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Was für ein Tag und was für Leute…

von Jockel

Es steht geschrieben, man solle die Hoffnung niemals aufgeben. Auch nicht die, dass sich der Größte Admin aller Zeiten, Rikman selbst, dazu herab lässt, mit seinen einstigen Weggefährten einen Radausflug ins Grüne zu unternehmen. Und so wurden am heutigen Tag diejenigen belohnt, welche diesbezüglich voller Hoffnung waren. Er war es, der dem Traglastenabteil der Berliner S-Bahn allein durch seine Anwesenheit einen überirdischen Schimmer verlieh, während wir getrieben von den Fahrmotoren derselben unserem Ausgangspunkt Strausberg zustrebten.


Wer mag die Mitfahrer gezählt haben, welche am heutigen Tage dem Aufruf ihres Internet-Hirten folgten? Da waren so viele: Rennschnecke, S-Punkt, Frau Ackebua, Annie und ihr treuer Tandemlenker Arthur Dent, J-Coop, Rob, Ritzelflitzer, Pda, Boerge, Ampelhasser und Zwock aus den Reihen des ruhmreichen Eisen-SK. Als Beobachter fuhren frenkhenk, mr proper und hobbes58 mit. Und ich war natürlich auch am Start. 15 Figuren. Wann hat es solches zuletzt gegeben?

Entsprechend der gewaltigen Teilnehmerzahl setzte sich der Tross anfangs etwas schwerfällig in Bewegung. Rikman hatte vollmundig angekündigt, die Truppen höchst selbst zu führen, doch angesichts seiner aussichtslosen Lage im Feld, war das schlecht möglich. So fand ich mich, öfter als mir lieb war, in der Rolle des Ansagers wieder und lotste die Truppen durch den Gamengrund in Richtung Norden. Größenwahnsinnig geworden, wollte ich die Mannschaft über den Kuhberg, Biesow und Harnekop in Richtung Freienwalder Radfahrers-Paradise führen, was von einem ungehaltenen rikman jedoch durch kurzzeitiges Herauskehren von so etwas ähnlichem wie Führungsqualität vereitelt wurde. In Wahrheit, nutzte er einen kurzzeitigen Verlust des Blickkontaktes mit den Vorausfahrenden – welche rechts abbogen – um den Rest der Meute heimtückisch geradeaus zu führen. Dies gerade noch rechtzeitig bemerkend, musste die einsichtige Führungsgruppe die Verfolgung aufnehmen, um nicht im Wald von den wilden Tieren gefressen zu werden. Bereits wenige Kilometer weiter war der Anschluss wieder hergestellt und nach einer kurzen Standpauke mit interessanten Themen wie „Alle zusammen“, „Stock in den Speichen“, „Dann fahrt ihr nach Hause!“ war der Frieden und die alte Ordnung wieder hergestellt und es ging weiter in Richtung Norden.

Ich weiß nicht mehr genau wann es das erste Mal auftrat, doch es könnte schon weit vor Cöthen gewesen sein, als mr proper der Meinung war, man solle ihn nicht nur sehen, sondern auch jederzeit gut hören können. Um dieses Ziel zu erreichen, fummelte er solange an seinem Scheibenbremsgedöhns umher, bis dieses für den Rest der Fahrt eine Art metallisches Zirpen erklingen ließ. Sehr interessant das Ganze. Er beantragt übrigens demnächst ein neues Pseudonym: „Klingelingeling hier kommt der Eiermann“. Rikman prüft derzeit, ob derlei lange Namen zulässig sind. Andernfalls soll die Forensoftware von MTB-News entsprechend angepasst werden. Rikman frickelt da schon was Schönes.

Bei Cöthen verabschiedeten wir dann Frau Ackebua und Ritzelflitzer, welche vorgaben, einen eng gesteckten Zeitplan zu haben, wo doch jeder weiß, dass beider derzeit Strohwitwer – bzw. -witwerin sind. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…

Nun ging es hinein in die Bergwelt Brandenburgs. An dieser Stelle sein dem Tandemteam Annie/Arthur Dent noch meine absolute Hochachtung versichert. Ohne zu Murren, kurbelten diese Giganten jeden noch so fiesen Stich hoch. Und das ist mit einem Tandem gewiss kein Zuckerschlecken. Ich weiß das, da ich es selbst schon mal probierte. Respekt den Beiden!

