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Eisen-SK West beim Rheingaumarathon

Ja der Rheingau, oft besungen, oft bereist, gilt er doch als eine der sonnenreichsten Landschaften Deutschlands, seine Weine genießen Weltruhm, die Winzerfeste sind rauschend und die Schlösser in den Weinbergen Romantik pur.

Ja der Rheingau, oft besungen, oft bereist, gilt er doch als eine der sonnenreichsten Landschaften Deutschlands, seine Weine genießen Weltruhm, die Winzerfeste sind rauschend und die Schlösser in den Weinbergen Romantik pur.

Etc, pipapo, die negativen Seiten sind Rüdesheim und die Drosselgasse, Tourihölle pur, am Niederwalddenkmal geben sich Amerikaner und Asiaten ein Stelldichein und an jedem Parkplatz sind Horden von pinkelpausierenden Rentnern zu finden.

Etwas abseits dieses Trubels, oberhalb von Eltville, liegt das kleine beschauliche Winzerdorf Kiedrich. Kiedrich ist einmal im Jahr der Nabel des Rhein-Main-Gebietes was die stollenbereifte Zweiradfraktion betrifft. Alles was Rang und Namen hat, bzw. sein bestes Stück den neugierigen und neidischen Blicken aussetzen möchte, ist hier am Start. Der Termin lag in diesem Jahr zwar etwas ungünstig, da nächstes Wochenende in Frammersbach (Spessart) die Europameisterschaft im Marathon ausgetragen wird, doch die Veranstalter schafften es tatsächlich über 1000 Biker/innen an den Start zu bringen.

In diesem Jahr gab es lediglich eine Distanz, 60km Halbmarathon, exakt 1010 Leute am Start, das Wetter 30°C, keine Wolke am Himmel, SOMMER!!!

Neben mir waren noch die “schweizerische Austauschfahrerin”, Theresia und Johannes HH (Yo Gomez) als Eisen-SK West am Start. Ich belegte im Vorjahr Platz 51 und rechnete mir ähnliches in diesem Jahr aus. Nur waren es letztes Jahr blos 700 Starter und die Strecke 5km kürzer. Die besten 100 des Vorjahres durften in einem eigenen Startblock vor dem Hauptfeld stehen, komisch mich hatte man vergessen. Dumm deshalb, weil es extrem eng und hektisch zugeht, wenn 1010 Verrückte völlig nervös eine 3m breite Straße zum Start benutzen müssen. Hatte ich letztes Jahr ziemlich Glück, so gelang es mir diesmal lediglich als 120-130 am Start zu stehen.

Um 905 knallte der Startschuß und sofort ging die Post ab. Ein ca. 2km langer Uphill katapultierte uns von 188m ü. NN auf 450m ü. NN, das Feld zog sich sofort in eine ewig lange Kette. Ich überholte die ersten Fahrer, wurde auch hier und da überholt und langsam positionierten sich alle im Feld. Meine Taktik war recht einfach, wollte ich es nach zwei fast schlaflosen Nächten ruhig angehen lassen und einfach mal testen wie die Form so ist. Bis zur ersten Verpflegung bei KM 21 ging es fast nur bergauf, bis zur zweiten bei KM 42 waren dann fast die gesamten 1469hm bewältigt.

Was mir sofort auffiel, während ich am Berg die Leute überholte, war es in den Abfahrten genau umgekehrt. Meine Downhill-Technik war nicht existent, zumindest nicht das Tempo mit den anderen zu vergleichen. Aber wenn ich ehrlich bin, mir macht es eben auch mehr Spaß Leute beim Uphill zu versägen, als ständig im Downhill “Platz da – aus dem Weg” zu brüllen. Einen besonders agressiven Zeitgenossen befragte ich dann beim nächsten Uphill-Überholvorgang meinerseits mal nach seinen Intensionen für sein Verhalten. Etwas wortkarg war er dann schon und so zog ich ohne befriedigende Antwort von dannen 😉

Irgendwann bei Kilometer 35 etwa, wurde dann mal eine Zwischenplatzierung zugerufen, Platz 76 lautete das Resultat für mich. Etwas enttäuscht rief ich dem Streckenposten nur zu, “So, ein Mist, dann muß ich noch 26 Leute überholen…” Er war da anderer Ansicht und ich solle doch bei über 1000 Fahrern zufrieden sein. Egal, ab der zweiten Verpflegung bei km 42 war klar, jetzt wird Anschlag gefahren. Keine 80-90%, nein jetzt dann doch 100%. Es entwickelten sich heiße Duelle um jeden Rang, unter den ersten 100 ging es echt zur Sache und Unachtsamkeiten, Fahrfehler oder kleine “Ruhephasen” wurden sofort mit Platzverlusten bestraft.

