Dreckfressen reiten in die Sonne

Ich weiß nicht mehr, wer das Gerücht in die Welt setzte, man könne in der Kehle der Drachen in der Märkischen Schweitz dieselben noch lebend sehen, aber jedenfalls entfachte die Vorstellung “Wir allein gegen den Drachen” wieder mal ungeahnte Kräfte und wir lenkten die Schritte unserer Pferde durch den finsteren Grund. Natürlich wieder ohne Erfolg. Ohne Erfolg blieb auch das Schürfen nach dem begehrten Edelmetall in der Silberkehle. Doch das war uns nun schon fast egal, hatte die Sonne doch schon seit mehr als einer Stunde die Heimreise angetreten und unsere Mägen schlugen Alarm. Also rasch im nächsten Saloon eingeritten. Außer uns waren keine weiteren, auf Händel erpichte Saftnasen anwesend (Billy the Kid ritt wohl mal wieder weiter westlich durch die Prärie und übte dort sein Handwerk aus…), so dass wir keinen Umlegen mussten, um an den uns zustehenden Kaffee und Kuchen zu kommen. Da das Wetter inzwischen hielt, was es nie versprochen hatte, setzten wir uns raus und sinnierten kurz über die Frage, ob das Niederbrennen dieses Weilers (Pritzhagener Mühle), zum Zwecke der Vertreibung von gefährlichen Kreuzottern, auf welche per Schild hingewiesen wurde, legitim sei. Wir ließen aber auch in diesem Fall Gnade vor Recht ergehen und verließen kurz darauf diesen bedrohlichen Ort in Richtung Westen.

Offensichtlich hatten nun aber einige Probleme damit, dass ihre Körper den Kuchen nicht richtig ansaugen und einer Energie freisetzenden Verbrennung zuführen konnten, so das sie fast vom Pferd fielen. Einige Meilen später, wir hatten bereits Münchehofe passiert und befanden uns an der Bahnstation Müncheberg, beschloss ich, dass den Meinen gegebene Versprechen nach pünktlicher Heimkehr zu erfüllen und begab mich allein weiter in die Spur. Der Meute war es recht, hatten sie doch nun den ganzen Tag Zeit um an die heimischen Lagerfeuer zu kommen, an denen niemand auf sie warten würde (Ich hoffe nur, sie irren nicht jetzt noch durch die nächtlichen Wälder).

Auf den letzten 30 Kilometern gab ich meinem flying Horse noch mal so richtig die Sporen, nicht ohne zwischendurch einige Pfeile in den märkischen Sand zu kratzen, in der Hoffnung das dies jemand würde deuten können.

Nach runden 95 Kilometern erreichte ich noch vor Herablassen der Stadttore Erkner, um sogleich per Schiene meiner heimatliche Ranch zuzustreben.
Nun sitze ich also wieder hier und Euch, die Ihr es lesen wollt von den Ereignissen des heutigen Tages. Möge es Euch gefallen…

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