Am Bismarkturm, an welchen in Brandenburg und wahrscheinlich ganz Deutschland kein Mangel ist, hieß es: „Ab nach oben, Landschaft angucken! Zackzack!“ Und diesem gut gemeinten Rat konnte sich dann auch kaum einer entziehen.

Vor der Weiterfahrt wurden nun noch Annie und Arthur Dent, sowie deren Tandem verabschiedet, da alle drei vorgaben, die Schnauze gestrichen voll zu haben. Das konnte ich gut verstehen, doch wir mussten weiter. Auf der Abfahrt vom Tobbenberg passierte das unvermeidliche. Pda, stets gut im Bilde kam von der Idealspur ab, prallte gegen ein, undiszipliniert im Wald umherliegendes, Totgehölz und überschlug sich daraufhin zünftig. Stirnpartie und Nasenbein zierten fortan ein paar schmückende Kratzer. Und die Nase sah ein kleines bisschen so aus, als hätte er damit 2-3 Hektar Waldland gerodet. Aber es ging ihm den Umständen entsprechend gut und so trollten wir uns in Richtung Liepe, wo es, im Gasthof „Zur guten Hoffnung“ Mittag geben sollte.

Gerade saß man gemütlich im sonst menschenleeren Biergarten, als Pdas Fernsprecher schellte und seine hochschwangere Gefährtin Luzi durchgab, dass sie sich aus Langeweile ebenfalls aufs Rad gesetzt hatte und unweit unseres Standortes sei. Wenige Minuten später traf sie ein und wurde aufs herzlichste begrüßt.
Aufgrund der doch recht kühlen Temperaturen wollte sich keine rechte Gemütlichkeit einstellen und so saß man schon kurz nach Begleichung der Zeche wieder auf dem Rad, um am, sich unmittelbar anschließenden Anstieg nach Brodowin, wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Nicht mehr dabei waren ab diesem Zeitpunkt Luzi und Pda, welche den Heimweg antraten.

Mit rikman hatte ich ausgemacht, dass ich auf keinen Fall den zuaspahltierten Ostweg am Parsteiner See entlanfahren würde. Und da rikman im Grunde seines Herzens ein vernünftiger Mensch ist, stimmte er mir nach intensivem Selbststudium der Karte zu und wir fuhren so wie ich es ohnehin vor hatte (bis auf die Seepassage).
Nach Brodowin kam Serwest, dann Buchholz und dann auch schon Groß Ziethen. Vor die Entscheidung gestellt, 3km auf Asphalt vor sich in zu dümpeln oder sich stattdessen lieber auf einem bergauf führenden Rumpelweg ordentlich durchschütteln zu lassen, entschied sich die stets im Bilde seiende Rennschnecke (…welche am heutigen Tag dem ersten Teil ihres Pseudonyms alle Ehre erwies) ohne zu zögern für die anspruchsvollere Variante. Rikman bemerkte meine Eigenmächtigkeit erst als es zu spät war und dem nach eigener Aussage „leicht angetrunkenen“ Rob, welcher Streckenkenntnis besaß entfuhr nur ein kurzer Unmuts- oder Angstquieker, welcher aber allgemein überhört wurde. Und so war der Weg frei.

Eine knappe ¾ Stunde später war Angermünde erreicht, wo noch vor Eintreffen des Zuges diverse Biere gekauft werden konnten. Und schon saß man gemütlich im Oberdeck des Wagens, welcher und auf kürzestem Wege nach Hause chauffierte. Von einem jeden Mitreisenden wurde noch schnell eine Aussage in der Art von: „War prima.“ „Wirklich toll das Eisen-SK“ oder auch „Schaue Tour“ abgepresst, bevor jeder seinem Zuhause zustreben durfte. Ach ja, ich glaube, wir haben Propers GPS noch zusammengetreten. Neumodischer Schei…

14 Kommentare

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  • Ihr Helden. Ein schöne Tour scheint das gewesen zu sein. Danke für den anschaulichen Bericht seitens des Herrn Oberst. Gern wär auch unser Tandem, nebst Ehefrau, mitgefahren, jedoch war da noch der Sohn, dem Touren jenseits der 100km-Grenze noch nicht zumutbar sind. So wurde es dann eine traumhafte Grunewaldtour, mit Picknick-Koffer, Eis am Grunewaldturm und – ja – ein, zwei Spaziergänger waren auch unterwegs. Bis bald und Grüße an alle siebzehn (keiner verloren gegangen?)… menis

  • Sehr fein hast du das zusammengefasst! Mir hat es riesig Spaß gemacht, mal wieder mit so einer Horde durch die Wälder zu lurchen.

