wurde der Seesack geschultert und das Rad geschoben. Wie anstrengend! Mal versuchen zu fahren. Geht doch. Und schon nach 500m den Bahnhof erreicht, die Griffbänder des Seesackes sind unterm Sattel, die Schuhe in den Pedalriemen und fast ist die Reise schon wieder beendet. ‘L’Eroica 2011 – Tag 1′ weiterlesen …


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