Ich lieferte mir besonders mit einem Fahrer ein Duell bis zum Ziel. Immer wieder wechselten die Postitionen und manchmal war einer sogar außer Sichtweite, aber immer wieder trafen wir aufeinander. Dabei überholten wir etliche Leute, als es auf die letzten 3-4km ging konnte ich endlich wieder zu ihm aufschließen. Im finalen Downhill saugten sich aber noch zwei Fahrer von hinten an uns ran und die galt es erstmal zu distanzieren. Mit großem Blatt gelang es uns, nach vorne versuchten wir alles aber der letzte greifbare leistete erbitterten Widerstand und so überließ ich den Zielsprint den beiden. Mir war wichtig nach hinten nicht wieder einen Platz zu verlieren und die Zieleinfahrt war verdammt eng und gefährlich.

Ich hatte die 60km in 2:47h geschafft und landete doch noch auf dem 54.Platz mit nem 21er Schnitt. Dafür das ich zwei drittel nur mit 80-90% gefahren bin, war ich verdammt zufrieden und wartete auf die anderen. Erstmal ein Weizen und Schnack mit den anderen Fahrern, irgendwann kamen sie dann. Genaue Platzierungen der anderen, Zeiten, Höhenprofil und Bilder werden selbstredent nachgereicht.
dd”eule”

Übrigens war mein härtester Konkurent einer aus der DIMP-Sippe und zwei Tage lang im Taunus unterwegs gewesen. Die DIMP-Sippe wiederum traf ich bereits am Freitag Abend am Fuchstanz (der Taunustreff), dabei auch Präsi, schönen Gruß an alle!!!

rheingaumarathon

darkdesigner

10 Kommentare

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  • hey, echt saugut eule! ein starterfeld von 1000 leuten isja auch nicht ohne. fein fein.

    abe wie unsere schweizerische austauschhschuelerin abgeschnitten hat wurde ich schon gerne erfahren – hier brauch sich keiner blamieren.

    rb

  • Puh, 3:42 und 423. Platz… Naja, dafür daß ich von hinten mich durchgewühlt habe und mehrfach im Stau stand (alleine 10min bis es das erste Mal rollte).

    Aber hat sauviel Spaß gemacht! Schönste Natur und teilweise geile Trails bei perfektem Wetter – so muß es sein!

    Und wenn schon nicht mit dem Singlespeed, so doch wenigstens ohne kleines Kettenblatt – ein bißchen Singlespeed muß halt sein! 🙂

  • Soll ich? Soll ich nicht???
    Kann ja eh jeder nachlesen…

    Also aus dem in meiner Emailiste befindlichen Personenkreis sind folgende Ergebnisse zu vermelden:

    17. Platz, Florian Schwarte, 2:36:11
    54. Platz, Tobias Springer, 2:47:36
    242. Platz, Tim Pletscher, 3:18:08
    432. Platz Johannes Glatz, 3:42:31
    710. Platz Theresia R-bach, 4:39:19 (2 Platten)
    739. Platz Lenka Padelkova, 4:45:35

    Und schämen braucht sich keiner, bei 60km und 1469hm bei 30°C
    dd”eule”

  • DD, kann es sein, dass du noch zu erquicklicher Morgenstunde (07zwanzig) an einer Parkbank mit sich herumlümmelnden Gäsbockbikern vorbei geradelt bist? Ich entbot den Gruß in Richtung des ESK, doch das Zeichen der GBB zu erkennen war dir auf die Distanz (5 Meter) wohl nicht vergönnt. Sei’s drum. Schön war’s.

    Kelme

  • Ach Kelme,

    Du warst das, ich hab im vorbeifahren etwas vernommen, aber war da schon geistig völlig im Startgetümmel 😉

    Das nächste Mal etwas lauter und bestimmter Grüßen,
    soviel Zeit muß sein!!!

    Aber wir sehen uns ja vielleicht am Erbeskopf, bin bei der langen Runde am Start.
    dd

    Wie lief es denn bei Dir in Kiedrich???

  • Ja dd,

    wenn du wissen möchtest, wie Kiedrich bei lief, solltest du mal den ersten Beitrag im Forum (du steht im Fred an Stelle 20) zum Marathon lesen. Ne, ich war echt zufrieden. Unter den ersten 200 bei der Veranstaltung ist für einen alten Mann (Senioren I) ganz ok. 43-ster in meiner AK. 3:12:10 als Endzeit.
    Erbeskopf geht bei mir dieses Jahr nicht. Die GBB starten vier Tage später in die Alpen und da will ich das “Risiko” nicht mehr eingehen. Ich kenn mich doch: 1. Wenn dann Langstrecke. 2. Wenn schon Langstrecke, dann auch gucken was geht und Anschlag fahren. Ergebnis: Ich würde platt in den Alpen hängen und den Spaß will ich den anderen Mitfahrern nun nicht gönnen.

    K.

  • Na dann hau rein in den Alpen, werde Dich würdig vertreten am Erbeskopf. Ist diesmal das Rennen des Jahres für mich!!!

    Viel Spaß und übertreibt es nicht in den Alpen,
    dd

  • Weit du eigentlich, dass du bei Google wenn man “Rheingaumarathon” eingibt, als allererstes erscheinst?
    Oh mann! wie wenige müssen denn in meiner Altergruppe gestartet sein, dass ich bei 1000 Startern auf den 5. Platz komme?

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