Wenn du denkst, ach mach dir keinen Kopf,….

…….vielleicht wird ja doch alles gut? So einen Moment habe ich am Samstag erlebt; Auslöser war ein Küchenbuffet.

Aber der Reihe nach. Ich hatte mal kurz Revue passieren lassen, wann ich das letzte Mal auf den Geländerad saß – es muss Mitte November letzten Jahres gewesen sein. Jetzt, fast 3,5 Monate später stand ich im Sachengarten und der Oberst und der Sachse kamen mir gutgelaunt entgegen. Empor Süd sollte zu neuen Heldentaten geführt werden und die Märkische Schweiz stand auf dem Programm. Ich rechnete kurz A (der Oberst, so wie immer) + B (derSachse direkt aus dem Höhentraining) zusammen und kam zu dem Ergebnis, dass das ein schlimmer Tag werden könnte. Aber eben nur KÖNNTE, weil ja vielleicht doch alles gut wird.

Ich hatte darauf spekuliert, dass die Beiden sich bei der Fahrradschau vielleicht schön einen hinter die Binde gegossen hatten und es langsam angehen lassen wollten, aber dem war nicht so. In diesen Situationen zieht eigentlich immer die Mitleidsnummer ganz gut und so entschied ich mich, schon nach wenigen Kilometern alles auf eine Karte zu setzen und mich spektakulär mit einen Überschlag in die Botanik zu verabschieden. Leider bemerkte aber keiner meiner Mitfahrer meinen verzweifelten Versuch. Die Beiden warteten zwar ein paar hundert Meter weiter auf mich, aber der Plan war völlig danebengegangen und es ging im gleichen Tempo weiter. Ich musste also wohl oder übel versuchen dranzubleiben.

Kurz hinter Hoppegarten in einer kleinen Seitenstraße dann dieser Moment, der den Tag veränderte. Jockel fuhr wie immer mit einigen hundert Metern voraus, als ein großer Haufen Sperrmüll am Straßenrand die ganze Aufmerksamkeit des Sachsen verlangte. Ich war froh über diese kleine Tempoentschärfung und bummelte, um auf den Sachen zu warten und mir dann erklären zu lassen, welcher Schatz, in Form eines Küchenbuffets dort am Wegesrand stand. Nachdem wir uns wieder eingekriegt hatten, war die Straße vor uns menschenleer. Kein Jockel weit und breit!!!1!! Wie es der Zufall wollte, ging die Straße schnell in einen Waldweg über, der sich in drei Richtungen teilte und auch dort keine Spur unseres Gefährten. Wir entschieden für einen der drei Wege, der uns aber nicht zu Jockel, sondern zu einer auf Italienisch aufgemachten rumänischen Wanderhure brachte. Auf die Frage, ob sie unseren Freund gesehen hätte, antworte sie mit einem „Du wollen ficken oder blasen!?“, was wohl nett gemeint war, uns in diesen Moment der Verzweiflung aber auch nicht weiterbrachte. Unser Oberst blieb wie vom Erdboden verschluckt!

Wir entschieden uns dann, die Märkische Schweiz gegen das nicht weniger reizvolle Strausberger Land einzutauschen und erkundeten dort in aller Ruhe und Gemächlichkeit die wunderbare Seenlandschaft. Nach drei Stunden war ich platt und wir machten uns auf den Rückweg, auf dem wir noch das Rätsel um den sinkenden Wasserpegel des Straussee bestaunen durften. Auch der Wasserpegel unserer Trinkflaschen sank bedrohlich, so dass wir uns in Strausberg eine Tankstelle suchten, um unsere Vorräte aufzufüllen. Während ich die Auslagen plünderte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie draußen plötzlich unser Freund Jockel um die Ecke kam. Auch er hatte sich für das Strausberger Land entschieden, uns aber wohl aufgrund seines hohen Tempos und der dadurch bedingen Raum Zeit Krümmung bisher nicht wahrgenommen. Welch eine Freude; konnten wir doch wenigstens auf dem Rückweg so richtig am Horn ziehen und nach Hause ballern! Weil es dann auch gerade so gut lief, wurde der Plan, in Erkner in die S-Bahn zu steigen auch schnell verworfen und weiter ging es auf absoluten Kackwegen Richtung Karlshorst. Im Erpetal griffen wir dann noch einen verirrten Geländeradfahrer auf, der bei mir mit dem Ausspruch „Kann ich bei euch mitfahren, ihr sehr so schnell aus!?“ noch mal die letzten Körner freisetzte.

Völlig im Arsch und komplett unterzuckert kam ich dann nach 106 KM zu Hause an. Schön war es!

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