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Taunus-Ultra III

Fangen wir doch mal von vorne an. Beim Taunus-Ultra handelt es sich um die Umsetzung einer verrückten Idee des Kronberger MTB-Guides Jürgen. Irgendwann beschloß er den Naturpark Hochtaunus Rundwanderweg an einem Tag zu fahren. Und ich bin seit der ersten Auflage dabei…

Nachdem sich die Teilnehmerzahl ja vom ersten auf das zweite Jahr verdoppelt hatte, waren wir/ich doch sehr gespannt, wie viele sich in diesem Jahr der Herausforderung stellen wollten.

Im Vorfeld hatten sich einige angekündigt, darunter auch jede Menge Damen. Vielleicht lag es am doch eher schattigen Wetter, auf jeden Fall waren wir am MTV-Gelände zu früher Stunde 7:30 gerade mal zu sechst. Damen wurden nicht gesichtet.

Um keine Zeit zu verlieren, starteten wir nahezu pünktlich um 7:31 Uhr. Die Temperatur lag bei ca. 10-11°C, der Himmel war stark bewölkt.

Die ersten Meter verliefen zügig, rasch erreichten wir nach sanftem Anstieg die Saalburg. Verschlafen zu früher Morgenstunde lag sie da, wir nahmen nur kurz Notiz und ab ging es über 100hm runter zur Lochmühle. Dort querten wir das Köppener Tal um auf der anderen Seite entlang des Limes zum Munitionsdepot zu klettern.

Am Depot in Richtung Norden, immer den Wegmarkierungen des Naturpark Hochtaunusweges folgend erreichten wir als nächsten Ort Ziegenberg. Nur kurz durchquerten wir Ziegenberg um dann entlang der Landstraße nach Wiesental zu fahren.

Der Weg verläuft ab hier entlang eines kleinen Bachs, direkt am Wiesental hinauf zum Kreisjugendheim Hubertus. Es folgen einige Meter uphill und der erste “Höhepunkt” des Tages war mit dem Hausberg erklommen. Die Aussicht war wegen des schlechten Wetters eher mager. Bevor wir auskühlten zogen wir schnell was warmes an und machten uns auf die Abfahrt.

Irgendwo im Wald vor Cleeberg ereilte uns dann der erste Defekt. An einem unvermuteten kurzen Gegenanstieg wollte die Kette nicht aufs kleine Blatt und Horst´s Kräfte ließen die Kette mit einem Mal reißen. Nur gut das wir genügend Stifte mithatten, kurz genietet und weiter gings.

In diesem Moment fing es das erste und einzige Mal an diesem Tag an zu regnen. Der Schauer war aber nur von kurzer Dauer und nachdem die Steigung in Cleeberg bezwungen, da hörte es auch schon wieder auf.

Auf und ab durch Wald und Wiese, Volpertshausen durchquert, gelangten wir dann nach Wetzlar. Wie in jedem Jahr wurde der örtliche Konsumtempel des kurzfristigen Bedarfs geplündert und allerlei Süßes eingekauft. Da dieser Ort einen ungewöhlichen Charme verspüht, zogen es einige vor schnell für den Aufbruch zu plädieren.

Ich hatte gerade mein Brötchen und Cranberry-Muffin verschlungen, da hieß auch schon wieder uphill. Alles lag schwer im Magen, aber die Serpentinen und der Ausblick auf die Lahnstadt Wetzlar entschädigten für die Steine im Bauch.

Oberhalb der Stadt gibt es dann einen feinen Trail, ich fuhr an zweiter Position und hatte (mal wieder) eine viel zu große Übersetzung für die kurzen Anstiege auf dem Trail gewählt. Naja, so verursachte ich einen Stau (vielleicht lag es aber auch an den Steinen im Bauch), bei der Gelegenheit riß dann bei Walter die Trinkflasche samt Halterung ab und verabschiedete sich ein paar Meter abwärts.

Erfolglos wurden Reperaturversuche unternommen, aber eine Unterlegscheibe war unauffindbar. Nur wenige Augenblicke später hatte Walter dann den nächsten Defekt, Platten am Hinterrad. Wenigstens konnte ich während der Technikstunde ordentlich verdauen und gestärkt die Weiterfahrt antreten.

Nachdem wir ein ehemaliges Militärgelände durchquert hatten, lag auch schon der Anstieg nach Braunfels vor uns. Ein kurzer aber durchaus steiler Anstieg von ca. 100hm bis zum Marktplatz der mittelalterlichen Stadt.

