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Die Eroberung der Ruppiner Schweiz auf dem Seeweg

von Zwock:

Alles begann irgendwann im Frühsommer, als Staubi noch guter Dinge war und der Stapellauf eigentlich im Juni stattfinden sollte. Wir schmiedeten Pläne für einen Tripp zum Gudelacksee um dort bei Rudi ein wenig die Sonne zu genießen. Es begab sich aber, dass die Baumaßnahmen immer unüberschaubarer wurden und deren Fertigstellung in weite Ferne rückte.

Vor Vier Wochen war es dann endlich soweit, Lisa-Marie wurde dem ihr bestimmten Element übergeben. Unter bangen Hoffen glitt der elegante Holzrumpf langsam ins kühle Nass. Durch die lange Zeit an Land waren die Planken der betagten Lady schon sehr ausgetrocknet und so mußte sie vor ihrer ersten Fahrt einige Tage im Dock quellen. Aber die Hobby-Bootsbauer hatten ganze Arbeit geleistet und die Dichtigkeit stellte sich selbst wieder her.
Die Planung wurde beendet und am Wochenende vom 14. bis zum 16. Oktober sollte die Tour stattfinden. Wir beschlossen möglichst früh zu fahren um evtl. schon am Abend unser Ziel zu erreichen. So holte mich Staubi am 14. gegen 16:30 von zu Hause ab und wir besorgten die letzten notwendigen Vorräte. An der Spinnerbrücke bunkerten wir noch einen Kanister Benzin und machten uns auf den Weg zum Liegeplatz. Das beladen gestalltete sich noch als sehr mühselig, da wir die 25 Tonnen Proviant und Ausrüstung noch einige hundert Meter weit tragen mußten. Diese letzte Hürde hatten wir dann gegen 18:30 genommen.
Nach all der Plackerei beschloßen wir ersteinmal ordentlich zu Abend zu Essen. Staubi hatte Norddeutschen Kartoffelsalt gemacht, der übrigens sehr lecker war, und die ersten Würste mußten den Hitzetod in Staubis mitgebrachten Pfannensortiment sterben.

Gut gestärkt tranken wir noch ein gepflegtes Gläschen Rotwein und sinnierten so vor uns hin. Der langsam aufkommende Nebel verwandelte die Kajüte stetig und gnadenlos in eine Tropfsteinhöhle. gegen 23:00 strichen wir dann die Segel und legten uns in die Kojen.
Pnentrant riss uns dann um 4:30 der Wecker aus dem Schlaf doch der Skipper beschloß in seiner unendlichen Weisheit noch ein wenig liegen zu bleiben. So stellte ich das morgendliche Folterinstrument auf 7:00 und legte mich dankbar wieder hin.
Als uns der Alarm dann zum zweiten mal an diesem Morgen aus den Träumen riß gab es kein Pardon mehr. Nach kurzer Morgentoilette stand als erste Herausforderung das legen des Mastes auf dem Programm, welches aber innerhalb kürzester Zeit erledigt war. Die eigentliche Aufgabe stellte uns der, einem handelsüblichen Küchenmixer nicht ganz unähnliche Außenbordmoter japanischer Herkunft, welcher vom Skipper liebevoll Töffel gennant wurde. Trotz verzweifelter Anstregung wollte es uns einfach nicht gelingen dieses Prachtexemplar fernöstliecher Maschinenbaukunst zum laufen zu bringen. Nachdem wir abwechselnder Weise eine gute Stunde an dem Sch…teil rumgezerrt hatten erwachte er laut hustend endlich zum Leben und wir konnten endlich in See stechen.

Da es weiter nichts zu tun gab schmiss ich den Benzinkocher an und kochte erstmal Kaffee. Meine erste Pflicht, das Säubern des Bootes erledigte ich offensichtlich zur vollsten Zufriedenheit des Skippers. Langsam vertrieb die Sonne den Nebel und wir tuckerten an den Wannsee Fischern vorbei die eilig ihren Fang einbrachten. Gegen 9:00 erreichten wir die Spanndauer Schleuse, die wir mit einem tschechischem Schubverband teilen mußten. Das Festmachen verlief ganz unspektakulär und schnell waren wir auf das richtige Niveau geschleust. Nachdem sich die Tore wieder öffneten wurden wir fast vom Kielwasser der Anlaufenden Maschinen des vor uns liegenden Stahlungetüms zerrissen.

Nachdem sich das Wasser wieder beruhigt hatte tuckerten wir langsam los.

to be continoued

3 Kommentare

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  • so lob ich mir einen tuechtigen seemann. der aussenborder laeuft, kaffee und fluppe inner hand – alles roger!

    bin gespannt auf die ersten kampfscenen mit den eingeborenen fischern im ruppiner land…

    rb

  • Eine Weile musste ich schon nachdenken, doch dann lichtete sich der Nebel:
    Alles wie einst: Graf Luckner auf der “Seeadler” auf Feindfahrt.
    Na dann Seemann, immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

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