Home » Feldzüge » Kranichs

Kranichs

Was tut man, wenn ein Aufruf keinerlei Interesse weckt? Richtig, man entert einfach eine andere Tour. Ausgesucht hatte ich mir Bias Aufruf im IBC-Forum, Grund dafür zum einen seine Streckenkenntnis und zum anderen die mir unbekannte Gegend östlich Berlins.

Zwar läuft am Morgen die Nase und der Hals ist dick, doch ein kräftiger Schluck aus allem, was die Hausapotheke hergibt, verleiht Flügel oder macht zumindest unempfindlich. Denn bei frühlingshaften Temperaturen wäre es Frevel, den Tag nicht auf dem Rad zu verbringen.
In Treptow treffe ich auf Lutz, dann sogar auch S-Punkt und Staubi, welche seltene Gesellschaft bei meinen Ausfahrten. Zu acht fahren wir zur Wuhlheide auf mir bekannten Pfaden, dann biegen wir ab. Ich versuche mir Straßennamen zu merken, wenn wir denn mal eine Straße queren. An einem Bachlauf frage ich, wo wir wären. Gelächter und von allen Seiten wurden mir die Straßennamen zugerufen “Erpestrasse.” Na klar, kann ich super einordnen….

Wir waren also an der Berliner Stadtgrenze, eingesaut von oben bis unten, die Reifen glibberten durchs nasse Laub auf Matsch. Lutz hatte extra einen neuen weißen Sattel montiert. Weiter gings vorbei an der Schwarzwildruhezone, wo wir auch eine erste Pause einlegten, dann Rüdersdorf  Stadtdurchfahrt. Im Zielgebiet der Kranichsberge stießen wir auf die Spur von Motocrossern und mußten auf oder in  dieser Spur bergauf. Während der Rest gut fahrbar war, ging hier garnichts. Am Wasserturm gabs kein Wasser, dafür einen Riegel. Und kurz hinter Woltersdorf Schleuse Ost verlangte Staubi nach einem gröberen Werkzeug, ein Wunder, daß jemand einen 10er Imbus dabei hat, um die Kurbel wieder zu befestigen. An der Bahnstrecke Rahnsdorf – Friedrichshagen belehrte mich Staubi nochmals, daß es unschicklich wäre, über Menschen zu fahren, wie ich es in dieser Gegend manchmal tun würde, ich vergrößerte daraufhin den Abstand zum Vordermann. Gleiches dachte sich ein anderer -mir unbekannter- Mitfahrer und ließ sich immer weiter nach hinten rausfallen. So wurde das bis dahin schon nicht hohe Tempo noch etwas abgesenkt und fröhlich schwatzend fuhren wir durchs Wuhletal, am Tierpark vorbei wieder nach Treptow. Dort wurde die Tour mit Räucherfisch für die hungrigen und Kindl für den durstigen beschlossen.

Hatte der Tag noch mit dichter Wolkendecke begonnen und der Matsch für eine Wasserschmierung der Kette gesorgt, so sang die Kette in Heimatnähe ein traurig Lied. Die unauffällige Farbwahl des Arbeitsgerätes läßt den anhaftenden Dreck nur erahnen, deshalb noch ein Vergleichsbild.

Schön wars, bis zum nächsten Mal.

twobeers

1 Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Da hätten wir uns ja fast getroffen. OnkelW und mich zog es in Richtung Rotes Luch und dabei streiften wir auf dem Hin- und Rückweg die Kranichs. Auch wir trafen auf die Spuren der Motocrosser. Da wo die direkt durch den Wald gepfügt sind, wächst in nächster Zeit bestimmt nichts mehr – unbegreiflich, wer so etwas genehmigt! Bei den gestrigen Verhältnissen hörte man praktisch die EUROS aus dem Antrieb purzeln. Trotzdem war`s ein schöner Tag.

    Ampel

Archiv

Archive

Folgt uns auf