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Offener Brief an einen Freund:

Mein lieber Menis,
wie Du weißt, wollten wir letzte Wochen eine kleine gemeinsame Runde drehen, um zu erkunden, ob unser großes Vorhaben im nächsten Jahr auf einer vernünftigen Grundlage steht. Wie Du selber am besten weißt, wurde daraus nichts, denn eine finstere Virenattacke hielt Dich vom Rad fern und so musste ich, tief betrübt, alleine hinaus in die Welt. Nun gut, das Wetter war schön und so waren meine Tränen schnell getrocknet. Außerdem hatte Dein krankheitsbedingtes Fernbleiben den Vorteil, dass ich mich ohne schlechtes Gewissen für mein Waldfahrrad entscheiden konnte, obwohl mir klar war, dass es an diesem Tag den ein- oder anderen Asphaltkilometer zu überrollen galt.
Gegen 09:30 erreichte mein Zubringerzug das schöne Havelstädtchen Fürstenberg und bei strahlendem Sonnenschein ging es hinaus aus der Stadt und hinein ins Vergnügen.

Ich hatte, wie in letzter Zeit öfter, keine Karte mitgenommen, um mich der freien Improvisation ungestört hingeben zu können. Tagesthema war, wie zuvor zwischen uns vereinbart, geeignete Wege und Stege ausfindig zu machen, welche es einer kleinen Schar handverlesener Mitstreiter erlauben würde im Jahr 2007 nachzuvollziehen, was unsere Altvorderen gemeint haben könnten, wenn sie von Radrennen sprachen.
Was soll ich sagen? Obwohl es immer schwieriger wird, denke ich doch, eine 100km Runde gefunden zu haben, die alles enthält, was uns hart und unerschrocken macht.
Um es gleich zu sagen: Es wird wehtun. Dem Einen mehr, dem Anderen weniger, aber wehtun wird es auf alle Fälle. Es wird kein Zuckerschlecken, eher etwas für Leute, die darauf stehen, sich richtig hart in die Fresse zu hauen. Also Typen, wie Du und ein klein wenig ich.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Dir, sofern Du wieder hergestellt sein solltest und Du ein kleines Zeitfenster für einen gemeinsame Ausfahrt finden solltest, die Strecke vorstellen könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass sich auch Eddy, Eddy und Eddy darüber freuen würden, dass zu tun, wozu sie Eddy erschaffen hat. Bitte melde Dich.

Dein Kumpel
Jockel

2 Kommentare

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  • Mein lieber Oberst,

    mit beeindruckendem Feingefühl vermagst du es zu erspüren, wenn einer deiner treuen Frontsoldaten einer führenden Hand bedarf. Du sprichst weise, denn tatsächlich gibt es wesentlicheres zu beschicken, als sich im Strassengraben der Krone einen offenen Faustkampf zu liefern. Es gilt Werte zu bestätigen, den eigenen Anspruch zu leben und der Welt brauchbares zu hinterlassen.

    In diesem Sinne wird der von dir oben beschriebene Einsatz oberste Priorität in der nahen Zukunftsplanung einnehmen und die Koordination desselben sofort in Angriff genommen. Denn was gibt es schöneres, als mit penibler Sorgfalt und weltoffener Kreativität den eigenen Schmerz zu planen, ihm dann einen Namen zu geben und ihn sich in den Beinen und Seelen anderer fortpflanzen zu sehen.

    Ich kann dir nur für deinen offenen Brief danken, denn der Winter wird lang und mit dem Rückenwind italienischer Organisationslust wird es mir eine Ehre sein, an deiner Seite einen neuen Prüfstein aus der Taufe heben zu dürfen. Somit rufe ich “Auf, Familie Merckx, auf in den Kampf! Die letzten Sandpisten und Kopfsteinpflasterstrassen unserer Heimat rufen euch!”. Bis bald… menis

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