Harz Hatz

Die Kaderleitung beschloss, dass drei Kader ausreichen um die Ländereien im Osten zu inspizieren. Um unseren Tatendrang nicht auszubremsen schickte man Ampel und mich (Sebfritz) in den West-Harz die Wege freischlagen.

Die geplante Tour

Vorort bemerkte man unseren Überraschungsbesuch und zeigte sich verwundert über die verteilte Kaderaktivität. Sofort versuchte man uns durch einen massiven Einsatz der Wolkenmaschinen und den daraus fallenden Regen zu einer Rückfahrt zu treiben. Der Witterung zum Trotz starteten wir unsere Patrouille.

Nachdem wir den ersten Höhenzug erklommen hatten, stellten wir fest, dass eine fern-optische Inspektion nicht möglich war. Das hieß also alle Wege abfahren!

Trübe Aussichten

Die einheimische Bevölkerung scheute unseren Kontakt und ließ sich in den Wälder nicht blicken, dafür ließ man arme Teufel aus der Stadt einfliegen, die zur Ablenkung im Kreis laufen sollten. Codename: „7-Seen-Lauf“. Selbst der Verwirrungsversuch durch Verfälschung der GPS-Signale fruchtete nicht, denn nach wenigen Hundertmetern bemerkten wir immer, dass wir auf dem falschen Weg waren.

Nun griff man zu rabiateren Methoden! Es wurden Wege unter Wasser gesetzt, Abfahrten ausgespült und Wurzeln rutschig geschliffen. Doch als wir an einer Wegkreuzung berieten, wo man lang fahren sollte, lauerte man uns heimtückig auf, wartete unseren Wegeslauf ab und ließ auf uns eine stattliche Buche fallen. Nur unser geschultes Gehör und die blitzartigen Reflexe verhinderte größeren Schaden. Schulterzuckend überquerten wir das Hindernis.

Hürdenlauf

Nach diesem Schrecken und aufgrund der sich anbahnenden Nacht suchten wir sicherheitshalber eine von Niederländern betriebene Pension auf. Ein nettes Volk, welches sich der Erhaltung der deutsch-harzerischen Hotelwirtschaft der 80er Jahre verschrieben hat. Nach Bezug der zugewiesenen Schlafstätte spülten wir die Kleidung und zogen die Ausgehuniform an. Wir mischten uns unters gemeine Volk und suchten eine Gastwirtschaft auf. Dort besänftigte man uns mit lokalen Getränken und Speisen, es kam zu keinen weiteren Auffälligkeiten. Die Nacht verlief ruhig und nach einen opulenten Frühstück, samt Aufstockung der Marschverpflegung, starteten wir bei Sonnenschein.

Mal kein Regen

Über Nacht waren wohl die Wolkenmaschinen heiß gelaufen und waren erst wieder zum Nachmittag einsatzbereit, doch bis dahin hatten wir unsere Patrouille beendet.

5 Antworten auf “Harz Hatz”


  • Herzlichen Glückwunsch zum ersten Bericht! Ist fein geworden. Ja, ja der Harz, da sind die Westwetter immer besonders reizend.

  • Ja im Harz versteht man sich aufs Vortrefflichste auf Wetterhaltung und Wasserführung. Seit dem Niedergang des Erzbergbaus müssen diese Künste nun anderen Zwecken dienen.

    Nur durch perfideste Subventionsverschleierung in den Vorwendezeiten konnte der Mythos eines lohnenden Ferienziels installiert und aufrecht erhalten werden. Ich vermute, die Kasseler und Frankfurter sind damals mit Geldgeschenken gelockt worden, so dass sie nach dem Urlaub reicher waren als zuvor und fürderhin dieses Ferienziel mit glänzenden Augen in den höchsten Tönen lobten.

    Heute, da es dort im Urlaub nichts mehr zu verdienen gibt, zeigt vor allem der Westharz seine hässliche Fratze.

    Niemals abtrocknende Asphaltbänder schlurfen durch fliesenverschandelte Fachwerkhäuser aus Zeiten als es noch ein lebensgefährliches Abenteuer war, den Blocksberg zu besteigen. Zu Weihnachten 15°C und Nieselregen. Im Sommer, wenn man Glück hat und sich die Sonne kurz vor dem Untergehen in die dunklen schmalen Täler verirrt, können es schonmal 17°C werden, selbstverständlich bei Nieselregen.

    Der ESK wäre gut beraten, sich endlich von diesen Besitztümern zu trennen. Ich habe gehört, der Chinese kauft zurzeit alles im Immobilienbereich auf, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

  • Oh, da muss ich den Harz aber radfahrtechnisch in Schutz nehmen! Sowohl für schmale Reifen als auch fürs Grobe gibt es weit und breit nichts Besseres in Norddeutschland.

    Was die Bausünden und das Wetter angeht, hat der schosse allerdings recht…

  • Gut, dass ihr heil wieder nach Hause gekommen seid.

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