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3. Lauf Klaus Störtebeker Gedächtnis Cup (KSGC) 2011/2012 in Berlin-Tempelhof

Bericht vom Teilnehmer mit der weitesten Anreise Janibal (dafür sollte er auch mal einen Preis bekommen):

Wir schreiben den 14. Januar 1392 und wieder Ehren wir unsere Helden, die da draußen gegen die Macht des Geldes kämpfen.


Zu ihnen gehört Klaus, Gottes Freund und aller Welt Feind. Unzählige Male hat er tief liegende Händler erleichtert. Ihm reicht ein voller Becher, den er in einem Zug stürzen kann. Um ihn in seinen Taten zu unterstützen, versammelt sich heute eine wilde Meute im Lufthafen Tempelhof, um den zu erkennen, wer ihm der beste Helfer im Binnenland sein konnte.

Edelkämpfer Staub steckt die Route ab, auf der die Besten ermittelt werden sollen. Um sich gerecht zu werden, ist sie flach und schnell, er kann eh nicht allen Schiffen gerecht werden.

Die schnellen schlanken 28″er sind klar im Vorteil, große Wellen sind nicht zu durchbrechen und auch keine Untiefen in Sicht.

Zur besseren Unterscheidung bekommt jedes Schiff die gleiche Gallionsfigur, nur mit einer anderen Nummer. Hoch die Flaggen und die Schiffe werden am Maschendraht-Kai auf Reede gelegt, während die Kapitäne vor der Kneipe warten,

um zu ihrem Schiff zu rennen, damit endlich Wasser unter den Bug kommt. Schön nach Nummern sortiert stehen sie da, haben aus der Ferne die gleiche Silhouette gegen die tief stehende Sonne. So kommt dann doch eine gewisse Orientierungslosigkeit zu stande. Gern hätte ich meinen Kompass und Sextanten benutzt, doch das ging nicht, denn die sind an Bord. Irgendwann stehe ich dann doch am richtigen Steuer und laufe mit den anderen Schiffen aus dem Hafen.

Kurz vor dem Auslaufen kommt auch noch der Seniorkapitän 2bier. Er hat noch eine Schute im Schlepp, die auf der Anreise nicht in eine Schleuse gepasst hat. Kann das daran liegen, dass er Frauen an Bord hat?

Die Entscheidung nimmt von der ersten Minute an ihren Lauf. Mit guten Rückenwind segeln wir durch kleine Dünung. Leider müssen wir den Kurs wechseln und der Wind bläst ins Gesicht. Dabei liegt die See glatt. Hier wird ganz heftig am Riemen gerissen. Wende, Wind von achtern, nur etwas Treibholz zwingt zum Verlassen des Schiffes, es gibt aber auch welche, die mit einem fliegenden Holländer (nicht Johanna) unterwegs sind. Und schon sind wir wieder an den Hafenkneipen mit den schönen Frauen. Jedes mal denke ich, hier bleibe ich.

Doch auch ich will irgendwann so werden, wie ein Mann, der nur mit seinem Schiff auf dem offenen freien Ozean zu Hause ist. So bewerbe ich mich weiter durch offensichtlich schmerzfreie Leistung. Gut ist es, etwas Süßwasser mit an Bord zu haben. So wird die röchelnde Kehle etwas benetzt und stillt den endlosen Durst nach einer Kneipe. Obwohl von hinten gedrückt und vorne gezogen wird, darf ich erst nach der vollen Zeit die Segel streichen und in den Hafen. Ganz dicht beim Störtebeker segelt

der Konrad, J-Coop und Mitstreiter. Zwei mal auf der großen Fahrt durfte ich bei Konrad zusehen, wie die Meere beherrscht werden.

Im Hafen gibt Meeresfruchtbrötchen und braune Kaltgetränke aus Übersee, natürlich auch Gerstensaft und warmes Gekeltertes.

Jetzt muss der geschickteste Kapitän noch zeigen, ob er mit Störtebeker einen Becher stürzen kann; er kann, gibt aber selber zu, dass er nicht im Training ist.

Mal sehen, ob wir ihn irgendwann in internationalen Gewässern segeln sehen. Auch ohne Fernweh wird er zum Ritter der Binnenmeere geschlagen.

Erst einmal lassen wir uns wieder in heimisches Nass treiben und trainieren weiter im Stillen, um nicht der Macht des Geldes zu unterliegen. Jeden Tag.

Es bringt nichts Piraten zu wählen ohne es zu sein.*

Noch ein paar unsortierte Bilder:

*Wenn das nicht politisch korrekt ist, lösch ich das auch oder der Admin.
Die Reise nach Berlin ist so einfach, ist schwer zu fahren, schnell und axtscharf.

twobeers

5 Kommentare

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  • Jannibal du bist echt knorke und hast echt ein Ding an der Waffel Sonnabend so früh im Zug nach Berlin zu sitzen.
    Hoffe du bist beim letzten Lauf auch dabei und beim abschließenden Umtrunk. Also plan die Rückfahrt etwas später ein.

  • Setzt er sich echt früh vor 5 in den Zug und fährt danach gleich wieder zurück???Oder ist er danach noch bei jemandem aus dem Kader zu Besuch???Krass…
    Coole Geschichte wie sie nur von nem echten Fischkopp geschrieben werden kann,Hut ab und vielen Dank dafür,Hannibal!!

  • Hat einer von den Piraten eine Ergebnisliste? Ich war zu sehr mit dem Wind beschäftigt als dass ich wüsste wie viele Runden ich am Ende hatte.

  • Kuhle Sache, Meister Jannibal. Wenn der Trend, die guten Vorsätze und die Lust anhält, sehen wir uns dieses Jahr öfter, jedenfalls mehr als zweimal. Bis dahin herzliche Grüße in die Hansestadt!

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