Monatliches Archiv für März, 2014

Auf eine Gose nach Leipzig

7:50 Nordbahnhof. Die S-Bahn kann nicht fahren, Notarzteinsatz auf dem Gleis, die S-Bahn vorher haben Rifli und ich noch fahren sehen, als wir die Tickets kauften. Also per Rad nach Potsdamer Platz, dort wendet eine Bahn außerplanmäßig und wir erreichen pünktlich Buckower Chaussee.

Toni hat sich einen Krankenschein besorgt und ist damit entschuldigt, leider hat er auch den Routenplaner. So fahren wir auf die altmodische Art und Weise, ausgerüstet mit einer Karte vom ADAC 1:200.000. Wir finden die Nebenstraßen trotz des Nebels, vor der angekündigten Sonne und Wärme ist nichts zu spüren. ‚Auf eine Gose nach Leipzig‘ weiterlesen …

Wadenteddy im Wind

Da mir der Donnerstag für eine erste Sonnenrunde mit den Herren vergönnt blieb, war ich doch froh, mittels eines Kuhhandels mir doch wenigstens den Freitag für eine ausgiebige Schmalspurrunde bei frühsommerlichen Temperaturen zu verschaffen. Im Groben sollte es über Fürstenwalde die Spree entlang nach Beeskow und einem südlichen Schlenk über Münchehofe und Prieros zurück nach Berlin gehen.

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Auf ein Bierchen nach Torfhaus

Es ist Donnerstag, Markus und ich sitzen in einem Mietwagen mit der Robbe drauf und kurven durch Berlin. „Kommste morgen mit in den Harz, Mountainbiken? Schierke sagt 15°C und Sonnenschein.“ Ich überlege. Neeja, die Arbeit und überhaupt war mein Kopf an diesem Morgen noch wenig entscheidungsfähig. Markus bohrt zwei Stunden später nach. „Und, hast’es dir überlegt?“. „Hab‘ ich nicht, aber ja, lass uns fahren!“. Wir haben noch Frö überredet und so war Markusens privates Vierrad effizient gefüllt. Freitagmorgens um 0700 wurde die Karre beladen und ab ging’s auf die Autobahn. ‚Auf ein Bierchen nach Torfhaus‘ weiterlesen …

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Manche Tage sind nicht so gut….

5:00, der Wecker klingelt, beschwingt verlasse ich das Bett und freue mich auf einen Arbeitstag, der mich hoffentlich schnell zu einer sonnigen Feierabendrunde entläßt.

5:25, ich setze mich auf das Rad und bemerke ungewohntes, der hintere Reifen ist platt. Ist der gestern geflickte Schlauch also doch nicht richtig dicht, nicht weiter schlimm, nehme ich ein anderes Rad. Ab in den Keller, das Geländerad genommen, fahr ich heute nachmittag eben etwas im Grunewald. Auch bei diesem Rad ist etwas wenig Luft, normal bei Latexschläuchen. Ein paar hundert Meter bis zur Tankstelle, der Kompressor macht seinen Job, ich rolle zufrieden Richtung Werkbank.

5:50, ich werde durch einen lauten Knall aus meiner morgendlichen Meditation gerissen, gleichzeitig fängt das Hinterrad an zu poltern. Nicht weiter schlimm, das Hinterrad ausgebaut, ein Griff unter den Sattel, wo der Ersatzschlauch lagert. Lagern müßte, denn die Tasche mit dem Ersatzschlauch hängt am anderen Sattel (Ich wechsele Sattel und -stütze, wenn ich, wie vorgestern, mit Kinderanhänger unterwegs bin). Nicht weiter schlimm, denke ich, kaufst du in der Mittagspause bei der Fahrradapotheke um die Ecke eben einen überteuerten Schlauch und hast noch einen schönen Nachmittag.

6:05, ich erreiche schiebend den Berliner Hauptbahnhof, schlängele mich durch die umliegenden Baustellen, kaufe Tickets für mich und das Rad. In der nur 2 oder 3 Minuten verspäteten Bahn habe ich die Muße, das Hinterrad genauer in Augenschein zu nehmen. Der Mantel hat einen langen Schlitz an der Flanke, da hilft ein neuer Schlauch auch nicht weiter….

