Home » Touren » Jagd auf den Goldenen Oktober

Jagd auf den Goldenen Oktober

Jedes Jahr aufs neue kommt eine Zeit, nach der Zeit in der es eigentlich warm und sonnig sein soll, in der es immer noch warm und sonnig ist, obwohl eigentlich schon nasskalte, neblige Tage mit fallendem Laub herschen sollen. Diese Tage nach dem Sommer werden vom Volksmund mit Altweibersommer bezeichnet und fallen meist in den Oktober. Die Sonne steht tief, die Luft ist klar, die Blätter verfärben sich von Grün in alle Gelb-, Orange-, Rot- und Brauntöne, die Jagd auf den Goldenen Oktober hat begonnen!

Jedes Jahr aufs neue kommt eine Zeit, nach der Zeit in der es eigentlich warm und sonnig sein soll, in der es immer noch warm und sonnig ist, obwohl eigentlich schon nasskalte, neblige Tage mit fallendem Laub herschen sollen. Diese Tage nach dem Sommer werden vom Volksmund mit Altweibersommer bezeichnet und fallen meist in den Oktober. Die Sonne steht tief, die Luft ist klar, die Blätter verfärben sich von Grün in alle Gelb-, Orange-, Rot- und Brauntöne, die Jagd auf den Goldenen Oktober hat begonnen!

Ich verabschiedete mich mit der Tour am 25. ESK-Jubiläum nach Spanien und kehrte erst am 28. auf 29. September, um gleich weiter in das Land des neuen EU-Nachbarn Tschechien aufzubrechen. Dort kam ich in finsterer Nacht an und fand sogar relativ schnell und ohne Umwege die Baude nahe Tannwald. Tannwald heißt heute natürlich anders, aber ich kann mir diese wahrhaftig “Böhmischen Dörfer” nicht merken. Liebevoll wurde ich mit meiner Begleitung von den drei anwesenden Herren empfangen. OnkelW, Bigfoot und Mischiflix halfen beim Tragen des Gepäcks und sofort wurde ein Begrüßungsbier geöffnet. Nach einem vierten Herrn, der hier vermutet wurde, suchten wir vergebens, er war schlichtweg nicht da, warum auch immer wird nur er wissen, vielleicht klärt er uns aber auch mal im internen Forum auf…

Am nächsten Morgen machten OnkelW und ich uns erstmal auf, die Autos in sichere Hände zu geben. Danach tätigten wir noch kleinere Einkäufe und die Tour konnte beginnen. Für den ersten Tag stand lockeres “Einrollen” und Kennenlernen der näheren Umgebung auf dem Plan. Wir machten eine Runde von ca. 25km mit locker 750hm, von locker konnte da keine Rede sein. Das dreiwöchige Trainingsloch machte sich zwar noch nicht wirklich bemerkbar, sollte aber noch gnadenlos zuschlagen. Das Wetter war nicht so toll, eher grau-in-grau, aber es fiel kein Regen. Wohin die Tour genau führte, weiß ich nicht, nur das wir zweimal den rauschenden Gebirgsbach der Iser überquerten und dabei auch ein Gruppenbild machten (OnkelW, bitte). Nach dem zweiten Überqueren zeigte der liebe Onkel auf einen Weg, welcher in direkter Falllienie nach oben zu einer Kirche führte. Den ging es rauf, danke, zwischen 18-28% zeigte der Höhenmesser, ich quitierte das mit lautem Röcheln, Mischi mit schieben…

Zum Glück dauerte der Spuk ja nur 25km und froh war ich, als unser Dörfchen zu sehen war. Am Abend besuchten wir in Tannwald eine Lokalität und ließen uns bekochen. Aus griechischem Salat wurde Gurkensalat, das Bier war nicht lecker und so zogen wir rasch wieder auf unsere Alm. Der Fußmarsch bei Taschenlampenschein und 300hm bergan war nach zwei Halben vom feinsten und nicht schlecht zur Verdauung.

