Monatliches Archiv für September, 2010

Vom Ötzi zum Bodensee

Unglaublich wie naiv! Im Vorhinein hatte ich mir doch glatt in den Kopf gesetzt, nur ein Tag nach dem Ötztaler Radmarathon an zwei Tagen von dort mit dem Rad zum Bodensee zu fahren. Ich hatte felsenfest damit gerechnet auf dem Ötztaler mein persönliches Waterloo zu erleben, aufzuplatzen, zu sterben; und hatte dennoch den Plan, tags drauf mit dem Renner und Rucksack die 1000 Höhenmeter über das Hahntennjoch zu kurbeln. Mir ist noch immer nicht bekannt, wie dieser komplett realitätsverlustige Plan dennoch Erfolg haben konnte, aber ich bin am Dienstag nach dem Rennen mit dem Rad in Lindau am Bodensee angekommen. ‚Vom Ötzi zum Bodensee‘ weiterlesen …

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Bekanntenbesuch – Muschifix in Betzmichtod

Nachdem das neue Domizil inklusive Wohnung und Arbeitsvertrag unseres Ex-Langzeitstudenten Muschifix fest stand, machte ich mich alsbald an die Ausarbeitung einer möglichst schönen Tour zu ihm. Überrascht stellte ich fest, dass nur 119km zwischen Main und Sieg, bzw. Frankfurt und Betzmichtod liegen. Da ich vielbefahrenen Bundesstraßen nur wenig abgewinnen kann (manch einer soll das sogar lieben), entschied ich mich für eine (laut googlemaps) 135km Variante über kleine Kreis- und Landstraßen. ‚Bekanntenbesuch – Muschifix in Betzmichtod‘ weiterlesen …

Der Ötzi. Oder wie man sich selbst besiegen kann.

Wir sitzen im Auto kurz vor Innsbruck und stehen im Stau. Es regnet seit Stunden. Die hohen Berge rund um das Inntal verängstigen. Am liebsten will ich gar nicht aus dem Fenster sehen. Und doch ziehen sie an, diese majestätischen Felstürme. 80 Millionen Jahre alt und noch immer so ein Brocken – die Alpen sind schon ein ganz schön zähes Luder. Staub weisst darauf hin, dass sich geradezu die Berge rund um den Kühtai, den ersten Pass des Ötzaler Radmarathons, ihren Weg durch die Wolken brechen. Mir wird schlecht. Außerdem bin ich schon seit 24 Stunden wach. Kemper und Staub haben mich mit ihrem Renngefasel während der gesamten Autofahrt kein Auge zumachen lassen. Nun, dann bin halt nicht nur vollkommen untrainiert, unvorbereitet, vom Material her aus einem anderen Jahrhundert und total unerfahren, sondern auch noch ohne Ende übermüdet.
Ich schalte mich wieder in die nie endenden Diskussionen ein. Es geht um’s Wetter. Es regnet ja. Ich versuche Staub zu erklären, warum die Vorhersage für den Renntag, also am Vormittag 0.5mm Niederschlag innerhalb von 3 Stunden mit einer 80%igen Wahrscheinlichkeit in der Praxis bedeuten, dass es quasi garnicht regnen wird. Staub fragt zurück, ob das draußen seit Stunden auch „Quasiregen“ sei. Ich schaue stumm aus dem Fenster. Kemper lacht und sagt, er würde sich freuen, wenn am Ende vom Rennen hoch oben auf dem Timmelsjoch Schnee liegen würde. Das würde dem Rennen wenigstens einen epischen Charakter verleihen und seine knallharte Radfahrerseele würde er dann auch im Vorteil wissen. ‚Der Ötzi. Oder wie man sich selbst besiegen kann.‘ weiterlesen …

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