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Finale schalala

Im Herbst 2010 lernte ich Janibal auf der Zeitfahrstrecke Hamburg-Berlin kennen. Er hat -jeweils aus Bargteheide anreisend- 3 Läufe des mitgemacht. Dafür Applaus und seine Sicht auf die Geschehnisse:

“Finale schalala, so hab ich noch den letzten Lauf des Klaus Störtebeker Gedächtnis Cupes vermittelt. Ein Endspiel der besonderen Klasse, nicht sone Jedermannveranstaltung wie im Sommer 2006 oder der Superbowl in Amerika am Wochenende davor. Hier geht werden Wunder realisiert:

1. Twobeers ist geheilt, die kleine Schwäche, die ihn hat fast von der Bildfläche verschwinden lassen hat, ist vorbei.
2. Kein Schnee.
3. Die Anwärter auf das Holzbein fahren, als ob sie direkt von der Insel kommen. Tun Sie aber nicht. Normale Winterform.
4. Nach dem Rennen wird Cola Rum bestellt.

Von vorne: Finale und große Aussichten auf Platzierung.

KSGC Finale 01

Wie immer 6:34 Uhr mit dem Regionalexpress über Schwerin nach Berlin. Heute ist am Hamburger Hauptbahnhof etwas mehr los, erste Touristen zeigen sich und ich kaufe dieses Mal nicht die Zeit, sondern Mopo und Tour. In Berlin ist Berlinale, hat irgendwas mit Film zu tun, leider ist der Mitschnitt vom 3. Lauf des KSGC nicht nominiert. Nominiert für die häufigste Begleitung ist NobNob und er kommt auch wie immer ganz ausgelassen mit dem Rad angefahren. Trotz der Minusgrade draußen und in der Halle.

In Schwerin ist schon lange die Sonne aufgegangen. Echt, es ist nicht nur hell, sondern die Sonne scheint. Auf den Feldern erinnern letzte Überflutungen an das Wochenende davor. Es hatte so geregnet, dass Berlin wieder zur Hafenstadt geworden ist, wie damals zu Störtebekers Zeiten.

Heute lacht die Sonne und wir fahren ein wenig durch die Stadt zur Schönholzer Heide, ca. 8 km nordöstlich vom Berliner Hauptbahnhof. Hier muss ich mal die Berliner Autofahrer und das Straßensystem loben. Es wird nicht gehupt, es wird auf Radfahrer gewartet und es gibt keine verbotenen Zonen, wie in Hamburg die Straßen mit den 60 Schildern. Vielleicht liegt es daran, dass in Berlin mehr Zeit für Fahrten eingeplant ist und so keine Hektik aufkommt, oder dass es Samstag ist oder dass der ÖPNV besser funktioniert, oder oder oder. Auf alle Fälle ist ein positiv auffälliger Unterschied zu Hamburg ist da.

In der Schönholzer Heide angekommen, scheint immer noch die Sonne und wir nehmen letzte Tuningsarbeiten am Rad vor. NobNob macht noch etwas Druck in die Gabel, wobei bei Cannondale das Vorderrad ausgebaut werden muss. Ich mache mit viel Öl den vorderen Umwerfer wieder gangbar. Immer nur Kette Mitte wird heute nicht gehen, es ist hügelig hier, dazwischen viele Flachstücke und in grausiger Erwartung auf Kette rechts.

Alles gut und wir dopen noch ein wenig mit der Sonne auf der Haut und dem dazugehörigen Vitamin-D Ausschüttungen, bis die vom Eisenschweinkader auffahren. Zuerst Staubi, sichtlich unruhig, da der dritte Platz in der Gesamtwertung gefährdet scheint. Er zeigt uns kurz den zentralen Starthügel und widmet sich weiter intensiven Vorbereitungen. Jetzt tauchen immer mehr Schweine im Wald auf, meist Eber, auch ein Sau kommt mit Ferkel….

Stop! janipedia sagt: Da ES meist in freier Wildbahn anzutreffen sind, heisst es Keiler, Bache und Frischling. Der Alterungsprozeß ist gleich dem von Eisen: Erz – Eisen – Rost. So müsste ein ESK Nachwuchs Erzfrischling heissen und ein Opa Rostkeiler…

Die Freude kennt keine Grenzen, als Tobeers anrollt, nicht im Rollstuhl, nein auf dem Crosser, was für ein Bild gegenüber dem Lauf im Tiergarten. Wunderheilung würde ich sagen.

