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Der kleine Peter und die heilige Odilia

5. Etappe

Der nächste Morgen bringt endlich wieder Sonnenschein und blauen Himmel. Diese Auberge kann nur bedingt und für den Notfall empfohlen werden. Achtung: Direkt über den Col du Bonhomme führt die stark befahrene Nationalstraße 415. Diese wird gerne von Lastkraftwagen als mautfreie Ost-West-Verbindung genutzt. Außerdem ist der Charme des Hauses irgendwann Ende der 70er auf der Strecke geblieben.

Col du Bonhomme

Allerdings ist die kreuzende Route des Crêtes auf der D148 ein Traum für alle Rennradfahrer. Beim nächsten Mal das schmale, diesmal führt der grobstollige Weg in Richtung Deux Lacs auf dem Chemin des Italiens. Am Col du Calvaire ist der Höhepunkt der Tour auf 1134m ü. NN erreicht.

Gasthaus am Col du Calvaire

Spontan beschließe ich die Tour an diesem Punkt zurück in die Rheinebene zu führen. Für die letzten beiden Etappen erhoffe ich mir besseres und vor allem wärmeres Wetter. Großer Belche wartet noch…
Jetzt heißt es Landschaft und Trails genießen, zuerst den Lac Blanc, dann den Lac Noir und dann eine Abfahrt aus alpinem Landschaftsraum durch Weinberge ins milde Rheintal.

Skistation Weißer See

Der Lac Blanc liegt in einem glazial geformten Trogtal auf 1054m ü. NN. Er ist mit 72m Tiefe der tiefste See der Vogesen, seinen Name hat er von den hellen Quarzkristallen der umliegenden Granitfelsen.

Lac Blanc

Auf 953m ü. NN liegt der Lac Noir, ebenfalls glazialen Ursprung ist er deutlich kleiner und flacher als sein weißer Bruder weiter oben. Ein Wasserkraftwerk pumpt das Wasser zwecks Energiegewinnung hoch in den Lac Blanc und wieder zurück.

Lac Noir mit Wasserkraftwerk

Die letzten Trails sind eine Mischung aus Weide, Wald und Felstrail, ehe in Soultzeren das Fechttal (La Fecht) erreicht wird.


Felstrail zwischen den Seen


Alpine Landschaft

Bei Les Hautes Huttes verlasse ich den TMV endgültig, ein letztes Foto vom Wegweiser der vergangen Tage.

Wegweiser TMV


Soultzeren

Anschließend führt der Weg durch das Käsestädtchen Munster, die Weindörfer Gunsbach, Wihr-au-Wal, Walbach, Zimmerbach Wintzenheim in die Elsaß-Metropole Colmar. Diese wird im Juli 2009 Etappenziel der Tour de France sein.

Weinhügel


Bahnhof Colmar


Das höchste Gericht des Elsaß

Die letzten Kilometer vor der deutschen Grenze verlaufen auf dem Sentier des Trois Pays. Nach Sundhoffen geht es durch den Kastenwald, ein typisches Auengehölz der Rheinebene. Kurz nach Wolfgantzen überquert man den Rhein zwischen dem französischen Neuf-Brisach und dem deutschen Breisach.

Rhein bei Breisach

Für die Rückfahrt danke ich der neuen ESK-Biketasche, mitfahrt im ICE möglich ;-)))

Klapprad im ICE

LINK Profil Tag 5

In nur gut 2h komme ich von Freiburg nach Frankfurt und plane bereits die nächsten Abenteuer.

darkdesigner

15 Kommentare

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  • “Wegen Totalausfall des elektronischen Aufzeichnungsinstrumentes beim Betreten des Hotels wird an dieser Stelle auf die ungefähre Streckenbeschreibung bei Bikemap.de verwiesen.”

    Dabei hattest du dich doch noch mit Ersatzbatterien aut Thüringen eingedeckt…

  • Mensch Eule, was ein herrlicher Beitrag!
    Ich war vor exakt 2 Jahren mit der damals trächtigen Suse in Wihr-au-Wal und bin all die schönen Pässe der Hochvogesen mit dem Schmalen abgeradelt. Ein wirklich traumhaftes fleckchen hügeliger Erde, nur der – typisch französich – raue Asphalt nervt und frist Gummi. Nächstes Jahr besuchen wir unsere Freunde dort wieder.

  • Hach ja, schöne Erinnerungen werden wach. Ich war 3x dort (und immer ohne Fahrrad, ich Larve…). Einmal mußte ich auf dem Heimweg nach Deutschland wieder zurück nach Munster, den gekauften Käse luftdicht einschweissen lassen.

  • Liebe Eule, ich beneide dich wirklich sehr um deinen kleinen Trip! Zum einen war ich damals im Jahrhundertsommer ’03 ebenfalls in der Gegend und habe mich bis in die Pyrenäen gekämpft, zum anderen habe ich sowas auch mal wieder geplant gehabt, aber mein kleiner persönlicher Steinbruch hat leider gerade Ausgangssperre.

  • Man könnte glatt glauben, die Eule stand kein einziges Mal fluchent in der Gegend und hat über Gott und die Fahrradtechnik geschimpft.

    War es wirklich so himmlisch und erholsam? Du im Einklang mit dir, Natur und Maschine?

  • Eule, wie gerne wäre ich mit dir durch die Vogesen geritten. Aber es bleibt ja noch die Möglichkeit, die letzten beiden Etappen eines Tages zusammen zu fahren und den Rest in die andere Richtung.

    Schade, dass dein Höhenmesser für den vierten Tag nichts ausspuckten kann, denn 3000 Höhenmeter auf nicht mal 70km ist für Mittelgebirge schon Wahnsinn.

    Du hast uns aber leider Deinen Reisekumpanen gar nicht vorgestellt.

    Danke für den tollen Einblick in die Vogesen!

    rb

  • Hallo,

    klingt wirklich nach einer tollen Tour! Klasse!
    Könnt ihr mir verraten, wie hoch ca. der Trail-, Schotter- & Asphaltanteil dieser Tour ist.

    Ansonsten weiter so, macht Spass, eure Berichte zu lesen

    Grüße
    Gerald

  • Toller Bericht. Nur schade dass ihr eine der schönsten Abfahrten die ich kenne verpaßt habt: Vom Grand Ballon ins Rheintal 1100 Hm am Stück mit allem was das Bikerherz begehrt.

  • Die Verteilung des Belages ist ungefähr 10-15%Asphalt, echte Trails etwa 20-25% und der Rest sind Forstwege, welche besonders im nördlichen Tail überwiegend sandig sind. Man muß dazu sagen, dass wir auch einige Streckenabweichungen von der Originalroute hatten. Besonders der vierte Tag war eine einzige Diretissima…

    Den Grand Ballon haben wir nicht wirklich verpasst, wir haben ihn uns nur für das nächste Mal aufgehoben 😉

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