Insgesamt kein schöner Morgen, doch bin ich froh, nicht mit zerfetztem Reifen bei einem Nightride im Wald verscharrt zu werden.

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Der Ruf, der Respekt und die Routine

„Hey, auf der Krone wird gemunkelt, Du hättest über den Winter mehr Kilogramm als Kilometer gemacht. Cheers, Oleg“

Bamm, der Haken saß. Kam aus dem Nichts und hätte ich nicht gesessen, dann… doch so wackelte nur die nicht mehr zu übersehende Leibesfülle noch eine Weile nach. So weit ist es also schon gekommen? Du dienst mittlerweile nur noch als Randnotiz in der Rubrik „Panorama“ oder „Leute“ oder „Was macht eigentlich“, wenn der Zug der aktiven Sportler laut parlierend wie an jedem Wochenende ihre Runde dreht? Nichts ist geschwätziger als eine Gruppe bunt gekleideter Kerle auf Rennrädern bei Bummeltempo, kein Kaffeekränzchen betagter Damen kann da mithalten….

„8.März, wir fahren an die Ostsee, wer kommt mit?“ ist die nächste erhaltene Nachricht. Eine Gelegenheit, sich mal wieder bei bestem Wetter der jugendlichen Konkurrenz zu zeigen. Eine Taktik muß her. Weder kann der Diesel noch hoch genug drehen, noch reicht der Tankinhalt, um auf der gesamten Strecke Eindruck zu hinterlassen.

8. März, 6:20, die Straßenlaternen gehen aus. Von Gesundbrunnen geht es nach Oranienburg, wo insgesamt 17 Leute sich zum Startphoto aufreihen. Der routinierte alte Mann sieht wohlwollend die Hochprofiler, die Kunststoffrahmen, die ausgemergelten Leiber. Er weiß, Seitenwind auf der langen Strecke, die Kälte am Morgen, die Angst ums Material sind Trümpfe, die er ausspielen wird. Er selbst ist auf altem Stahl unterwegs, so kann jede Schwäche des Fahrers auf das nicht mehr zeitgemäße Material geschoben werden.

6:20 in Berlin
6:20 in Berlin

Zitternd vor Kälte macht sich der Zug auf den Weg, der alte Mann braucht keinen neumodischen Wegweiser, er ist die Strecke schon oft gefahren und setzt sich an die Spitze. Eine dicke Lage Bioprene schützt seinen Körper vor der morgendlichen Kühle, das vertraute Gefährt nimmt lautlos Geschwindigkeit auf. Bis Lychen würde er die Gruppe begleiten, für gute 2 Stunden sollte der Sprit reichen. Er zeigt sich oft im Wind, immer mit neuen Passmännern. Niemals bittet er darum, aus dem Wind gehen zu dürfen, stets überläßt er das den anderen.

Kurz vor Lychen zeigen sich erste Abnutzungserscheinungen, ein Mitfahrer ist unterzuckert oder fährt im Tunnel oder ist einfach unaufmerksam. Jedenfalls kommt es zu Unruhe und ein Sturz wird nur knapp vermieden. Die ersten 2 oder 3 Höhenmeter müssen überwunden werden, der Passmann bettelt mit Blick auf das Feld um Reduzierung der Geschwindigkeit, ein Lächeln huscht über das gefurchte Gesicht.

Lychen. Schosse und ich verabschieden uns von der Gruppe und wünschen ihnen eine gute Weiterfahrt, wir selbst genehmigen uns ein zweites Frühstück, bevor wir -geschoben vom Rückenwind- wieder gen Berlin fahren. Pünktlich zur angekündigten Stunde erreichen wir Oranienburg und genießen Ruhe, Sonne und Hefeweizen beim ehemaligen Fährmann am Grabowsee. Die Gruppe müßte mittlerweile in Anklam sein, wie wir später erfahren, gab es noch einen Zwischenfall.

Die ersten Mails trudeln über die Verteiler ein.
„Hallo! Fährt heute jemand im Norden, so gegen 10 oder 11 eine Tour? Oder hätte Lust eine leichte Runde zu drehen ? (Ca. 60km, 32er Schnitt) Start in Pankow? “

32er Schnitt und leichte Runde? Zufrieden nimmt er noch einen Schluck, für ihn ist die Welt in Ordnung…

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