  • ah, sehr schöne ausfahrt meine freunde des Eisen SK;-) mit aufmerksamkeit habe ich eure gestrigen taten gelesen. gute besserung an den sturzpiloten 😉 auch wir waren nicht untätig, wie bereits angekündigt. ein gruß vom aussenposten : coffee-in.blogspot.com/

  • Es ist immer wieder ein so schönes Gefühl, abends mit einem Teller dampfender Pasta und frisch geduscht auf dem Sofa zu sitzen und das Lächeln im Gesicht will einfach nicht weichen….
    eine klasse Tour mit Freunden im Wald ist schon etwas Schönes.
    S.

  • Nun, ein paar blöde Kommentare mußte ich mir als Kreuzberger mit dem Gesicht heute morgen schon anhören. Der Kopf scheint soweit heil gebliegen zu sein (auch der Helm, komischerweise). Nur der Nacken zickt noch rum…
    Trotz alledem, eine wunderbare Tour.

  • Von so einer Massentour habe ich wirklich lange nichts mehr gelesen. Klingt nach jeder menge Spaß.

    Ich freu´ mich auf Euch Nasen in der Rhön!!!

  • abgeschnitten von weltweitumspannenden datennetz und ohne zweirad verbrachte ich ein paar tage in der großen stadt. leider musste ich bereits am ersten maientag die rückreise antreten da nicht nur meine Brigade mich brauchte … nein auch ein nachwuchsjungpreuße welcher im bösen KA seine lehre als tasten f*cker angetreten hatte musste heil wieder in den südwesten geschafft werden. das einzigst gute war … die spritkosten gingen durch 2.

    schade schade schade…. wäre gern mit euch geradelt denn es war eine tour wie in alten zeiten.

    eL

  • …denn es war eine tour wie in alten zeiten.

    Naja, nicht ganz. In alten Zeiten wären viel weniger Leute angekommen. Der Rest hätte das Feld der Ehre getränkt, wie es seit altersher Brauch ist im Eisen-SK

  • ALLERDINGS! Ich muss schon sagen – da wird immer gegen die Schmalspurfraktion gewettert, aber die hier geschilderten Ereignisse sind doch selbst durch Vernel Lavendel Soft gespülte Windeln an Weichheit nicht mehr zu überbieten! Ihr habt unseren Ruf ruiniert! Ich höre schon die Unkenrufe (Fistelstimme) “Huch – der ESK ja eigentlich gaaaanz nett…!”. Danke!

  • Was hälst du davon, wenn wir den morgigen Tag nicht für die Sicherung des Weltfriedens nutzen, sondern uns um unser beschädigten Ruf kümmern. Idealerweise rufen wir – ganz nach der neuen Mode – zu einem sympathisch liebevollen, gruppendynamisch ausbalanchierten Nightride auf. Zum einen würde dann rikman kommen, zum anderen wäre das die Möglichkeit 10-20 Forumsteilnehmer im dunklen Tann zu verlieren. Schade nur, dass es wieder ESK-Wetter zu werden droht. Es bleibt trocken bei 22 Grad… menis

  • “10-20 Forumsteilnehmer im dunklen Tann zu verlieren.”

    also ich erinner mich an so ein mehlauge das kaum dem krankenbette entsprungen, meinte das esk auf einem nachtritte herauszufordern…. um dann an den windmühlen jämmerlich verlorenzugehen. dummerweise hat es ohne licht wieder nach hause gefunden. das hat die welt jetzt davon.

  • Also ich find’s köstlich … immerhin sind doch einige mit “Schnauze voll” abgehauen, haben den Waldboden umgepflügt oder wenigstens vor Vergnügen gequieckt.
    Und vielleicht, ja vielleicht, findet sich ja sogar die eine oder andere Blutgrätsche am Wegesrand … so wie früher.
    Beste Grüße, sketcher

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