Hamburg – Berlin – Express

Das Jahr der ‚Langen Kanten‘ muss natürlich mit einer angemessenen abgeschlossen werden. So meldeten die Elbspitzkader Toni und Georg mit meiner Wenigkeit rechtzeitig zur 2017er Ausgabe des Zeitfahrens Hamburg – Berlin.

Der Zug war gebucht, die ESK Aussenstelle Hamburg informiert und bei Petrus trockenes Wetter bestellt. Denn nach der Regenschlacht des letzten Jahres wollten wir mal wieder mit den schnellen Neuzeiträdern unterwegs sein. Auch Orkan Xavier konnte unsere Vorfreude nicht bremsen, denn allen Kettensägen sei Dank, war der Landweg nach und von Hamburg wieder freigeschnitten.

Freitag – Der Braumeister half uns am HBF noch flugs in die Radbeutel und verabschiedete uns mit  Bier sowie drei Pizzen in den Zug. In jenen stiegen mit uns auch noch einige weitere Radfahrer und diverse Schulklassen auf Heimreise ein.

Den Zeitfahrern wurde schnell bewußt, dass Hochprofiler in den Haken der DB schlecht aufzufädeln sind. Wir parkten unseren Täschchen im Kinderwagenabteil und fanden direkt daneben 5 freie Plätzen. Mit kleinen Verzögerungen ging es dann bald los. Kaum waren die Getränke geleert, rollten wir schon in Hamburg ein. Christian und Dirk empfingen uns vor der Bierbar. Die Wiedersehensfreude konnte zum Glück über den traurigen Umstand hinwegtäuschen, dass hier ein Hasseröder zur Brust genommen werden musste.

Schnell die Räder zusammengefummelt und ab durchs nächtliche Hamburg an Orte wo es was Standesgemäßes zu trinken gab. Bei Williamsburger wurden wir fündig und froh.

Samstag – Die Nacht war viel zu kurz und 5Uhr50 hieß es schon wieder die Räder ins bestellte Taxi zu fummeln. Kaum zu glauben, doch wir konnten zu kurzen Radhosen und Kurzarmtrikots greifen. Toni verliert um Sohlenstärke den Wettbewerb der geilsten Treter.

Knapp eine Stunde hatten wir nun noch Zeit uns am reichlich bestückten Buffet im neuen Startdomizil, dem Vierländer Landhaus in Curslack, zu stärken. Ich bekam zu solch frühen Stunde nur Obst und Kaffe herunter. Die ersten altbekannten Gesichter wurden begrüßt und bei Schwätzchen die Wartezeit in der doch ungewohnt langen Anmeldeschlange zu verkürzen. Irgendwann waren dann alle Barcodekärtchen gefunden und die Startnummern am Equipment festgetackert.

Langsam dämmerte es und pünktlich 7:25Uhr machten wir uns auf den Weg heim nach Berlin. Die ersten Kilometer brauchten wir noch um die Maschinen warm zu fahren, doch spätestens auf dem Elbdeich, als wir den gnädigen Wind von schräg hinten spührten, gab es kein halten mehr. Konstant wurde nun an der 40er Marke gekratzt und Team um Team eingesammelt. Wir waren uns einig – das Tempo halten wir nun 7-8 Stunden. Der Himmel war bedeckt, doch die Temperaturen im angenehmen Bereich. Vor Neu Darchau entschieden wir uns für den Radweg durch den Wald. Hier hätten wir wegen den Sturmschäden der letzten Woche doch lieber die Straße nehmen sollen. Doch alle Äste blieben oben und die Laufräder heil. Wie wir nachher erfuhren, erging es nicht allen so.

Nach Hitzacker rollten wir dann auf ein gemischtes Doppel auf, mit denen wir dann geschwind nach Dömitz zur offiziellen Pause rollten. Allerdings waren gerade einmal zweieinhalb Stunden vergangen. Für diese, in den Vorjahren kürzere Strecke, haben wir schon mal gut 4h gebraucht. Toni nahm nun Kontakt mit unserem Empfangskomitee auf. Dabei stellte sich heraus, dass der Zug nach Wittenberge gestrichen war. Twobeers und Icke schwangen sich also in Spandau aufs Rad um uns entgegen zu fahren. Für uns perfekt, denn wir waren weit vor dem Zeitplan. An der Verpflegung war bei mir der Hunger endlich da und das ein oder andere Brötchen wurde verdrückt. Spätestens hier fiel nun auf, dass sich immer mehr Frauen auf der schnellen Langstrecke versuchen, ein echter Gewinn!

Und schon waren wir wieder auf der Straße. Kaum fand sich eine Gruppe zerfiel sie wieder wegen unterschiedlicher Streckenwahl. Doch wir waren zu dritt auch gut unterwegs. Vor Wittenberge sammelten wir dann einen Einzelfahrer auf, Florian F. , der uns nun bis Berlin begleiten sollte. Doch zunächst waren Havelberg und die Allee der Depressionen vor Rhinow zu bewältigen.

In anderen Jahren musste hier vor allem der Kopf überzeugt werden die Beine unbeirrt kreiseln zu lassen. Doch diesmal war vor allem der Wind auf unserer Seite und der zweite Zwischenstopp zum greifen nah. Kurz darauf rollen wir beim NP in Rhinow ein und wie verabredet auch Icke und Twobeers nach gut 100km im Gegenwind. Nach einigen Malzbieren klicken erneut die Pedale und geht nach gut 190km auf die letzten 90km bis Berlin/Gatow. Berauscht vom Rückenwind halten unsere beiden Neumitfahrer ordentlich hin. Auf der Uhr steht meist eine 4 vorn. Langsam machen sich 200km in den Beinen aber schon bemerkbar und erinnern einen daran, dass solch ein Strecke doch kein Pappenstiel sind. Doch noch sind kurze Führungen im Wind drin. Alle arbeiten mit und es macht Spaß durch die Landschaft zu ballern.

Bei der Umfahrung der fehlenden Brücke bei Brieselang verlieren wir Toni. Ich habe irgendwie einen anderen Track geladen der sich um ein paar Querstraßen unterscheidet. Wir warten kurz, Toni fährt weiter, Ist uns immer eine Ampelphase im nun immer stärker werdenden Falkenseer Stadtverkehr voraus. Die letzten Meter Stadtverkehr nerven, sind aber schnell überstanden. Vor dem Tor zum Wassersportheim ist die Gruppe dann wieder komplett und wir reiten mit einem großen Trara auf dem Hof ein.

Knapp 8h hat der diesjährige Ritt gedauert. Eigentlich zu kurz ;) Der Wind verhalf uns zu einem 35er Schnitt. Schnell waren nun in den nächsten Minuten die Biervorräte aufgebraucht, nur das blaue Erdinger wird geschont.

Die Velomobile sind natürlich schon da, doch viele kommen noch und freuen sich über die liebevolle Begrüßung von Twobeers. Nachdem unser Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen ist, treten wir zufrieden den Heimweg an und beschließen den wundervollen Tag auf dem Rad.

Dank an die reibungslose und liebevolle Organisation des , den netten Mitfahrern, den Fotografen  und – naja – der Klimaerwärmung.

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