Am nächsten Morgen, dem ersten Tag des Monats Oktober bergüßte uns das Wetter mit strahlend blauem Himmel und Kaiserwetter pur. Die Temperaturen lagen deutlich über denen des Vortages und alles war bereit für die “Königsrunde” ins Riesengebirge. Dazu muß man sagen, daß die drei Jungs ja schon seit Montag vor Ort waren und die ein oder andere Runde in der Umgebung absolviert hatten und sich diesen Spaß für uns aufgehoben hatten. Es ging gleich nach dem Start hoch, ohne wenn und aber, ca. 200hm, anschließend knallten wir den steilen Weg von gestern runter, überquerten die Iser und jetzt begann mein Waterloo. Nein, nein und nochmals nein, nie wieder im Leben wollte ich Radfahren, verkaufen wollte ich meine Bikes und mich im Deutschen Alpenverein anmelden und wandern gehen. Ich schob, während die anderen fuhren, ich hatte keine Kraft die Pedale zu treten, keine Kraft am Horn zu reißen und keine Motivation es auch nur noch einen Meter zu probieren. Ich schmiß mein Bike zu Boden und fluchte…

Ja es gibt Beweisfotos, ich willige ein sie der Öffentlichkeit zu zeigen (auch wenn ich in dem Moment OnkelW etwas anderes androhte 😉
Irgendwann waren wir dann auf dem Kamm ind der Nähe der Skischanze von Hachrarov??? angekommen. Wir rollten den Kamm entlang bis zu einem Berghof und ab da hieß es erneut schieben, diesmal für alle. Hatten wir doch nun das Gebiet des Nationalparks erreicht und unser ausgesuchter Weg gehörte nicht zu den offiziellen Bikerouten. War auch besser das wir schoben, denn auf dem Weg nach oben begegneten uns zwei Ranger, welche freundlich aber bestimmt uns mitteilten “No bikes!” Kein Problem, wir schoben ja eh. Kurz vor der Elbquelle erreichten wir ein Hochplateau und entschieden das auf dem asphaltierten Stück biken wohl nicht verboten sein würde und rollten in Richtung Pramen Labe. Kurzes Photoshooting, auf der anderen Seite (östlich) war die wolkenverhangene Schneekoppe zu sehen, im Norden lag der Kamm des polnischen Teils des Riesengebirges und im Süden war Hacharov zu sehen. Wir fuhren nordwärts, erst durch die Elbe (hähä) und dann stramm nach Polen rein. Hier oben auf 1500m wehte es ganz schön frisch und letzte Schichten an wärmender Kleidung wurden angelegt vor der bevorstehenden Abfahrt.

Eigentlich dachten wir in Polen wären die Regelungen das Biken im Nationalpark betreffend nicht so streng. Als sich aber kurz vor dem tschechichen Schlagbaum ein polnischer Grenzerjeep in unsere Richtung in Bewegung setzte, zogen wir es vor, dieser Frage nicht auf den Grund zu gehen und rollten die zwei Meter zurück nach Tschechien 😉 Am Nordkamm konnte man prima in die Ebene Schlesiens blicken, sehr schöne Eindrücke entschädigten mich für meine erlittenen Qualen. Sowieso rollten wir jetzt ewig bis nach Hacharov runter und verloren fast 800hm. Das Nest zeigte noch etwas mehr als die anderen Dörfer und Städtchen seinen touristischen Charakter und wir machten uns auf den Anstieg zur Heimatbaude gen Sumburk.

Mir ging es jetzt auch besser an den Anstiegen, meine Beine hatten sich wieder an die sportliche Betätigung aklimatisiert und arbeiteten zu meiner Zufriedenheit. Nach dem Uphill zum Örtchen unseres späteren Pizza/Nudel/Allerlei-Gelages ging es sogar nochmal einige Meter bergab und trotz unterschiedlicher Strecken gelangten wir alle zur Baude. Duschen und dann zu Fuß mit Lampe wieder hoch zum bereits angesprochenen Gelage in der Wirtschaft. Selten war ich so fertig nach nur 52km, ich glaube allerdings auch noch nie über 1750hm auf so wenig Kilometern gefahren zu sein.