Was noch überrascht, ist, dass der Untergrund nicht weiss ist, sondern aus Sand, Erde, Ästen und Laub besteht. Kein Schnee und somit fast zu einfache Verhältnisse. Das wird geändert durch eine Schatzsuche eines Kindergeburtstages. Der Schatz wird vor dem Start gehoben und so haben wir viele Zuschauer während der Einführungsrunden. Würde schätzen, das Staubi die meisten gefahren hat. Sein Konkurrent Rob um Platz drei ist da anders, nämlich gar nicht da. Wildeste Vermutungen machen die Runde. Erst kurz vor der Startaufstellung der 21 Freiwilligen kommt Rob aus der Sonne gefahren und die Rennleitung 2Bier nimmt auch noch die Regel zurück, die drei ersten Runden wird der letzte nicht eliminiert. Dafür wird nochmals klargestellt, die Hürde am Fuß des Zentralmassives muss überlaufen werden und wer reißt, muss sich als Hürde da hinlegen.

KSGC Finale 12

Start frei und es wird Renntempo gefahren. Der Boden ist griffig und ich merke gleich, Wechsel Rad/Laufen ist nichts für Randonneurs. Ich beiße wie die kalte Luft in der Lunge und sehe, das NobNob schon draußen ist. Bodenprobe in der ersten Runde und keine weiteren Defekte oder andere Totalverluste bei der Konkurrenz. Kurz denke ich, der hat es gut, trotz idealer Bedingungen. Es ist einfach nur schnell. Dann fahre ich zu Rob auf, explodiert sagt er. Ich finde, er hat noch eine große Zukunft vor sich und kann jederzeit wieder vorne dabei sein. Wieder kocht die Gerüchteküche: Ich höre was von verwechselten Blutkonserven…

KSGC Finale 13

Na, Tobeers wünscht mir nach einer der unzähligen und endlos langen Tragepassagen auf dem Gipfel des Zentralmassives: Genieße deine letzte Runde der Saison 2010/2011. Irgendwie bin ich ihm wieder mal dankbar. Das Rennen ist aber noch lange nicht vorbei. Die Elite vorne führt noch eine heiße Schlacht aus. Gewinnen wird schließlich ein MTB. Die Namen habe ich nicht parat und die Wertung ist noch nicht im Netz. Der Sieger vom Tiergarten wird zweiter und der Sieger Tempelhof wird dritter, wobei hier aus einer Trainingsfahrt erst spät ein Rennen wurde. Is klar. Ich pulsiere um die Ecken und andere fahre GA0.

Kurze Siegerehrung und raus aus der Sonne, rinn in den Kneipe, die Twobeers für uns öffnen läßt. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, Alkohol, Weizen, Bier, Radler und was warmes zu essen. Die Stimmung ist gut und wir treffen den Hamburger Außenposten vom ESK. Ich bekommen die Bedienung dazu, auch Bier schadstofffrei auszuteilen. Der Pegel ist ausgeglichen, mein schadstofffreies wird mit Cola Rum kompensiert. Nach zwei Stunden ist die Nachbesprechung des KSGC´s vorbei und das Abgleichen der zweiten Saisonhälfte 2011 beendet und wir fahren zurück zum HBF.

Im Zug merke ich, wie ich immer noch glühe, leichter Sonnenbrand. Das Ozonloch ist immer noch da. Um nicht an Kalorienmangel zu sterben, essen wir Chips und gehen in Schwerin noch ein Chessburger nachlegen. Beste Regeneration. Höhe Schwarzenbek grüßen wir Mad.mat und Brimore und sind um 22:00 Uhr wieder in der angeblichen Heimat von Störtebeker.

Ganz einer Meinung sind wir, das der KSGC ein wichtiger Beitrag zum gesunden und fitten Überwintern ist. Mal sehen, ob mir mein Arzt den Cup 2011/12 verschreiben kann. Damit würde der ESK in einem Satz mit Pfizer oder Bayer genannt werden. Doch so ein Abstieg wäre dem ESK unwürdig….. Der ESK ist ein Wunder und produziert auch solche.

KSGC Finale 24

Noch mehr Bilder:
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der über die Alpen kommt

twobeers

3 Kommentare

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  • Ganz feiner Bericht, Respekt. Ihr Fischköppe werdet mir nochmal die liebsten Gäste bei “unserem” Rennen! Eine kleine Richtigstellung meinerseits noch: Ich, diesmal 3. Platz, war leider nicht der Sieger in Tempelhof. Das war mein großes Vorbild Menis, genannt der blaue Korsar.

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