Die gewonnenen Höhenmeter wurden im anschließenden Downhill auf Asphalt schnell wieder vernichtet, um direkt danach erneut in Angriff genommen zu werden. Als nächstes kamen wir über Hirschhausen nach Kubach, die Schleife zur Kristallhöhle ließen wir aus und fuhren direkt in Richtung Berghof.

Zum ersten Mal an diesem Tag stand uns der Wind auf freiem Feld mit geballter Kraft gegenüber. Zum Glück waren es nur ein paar Kilometer und das schützende Lahntal war bei KM 90,5 in Weilburg erreicht.

Wie vorher angekündigt wurde jetzt Tempo gemacht, mit konstant 30km/h wurden die einzigen flachen Meter des Tages an der Lahn abgespult. Für einige war es wohl doch etwas überraschend und das Mannschaftszeitfahren führte zu einer kurzen Erhohlungspause am Ufer der Lahn.

Ab Aumenau heißt es dann wieder Höhenmeter machen, wir verließen die Lahn und befanden uns auf den letzten 50km. Auf Grund des unpassierbaren Weges legten wir die ersten km bis Langhecke auf der Landstraße zurück, aber ab dort hieß es klettern im Wald.

Auf langgezogenen Forstautobahnen kamen wir Meter um Meter höher, immer 200m hoch dann 100m runter und wieder hoch…
Irgendwann kurz vor Rod an der Weil ist dann der Feldberg zu sehen, links daneben, klein und versteckt der Pferdkopf, diesen gemeinen Hügel gilt es nämlich noch zu bezwingen.

Davor liegen noch zwei knackige Anstiege, einer zum Weilblick und der zweite nach Altweilnau hoch. Diese ziehen vor dem eigentlichen Schlußanstieg so brutal an den Kräften, daß manch einer hier schon sein blaues Wunder erlebt hat (so auch ich vor zwei Jahren).

Nach der halsbrecherichen und unfahrbaren Abfahrt (ich mag sie einfach nicht…) gelangten wir endlich zum Fuß des Anstiegs nach Treisberg. Rechts an der Landsteiner Mühle vorbei und ab gehts. Die ersten Meter auf Asphalt und dann folgt ein ausgewaschenes Flußbett. Leider gelang es mir auch in diesem Jahr nicht komplett hochzufahren, nach dem dritten Mal Fuß absetzen schob ich bis zum Abknick. Dann folgen noch etliche Meter Waldweg und zum Schluß wieder Straße bis zum Brunnen in Treisberg.

Irgendwie war ich kurz davor Sternchen zu sehen, kurbeln-kurbeln-kurbeln!

Auf 1,5km wurden hier 200hm gewonnen, danach geht es dann nochmal einen Kilometer mit weiteren 100hm bis zum Scheitelpunkt unterhalb des Pferdskopfs.

Dann konnten wir aber wirklich erstmal durchschnaufen, die letzten 15km verlaufen in leichten Wellen auf Forstautobahnen. Zum Schluß wurde dann noch der letzte Anstieg zum Roten Kreuz bewältigt und auf 700m ü. NN war unser heutiger Höhepunkt.

Ab dort rollten wir gemächlich zum Fuchstanz, wo Walter noch ne Wurst vernaschte. Nun nur noch downhill bis Kronberg (diesmal) ohne Platten, und so schnell wie noch nie waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tagestour.

Stolze Bezwinger waren Harald, Horst, Jürgen, Rolf, Tobias, Walter. Ich nenne sie mal wegen der kühlen Temperaturen, ” Die Frostigen Sechs”.

Es dankt für den schönen Tag,
dd

Fakten:
Taunusumrundung 2004

Ort KM Höhe
MTV Kronberg (07:31:38) 2,44 km 261 m
Saalburg (08:16:13) 14,10 km 423 m
Hausberg (09:53:10) 40,75 km 476 m
Defekt Kettenriß 47,29 km 320 m
Wetzlar (11:32:28) 64,18 km 139 m
Defekt Trinkflasche 67,81 km 223 m
Defekt Platten 69,03 km 247 m
Braunfels (13:01:22) 75,96 km 230 m
Weilburg (13:54:28) 90,84 km 103 m
Pause Lahn 100,55 km 100 m
Aumenau (14:41:19) 103,25 km 100 m
Landsteiner Mühle (16:30:30) 125,49 km 319 m
Treisberg (16:47:03) 127,19 km 512 m
Fuchstanz (18:07:36) 142,06 km 619 m
MTV Kronberg (18:17:04) 147,66 km 237 m

darkdesigner

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