Am nächsten Tag sollte es grau in grau bleiben (Regentag) und außer einer 2stündigen Wanderung zum Supermarkt nach Tannwald blieben an diesem Tage sportliche Betätigungen aus. Ein klassischer Hüttentag bei lesen, quatschen, Holz nachlegen, abends kochen und Bier trinken. Ein extra-Dank an Mischi, der sich bereit erklärte bei Nieselregen und Dunkelheit nach Tannwald runterzufahren, um noch einige Pilsetten klarzumachen und den abendlichen Rausch zu sichern. Irgendwann fielen dann alle müde ins Bett und am nächsten Morgen ging es ans packen, aufräumen und Auto holen. Während die anderen über Görlitz den Weg zurück fanden, fuhren wir über Gablonz, Reichenberg gen Zittau durch die Oberlausitz. Schöne Ecke, lohnt sich mal hinzufahren.

Profil gibt es von der “Königstour” hier

Fotos kann OnkelW mal einstellen, wäre sehr nett von Dir, DANKE!!!

In den kommenden Tagen nach meiner Rückkehr in Frankfurt zog ich das Training richtig an. Seit dem 4. Oktober saß ich bei neunTouren im Sattel, eine letzte mit meinem treuen M4 (eine sehr traurige und völlig andere Geschichte), zwei mit dem Singlespeeder und die anderen mit dem schmalspurigen. Das Wetter zeigt sich von seiner wahrhaft “goldenen” Seite und meine Jagd in den letzten zwei Wochen war von traumhaftem Bedingungen und Farbspielen begleitet. Zweimal kam ich mit dem letzten Licht nach Hause und das Lichtspiel des Sonnenunterganges mit den Übergängen von Gelb-Blau nach Orange, Rot und Violett war gigantisch. Heute und morgen sollen die letzten beiden Tage des goldenen Oktobers sein und auch heute werde ich nach Feierabend nochmal aufbrechen und das Farbenspiel jagen gehen.

Die gestrige Tour war eine durch vier Landkreise und ich bekam viel geboten, vielleicht hat ja einer von Euch Lust die Tour auf der TK nachzuvollziehen, hier auf jeden Fall mal das Profil: Jagd auf Goldener Oktober

Bitte seht es mir nach, noch keine detaillierte Spaniengeschichte verfasst zu haben, aber die Jagd ging vor…
dd “Eule”

darkdesigner

3 Kommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • wow, dreihundert hm runter laufen zum bier holen oder nachm essen das selbe hoch. DAS nenn ich hart, jungs!
    ein schoenes wochenende hattet ihr da. mal sehen wann ich die mir so geliebten isar- und riesengebirge biketchnisch erlebe…

    rb

  • Ja ja, das waren ein paar schöne Tage. Eine kleine Auswahl an Bildmaterial ist jetzt im Bildarchiv zu finden.
    Ich hoffe der alte Zausel hat nicht zu viel gemeckert…aber einer muss ja für Ordnung sorgen 😉
    Einen Bericht schaffe ich leider nicht zu schreiben, ich muss mich im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Müll beschäftigen.
    Beim nächsten mal können wir ja die Türmetour mal auf 5 Türme erweitern und die Königsetappe führt dann nach Polen auf den Smrk, ich hab da schon ein paar Ideen…. 🙂

    OnkelW

  • Oh nein, bitte nicht… 😉
    Wenn ich so recht überlege, hätten wir wirklich ab der Elbquelle auf der polnischen Seite weiter bis zur Schneekoppe gekonnt. Ein Problem ist jedoch das Bikeverbot und das damit zusammenhängende mit Rangern und Grenztruppen. Oder man hält sich nur an die markierten “Bike-Wege”…

    Du hast gemeckert, wann denn??? 😉

Archiv

Archive

Folgt uns auf