Herbst im Isergebirge 2015

Diese Touridee hat das Potential ein ESK-Klassiker zu werden. Bereits im Vorjahr hat der ESK dem nahe der ostdeutschen Grenze gelegenen Isergebirge einen Wochenendbesuch abgestattet. Jockel hatte die Geschehnisse sehr schön zusammengefasst (Tag1, Tag2). Weil die damailgen Erlebnisse positiv in Erinnerung blieben und gar nach einer Wiederholung schriehen, wählten wir für die Neuauflage ein Wochenende im September. Da bei dieser 2-Tages-Tour die Zugan- und -abfahrt von Berlin via Görlitz als gesetzt gilt, galt es allerdings im Vorhinein, neue Wege und Übernachtungsmöglichkeiten ausfindig zumachen. Wir wollten ja nicht die selben Wege zweimal fahren.
So starteten wir in diesem Jahr unsere Tour am Samstag in Ostritz, südlich von Görlitz. Am Sonntag sollte es vom tschechischen Liberec mit dem Zug zurück gehen. Mit von der Partie waren Jockel, Moargus, Rifli, Sebfritz und Rob.

Am ersten Tag unserer Wochenendtour standen zwischen 80 und 100 Kilometer auf dem Plan. So genau wusste das keiner, auch ich als Tourenplaner nicht. Sicher war nur: wir durften nicht trödeln. So war, ausgehend vom Startpunkt am Bahnhof in Ostritz, erstmal Kilometermachen angesagt. Über einsame Straßen, Wald- und asphaltierte Feldwege ging es zunächst durch den kleinen polischen Zipfel im Dreiländereck nörldich von Bogatynia und dann in einem Bogen durch wunderbar hügeliges Gelände im Vorland des Isergebirges. Als erstes Zwischenziel war das Singltrk-Zentrum bei Nove Mesto pod Smrkm anvisiert.


Irgendwo im Wald nördlich von Fydlant.


Im Hintergrund ist bereits das Isergebirge schemenhaft auszumachen.


Mittagspause beim Singltrek-Centrum.

Auf unserem Weg dorthin mussten durchaus einige kleine Höhenzüge passiert werden, sodass wir, bevor es so richtig in die Berge gehen sollte, bereits über 1000 Höhenmeter weg hatten. Im gut besuchten Singletrek-Centrum gab es eine Stärkung und leckere Getränke (Kofola). Vorher wie nachher rockten wir einige der toll angelegten Trails dieses sehr empfehlenswerten Mountainbikeparks, ehe wir den polnischen Kurort Swieradow Zdroj (Bad Flinsberg) erreichten. Von hier aus schraubten wir uns auf die Höhe des Nördlichen Isergebirgkamms.


Auf dem nördlichen Isergebirgskamm, ganz im Hintergrund sind schon die Höhen des Riesengebirges auszumachen.


Wegkeuzung auf dem Hohen Isergebigskamm.


Blick auf das Riesengebirge (für das geübte Auge ist der Reifträger und die Schneegrubenbaude zu erkennen). Da mussten wir noch rüber!

Im Anschluss den Hohen Isergebigskamm überquerend, inklusive einer steilen Schiebepassage und eines tollen Wanderpfades, erreichten wir Szklaska Poreba (Schreiberhau). Wir tangierten den Ort nur und besichtigten einige Abschnitte der Zackenbahn, was insbesondere für den Eisenbahner Jockel von großem Interesse war. Gedanklich beschäftigte ich mich bereits mit dem finalen Anstieg hinauf auf die Höhen des Riesengebirges. 500 mächtig steile Höhenmeter auf einem zermürbenden Felsstein-Pflasterweg. Würden meine Mitfahrer mir diese Routenwahl verzeihen?

Aber es half alles nichts, das war der Plan! Und am Ende wartete, als Belohnung, die urige und gemütliche Wossekerbaude.
Dieser Fahrweg hinauf ins Riesengebirge ist kosequent direkt in den Berg gebaut und schneidet senkrecht die Höhenlinien. Maximaler Höhengewinn bei kürzester Wegstrecke. Sogar Jockel meckerte, weniger aber über die unmenschlichen Anstrengungen, die nötig waren, denn mehr über die unverständliche, ihren Ursprung wohl im Katholizismus zu suchende, Art des Wegebaus – direkt gen Himmel.
Doch oben angekommen waren alle wohlauf, wenn auch am Ende ihrer Kräfte. Wir überquerten den Riesengebirgskamm und damit auch die Grenze zu Tschechien und erreichten die Vosezka Bouda. Hier gab es neben einer tollen Atmosphäre im Inneren der Baude, dem guten und reichhaltigen Essen und der wohlfeinen Braukunst auch noch einen spitzen Sonnenuntergang zum Abend.

