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Hausgemachte Ausstattungsdiskrepanz

**Über den Zusammenhang der Erderwärmung zu Übersetzungsverhältnissen von Mountainbikes**

*von rob*

Auf einer der ausgedehnten Touren des ESK in der weitläufigen, unbesiedelten und baumerfüllten Mark Brandenburg bemerkten einige Kader, was ihnen zugleich sauer aufstieß, eine gewisse Diskrepanz zwischen den “Trends” in den einschlägigen MTB-Magazinen oder Technikfragen im IBC-Forum und der schalttechnischen Ausstattung der eigenen Geländeräder. Natürlich kamen wir zu dem nahe liegenden und einfachen Schluss, der ESK sei einfach besser, härter, fitter.

Aber kann das wirklich des Rätsels Lösung sein, oder gibt es noch andere, tiefgründigere Erklärungen die ausserhalb des Ermessens der normalen Bikergemeinschaft oder gar des Eisenschweinkaders liegen?

Amphibienzüge: die Bahn passt ihre Unternehmensphilisophie an
*Amphibienzüge: die Bahn passt ihre Unternehmensphilisophie an*

Die Thematik die uns zu dieser Zeit beschäftigte, bezieht sich auf das Spektrum des nötigen Übersetzungsverhältnisses eines Mountainbikes. Während neuerdings überall zu lesen ist, man montiere sich Kassetten mit Ritzeln bis zu 34 Zähnen, und es gibt auch kaum noch Ritzelpakete mit weniger als 32 derer, geht im ESK der Trend zu 12-27er Rennradkassetten oder der Demontage des kleinsten (und bei einigen sogar des mittleren) Kettenblattes. Andere haben sich ihrer Schaltung sogar komplett entledigt und fahren Singlespeed! Und das, wo man mancherorts schon Spekulationen über 3 x 10 Gänge wahrnimmt.

Aus reinem Interesse habe ich mich einmal hingesetzt um der Wahrheit auf den Grund zu gehen und mögliche Ursachen dieser Diskrepanz herauszufinden.

Man kann, wie ich festgestellt habe, die Problematik nicht darauf simplifizieren, wir hätten in unseren Breiten keine Berge. Zum einen stellt das Befahren von Wald und Flur Brandenburgs wegen der steilen Rampen und der fiesen Zuckersandbänke noch jeden Biker vor härteste Proben, zum anderen hat der ESK sein Können schon vielfach in diversen Bergregionen (Harz, Erzgebirge, Thüringer Wald, Siebengebirge, Schwarzwald…) eindrucksvoll zum Besten gegeben. Während des Lesens eines naturwissenschaftlichen Artikels kam mir der goldene Gedanke: Die globale Erwärmung führt zur Zunahme des Wasserdampfgehaltes in der Atmosphäre, was eine Vermehrung und Verstärkung der Niederschläge und damit erhöhte Erosion zur Folge hat und diese wiederum eine Intensivierung in der Reliefgestaltung bedingt.

Hochwasser bis in den heimelichen Abort
*Hochwasser bis in den heimelichen Abort*

Der erste Punkt dürfte hinreichend bekannt sein. Die Erwärmung der Erde, man kann annehmen, dass sie anthropogen verschuldet ist, führt zu steigender Verdunstung und damit einem höheren Wassergehalt in der Luft. Dies äußert sich in Teilen der Welt u.a. in zunehmenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürmen mit verstärktem Niederschlag (insbesondere Starkregen) und Regen zu Jahreszeiten in denen sonst Trockenzeit herrscht. (Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass es in einigen Regionen auch einen umgekehrten Prozess zu verzeichnen gibt.)

Stärkere und ergiebigere Niederschläge führen zum Anschwellen von Flüssen und Bächen. Nun ist es so, dass das fließende Wasser sowohl durch laterale (Seitenerosion) als auch durch vertikale (Tiefenerosion) fluviale (also `wasserbedingte’) Erosion eindeutig reliefformend wirkt. Die fluviale Erosion ist durch den Effekt der Taleintiefung die entscheidende Komponente der Talbildung! Die erhöhten Niederschläge führen also zu einer stärkeren Zergliederung der Landschaft – und das auch bei uns in Deutschland. Größere Höhenunterschiede durch Taleintiefung und steilere Hänge machen also leichtere Übersetzungen an den Bikes notwendig.

Nach einem Erdbeben: Bonner Langhaarschlunze fassungslos vor seinem Ein-und-Alles.
*Nach einem Erdbeben: Bonner Langhaarschlunze fassungslos vor seinem Ein-und-Alles*

Desweiteren machte mich der Bericht über ein leichteres Erdbeben im schwäbischen Raum stutzig. Könnte es nicht auch sein, wenn wir uns die Vielzahl der Vulkantätigkeiten und Erdbeben weltweit vor Augen führen, dass wir einem neuerlichen Prozess einer weltumspannenden Gebirgsgenese ausgesetzt sind? Eine neu entfachte tektonische Plattendrift könnte schon bestehende junge alpidische Faltungszonen (z.B. Alpen, Rocky Mountains, Karpaten, Himalaya, Atlas-Gebirge, Anden und Bad-Freienwalder-Massiv) in die Höhe treiben, man spricht auch vom Morphogenstadium der Orogenese (Bsp.: klick!). Ich denke es drängt zu untersuchen inwieweit sich dieser Gedanke bewahrheitet; die Verkleinerung der Übersetzungen an Mountainbikes könnte allerdings ein stechendes Indiz dafür sein.

Erdbebenvorkommen in Österreich (Alpen)
*Erdbebenvorkommen in Österreich (Alpen)*

Will man den fundierten Erläuterungen und wissenschaftlich hergeleiteten Erklärungsansätzen Recht geben, so scheinen die vom Menschen (jedenfalls direkt) unbeeinflussbaren Unwillen der Natur für die Zunahme an Gängen und die Vergrößerung von Ritzeln bzw. Verkleinerung von Kettenblättern verantwortlich zu sein. Jedoch frage ich mich, wieso die naturräumlichen Entwicklungen nicht diesen schaltungstechnischen Einfluss auf den ESK haben – im Gegenteil.

Ich denke, wenn man die Problematik mal bei Lichte betrachtet, so ist der ESK einfach mal besser als der Rest der Welt, womit sich die eingangs formulierte und recht einfache Behauptung bestätigt hat.

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