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Montags halb neun in Brandenburg

Vier Tage Strohwitwer, was kann man damit alles anfangen? Und dazu bestes Frühlingswetter. Also erstmal um einen Tag Urlaub betteln. Genehmigt, gut, dann kann man ja zu einer aufrufen.Und siehe, Rifli nimmt auch einen Tag Urlaub, Boerge ist sein eigener Chef und Rob hat montags sowieso frei. Nach der ausgiebigen Straßenausfahrt am Samstag solls ins Gelände gehen und da ich mich dort nicht auskenne, sollen die anderen planen. Checkb will vielleicht seine MOLronda fahren, das wäre doch was. Doch er will dann doch nicht, so wollen wir Richtung Osten.

Am Sonntag wird das Rad  wieder verkehrstüchtig gemacht, neue Züge werden verlegt und das Hinterrad, welches dauernd Speichenbrüche hat, gegen ein gebrauchtes von Boerge getauscht. Rifli fordert das Eintreffen der Teilnehmer am Bahnhof Gesundbrunnen um 8:25, er selbst kommt 10min später. Auf dem Bahnsteig kann ich nur eine Shorts und ein Trikot erkennen, sollte rikman etwa mitkommen? Nein, es ist Rob, der um 22:00 schon müde war, dann bemerkte, daß er noch den Schlauch wechseln müßte, um 23:00 merkt, daß er keinen hat und in die Bude fährt und endlich nach Mitternacht ins Bett gekommen ist. Wieder werden die Merkwürdigkeiten des Tarifsystems bei der Bahn erkundet, Rob bezahlt 6,-€ für sein Fahrradticket, wir 4,50€.

Eberswalde am Morgen. Sonne und ein kurzer Aufenthalt. Und Zeit für Bild von der normalerweise arbeitenden Bevölkerung, die heute als Abenteuerburschen unterwegs sind.


In Falkenberg Mark werden die wärmenden Trikotagen abgelegt, Rifli läßt einen Beinling an. Nach einem Hinweis und kurzem Überlegen zieht er dann auch den zweiten aus. Und sofort gehts in den ersten von vielen Stichen, meine Beine wollen noch nicht so richtig nach Samstag. Ein Feuerwerk von auf und ab, der Wald ist noch licht, die Sicht ist herrlich.

Bei einer Schiebepassage triit der Teilnehmer mit Schuhgröße 49 in einen Waldameisenhaufen und bringt diese gegen sich auf. Selbst sofortige Entschuldigungen helfen nichts, der Krieg ist eröffnet und uns bleibt nur die Flucht. Rob zeigt mal wieder Fahrtechnik, die Familienväter versuchen jeder Gefahr zu entgehen und schieben. An einem lieblichen Seeufer sucht Rifli nach einem Taschentusch, um seine rutschende Sattelstütze zu entfetten. Er findet auch einen bereits benutzten Fetzen an dem sonst sauberen Ufer. Warum dort allerdings Sicherheitsglas einer Autoscheibe liegt ist uns unklar.

 

Die unglaublichen Hänge des Bad Freienwalder Massivs ziehen reichlich Schweiß und Kraft, am Baasee ist eine Pause nötig. Leider hat die Baude montags zu und die Flaschen von Rob und Boerge sind schon fast leer. Ich gebe von meinem Wasser ab.  Rund um die Baude sind die Waldarbeiter ganz bei der Sache und machen nicht nur die Wege unbefahrbar sonder legen ganze Bäume über den Weg. Ein hartes Stück Arbeit, bis wir wieder aufsatteln können. Mit sattelitenunterstützter Navigation und dem eingehenden Studium von Robs Karte kommen wir nach Wollenberg auf eine alte Allee, bestanden mit blühenden Kirschbäumen. Ein Fest für die Sinne, welches Boerge auch sofort mit allen via Facebook teilen möchte.

 

In Leuenberg wird der Dorfbäcker geentert, es gibt feinsten Kuchen und die Bäckersfrau hat tolle Augen. Und ich fahre zum ersten Mal durch den Gamengrund. Rifli meint, die Bahnlinie zwischen Langem See und Mittelsee wäre untertunnelt und er wäre da auch letztens durchgefahren. Doch der Tunnel ist plötzlich zugeschüttet und die Bäume darauf sind schon ein paar Jahre alt. Das Bier, welches ich beim Bäcker trank, verbessert meine Fahrlinie bei Abwärtspassagen gewaltig. Leider rollt das Rad nicht mehr richtig, auch an dem neuen Hinterrad ist eine Speiche gebrochen.

In Strausberg haben wir ein paar Minuten Zeit, um uns Tickets und Bier für die Rückfahrt zu besorgen und es geht beschwingt und wohlig erschöpft gen Heimat. Ich habe gute 3 Stunden Zeit bis die gleichen Jungs schon wieder zu mir kommen, um Unmengen geröstetes Fleisch von Knochen zu reißen und dieses mit reichlich Bier runterzuspülen.  Pro Person 500g Rippchen, 600g Hähnchenflügel und 7 Bier und kein Rest. Ein herrlicher Tag ohne die Familie.

4kg Rippchen, 4kg Hähnchenflügel, 48 Bier, nichts blieb übrig

twobeers

5 Kommentare

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  • Mein Lieber 2Bier, das ist ne ziemlich besch… Idee, so kurzfristig und dann auch noch an einem Tag, an dem ich dienstlicherseits nicht abkömmlich bin, da hinzufahren, wo ich zu Hause bin und dann auch noch bei bestem Wetter in guter Gesellschaft so’ne Tour zu fahren und dann auch hier noch darüber zu schreiben …

  • Nach dem Desaster vom Samstag wäre dieser Ausflug genau das Richtige für mich gewesen. Hört sich nach einem richtig feinen Tag an. Danke für die Zeilen!

  • Meinen Neid bekundete ich ja schon beim Bier- und Fleischgenuss am Abend. 1000 Dank dafür geliebter Brauführer!

    Ampel: ich dachte Du wolltest das ganze Stollenzeugs verkaufen und dich ganz auf deine Zukunft als Langstreckenfahrer konzentrieren?

    Staubi: sechs Euro kostet es ja nur das auf Berlin/Brandenburg begrenzte Billett. Für 4,50 Euro kannste in ganz Deutschland (inkl. B/B) rumfahren. Das ist bestimmt angewandte höhere Mathematik.

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