Der Sonntagmorgen war sonnig wie vom Wetterbericht versprochen und trotz der Höhenlage auf 1250m N.N. recht warm.
Wir starteten von der Vosezka Bouda auf einem kleinen, versteckten Trail ehe wir uns steil in das Mummeltal und nach Harrachov hinabstürzten. Dieser zweite Tag sollte uns durch die südlichen Ecken des Isergebirges führen. Vorbei am Bahnhof von Harrachov erreichten wir das beeindruckende Eisenbahnviadukt der bereits angesprochenen Zackenbahn. Diese Brücke führt in einem großen Bogen über das Tal der Iser. Jockel hatte den Wunsch geäußert, diesem heuer 101 Jahre alte Bauwerk einmal zu besuchen. Leider sind die Aussichten auf die Brücke nicht sehr gut, außerdem wurde rege renoviert.


Ich verweise auf die mir von winterlichen Skitouren her bekannte übliche Schneehöhe auf dieser Brücke.


Auf der Wiese im Hintergrund ist die Vosezka Bouda zu erahnen.

Dem Isertal nördlich folgend erreichten wir Izerka und schwenken alsbald, dem gelben Weg folgend, nach Osten ab. Bei ständigen auf und ab kamen wir gegen Mittag wie geplant in Nova Louka an. In der dortigen Samalova Bouda kann man vortrefflichen Speisen. Alle außer Jockel nutzen die Gelegenheiten für ein gutes Mittagessen und ein elektolythaltiges Getränk.
Nun galt es die Uhr im auge zu behalten, wollten wir doch rechtzeitig die Bahn in Liberec erreichen. Wir bauten noch einen kleinen Schlenker ein, ehe wir uns auf (den im Isergebirge leider teilweise unvermeidlichen) Teerwegen, aber auch auf wunderschönen Trails zu Tale stürzten. Kurz vor Liberec waren noch so einige fahrtechnische Schmankerl dabei. Ein schöner Schlusspunkt zweier großartiger Tage.
Wir waren sogar überpüntklich am Bahnhof in Liberec (inklusive kleiner Stadtrundfahrt durch diesen schönen Ort) und konnten sogar eine Stunde früher als geplant den Zug besteigen.

Auf ein nächstes Mal im Herbst 2016!

2 Tage
150 km
3500 hm

rob

7 Antworten auf “Herbst im Isergebirge 2015”


  • Sehr schön, sowohl die Tour als auch der Bericht!

    Konnten an der Himmelsleiter neuen Erkenntnisse gewonnen werden, welches Antriebskonzept nun das beste ist? Und 26 oder 29?

  • Fein, fein hat es ja der Trail und der Wettergott gut mit Euch gemeint. Bin schon etwas neidisch und hoffe auf 2016.

  • Sehr großartig Rob!
    Aus meiner Sicht ist das Antriebskonzept 28“ schon mehr geeignet als veraltete Weltraumtechnologie im Format 26“…
    Definitiv sollte die Entfaltung stimmen!

  • Twobeers, 26 oder 29? Gehupft wie gesprungen! Für den Anstieg benötigt man von zwei Dingen ganz viel: Beine und Willen.

  • War geil Alter!

    Zum Reifträgeranstieg: Ich persönlich halte den für ein mieses Stück Sch… geplant und gebaut von ausgesuchten Trotteln und vor allem Faulpelzen. Auch Wegebau kann und sollte Kunst sein. Man sehe sich bspw. einige Straßen auf Malle an einige der Alpenpassstraßen. Aber wie schon geschrieben, mit Beinen und Willen bringt man auch den hinter sich. Wenn es not tut, auch noch mal im nächsten Jahr.

  • Schöner Bericht, verlockende Bilder. Da sollte ich im kommenden Jahr mal mitfahren.

  • Wow, schöne Ecke. Immer wenn ich da war, hat es geregnet und war kalt!

    Nein, einmal an Himmelfahrt hatten wir schönes Wetter…

    Vielleicht fahre ich doch mal wieder Geländerad?!

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