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Der kleine Peter und die heilige Odilia

3. Etappe

Am 3. Tag war es nach sternenklarer Nacht auf knapp 500m ü. NN merklich frischer, als noch am Abend zuvor. Erst im Laufe des Vormittags breitet die Sonne ihre wärmenden Strahlen hier oben aus. Von Obersteigen aus wird das Mossigtal am Kamm entlang umfahren, ehe es in Oberhaslach nach 20km ins Tal geht.

Wegeteilung

Zum Glück führt der Weg nach links und nicht nach rechts…

Der Höllenwasenweg

Der Name ist Programm!

Traumhafte Ausblicke auf die immer höher werdenden Kämme lassen die zu erwartenden Anstiege leichter erscheinen.

Aussichten

In Urmatt heißt es mal wieder Wasser nachtanken, zum Glück gibt es immer wieder Brunnen mit trinkbarem Nass.

Trinkwasserstelle

Ein imposantes Sakralbauwerk prägt die Ortsmitte dieses auf nur etwa 240m ü. NN liegenden Dörfchens. Am heutigen Tag der mit Abstand tiefste Punkt, was nun folgt ist klar.


Gotteshaus in Urmatt

Von Urmatt zunächst nur seicht ansteigend entlang der Bruche, ändert sich das schlagartig nach dem Marktplatz von Muhlbach-sur-Bruche. Die Straße nach Grendelbruch hat nie unter 8%, dafür meist um die 14%. Schnurgeradeaus führt sie hoch, man kann dem Unheil direkt ins Auge blicken…


Feuertopf

Die Stärkung in Grendelbruch ist sozusagen Pflicht!
Im Anschluß geht es bergab, erneut verlassen wir den TMV. Wir sparen neben einigen Kilometern den Ort Ottrott. Höhenmeter werden keine gespart, schließlich heißt das Etappenziel Mont St. Odile.


Gotteshaus in Grendelbruch

Von Grendelbruch führt der Weg talabwärts bis zum Wildbach “Magel Rau”, um auf der anderen Gewässerseite im Wald auf dem Weg mit gelbem Kreis erneut anzusteigen. Es gilt von 495m ü. NN den Kamm auf über 700m ü. NN zu bezwingen. Teilweise befahren wir eine breite Waldautobahn, teilweise einen feinen Singletrail. Letzteren gibt es auf dem nächsten Bild zu bewundern.

Mal wieder Singletrail


Obelix im Elsass

Leider muss man dann doch noch mal runter zum Vorbachrain, am Forsthaus Verbruck stoßen wir auf die D426. Auf Asphalt geht es die letzten 400 Höhenmeter am Stück rauf zum Mont St. Odile. Am Ziel auf 785m ü. NN empfängt uns das alte Kloster mit wunderschönem Sonnenschein und einem herrlichen Ausblick über die Rheinebene bis zum gegenüberliegenden Schwarzwald. Erstaunlich sind auch die Preise hier oben, außerhalb des Klosters kostet das frischgezapfte Pils mehr als in den Gemäuern. Ebenso erschwinglich sind die Zimmer, für ein Doppel mit Frühstücksbuffet und 3-Gänge-Menu ab Abend zahlen wir zusammen gerade mal 82,50 €. Auf diese gute Nachricht stoßen wir gleich mal an.

Kloster Mont St. Odile


Fernsicht Rheintal I

Das Kloster wurde zu Zeiten der Merowinger gegründet und ist die Heimat der Schutzpatronin des Elsaß. Die heilige Odilia war die Tochter des Herzogs Adalrich, ihr zu Ehren finden mehrmals im Jahr Wallfahrten statt. Das weitläufige Plateau wird von einem geheimnisvollen Ringwall (ca. 1000 v. Chr) umgeben, dieser ist mehr als 10km lang, 1,70m breit und hat eine Höhe von bis zu 3m. Ein Vorläufer des Limes sozusagen.

Fernsicht Rheintal II


Sonnenuntergangsstimmung hoch oben über den Vogesen…


Profil 3. Tag

darkdesigner

15 Kommentare

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  • “Wegen Totalausfall des elektronischen Aufzeichnungsinstrumentes beim Betreten des Hotels wird an dieser Stelle auf die ungefähre Streckenbeschreibung bei Bikemap.de verwiesen.”

    Dabei hattest du dich doch noch mit Ersatzbatterien aut Thüringen eingedeckt…

  • Mensch Eule, was ein herrlicher Beitrag!
    Ich war vor exakt 2 Jahren mit der damals trächtigen Suse in Wihr-au-Wal und bin all die schönen Pässe der Hochvogesen mit dem Schmalen abgeradelt. Ein wirklich traumhaftes fleckchen hügeliger Erde, nur der – typisch französich – raue Asphalt nervt und frist Gummi. Nächstes Jahr besuchen wir unsere Freunde dort wieder.

  • Hach ja, schöne Erinnerungen werden wach. Ich war 3x dort (und immer ohne Fahrrad, ich Larve…). Einmal mußte ich auf dem Heimweg nach Deutschland wieder zurück nach Munster, den gekauften Käse luftdicht einschweissen lassen.

  • Liebe Eule, ich beneide dich wirklich sehr um deinen kleinen Trip! Zum einen war ich damals im Jahrhundertsommer ’03 ebenfalls in der Gegend und habe mich bis in die Pyrenäen gekämpft, zum anderen habe ich sowas auch mal wieder geplant gehabt, aber mein kleiner persönlicher Steinbruch hat leider gerade Ausgangssperre.

  • Man könnte glatt glauben, die Eule stand kein einziges Mal fluchent in der Gegend und hat über Gott und die Fahrradtechnik geschimpft.

    War es wirklich so himmlisch und erholsam? Du im Einklang mit dir, Natur und Maschine?

  • Eule, wie gerne wäre ich mit dir durch die Vogesen geritten. Aber es bleibt ja noch die Möglichkeit, die letzten beiden Etappen eines Tages zusammen zu fahren und den Rest in die andere Richtung.

    Schade, dass dein Höhenmesser für den vierten Tag nichts ausspuckten kann, denn 3000 Höhenmeter auf nicht mal 70km ist für Mittelgebirge schon Wahnsinn.

    Du hast uns aber leider Deinen Reisekumpanen gar nicht vorgestellt.

    Danke für den tollen Einblick in die Vogesen!

    rb

  • Hallo,

    klingt wirklich nach einer tollen Tour! Klasse!
    Könnt ihr mir verraten, wie hoch ca. der Trail-, Schotter- & Asphaltanteil dieser Tour ist.

    Ansonsten weiter so, macht Spass, eure Berichte zu lesen

    Grüße
    Gerald

  • Toller Bericht. Nur schade dass ihr eine der schönsten Abfahrten die ich kenne verpaßt habt: Vom Grand Ballon ins Rheintal 1100 Hm am Stück mit allem was das Bikerherz begehrt.

  • Die Verteilung des Belages ist ungefähr 10-15%Asphalt, echte Trails etwa 20-25% und der Rest sind Forstwege, welche besonders im nördlichen Tail überwiegend sandig sind. Man muß dazu sagen, dass wir auch einige Streckenabweichungen von der Originalroute hatten. Besonders der vierte Tag war eine einzige Diretissima…

    Den Grand Ballon haben wir nicht wirklich verpasst, wir haben ihn uns nur für das nächste Mal aufgehoben 😉

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