Wadenteddy im Wind

Da mir der Donnerstag für eine erste Sonnenrunde mit den Herren vergönnt blieb, war ich doch froh, mittels eines Kuhhandels mir doch wenigstens den Freitag für eine ausgiebige Schmalspurrunde bei frühsommerlichen Temperaturen zu verschaffen. Im Groben sollte es über Fürstenwalde die Spree entlang nach Beeskow und einem südlichen Schlenk über Münchehofe und Prieros zurück nach Berlin gehen.

Anstelle also 8 Uhr ins Büro zu fahren, ging es gegen den Pendlerstrom heraus aus der Stadt. Schon in Köpenick wanderte die Jacke in den Rucksack, wenig später dann auch die Beinlinge. Die straßenbegleitenden Radwege bis Neu Zittau waren in erfreulich gutem Zustand, doch erst mit dem überschreiten des Berliner Rings wird es endlich ruhig. Vereinzelt kommt mal ein Radfahrer entgegen.

Da der Wetterfrosch für den frühen Abend dann einen Wettersturz prognostizierte hieß es erstmal gut hinhalten und nicht bummeln. So war ich nach 1,5h schon in Fürstenwalde und hatte noch keinen Bedarf nach einem Bäcker. Stattdessen hieß es bereits die Getränkevorräte aufzufüllen, war es doch schon recht warm geworden. Zwischen dem von Dackeln bewachten üppigen Biersortiment fand sich tatsächlich was Alkfreies für die Reise. Nun ging es durch lichte Wälder immer an der Spree entlang  zur Kehrsdorfer Schleuse.

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Jetzt wurde mir auch so langsam klar warum die Reisegeschwindigkeit doch recht hoch ist. Mit jedem Schwenk Richtung Süd war der auffrischende Wind doch recht deutlich zu spüren. Die letzten 15 km bis Beeskow gab es ihn dann schön von vorne. Bereits vor 11Uhr erreichte ich den Marktplatz und war mir nicht sicher ob es Zeit für ein spätes Frühstück oder eine frühes Mittag war. Ich gab der Rostbratwurst den Vorzug um dann gemütlich beim Bäcker mit Kaffee und Kuchen abzurunden. Trotz Markttag strahlte der Hauptplatz von Beeskow eine Ruhe aus die irgendwie aber auch irritiert. Wo sind die bloß alle?

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Noch vor Sonnenhöchststand ging es weiter in Gegenden wo ich mich bis dato noch nicht verfahren habe. Eine Landschaft im Wechsel von Feld und Gebüsch machen es dem Wind natürlich leicht sein Unwesen zu treiben. Und wie zu Hohn visualisieren die sich wild drehenden Windräder diese Elend. Mal von vorn mal von der Seite bin nun Spielball und froh 25km/h zu halten. Jedes kleine Wäldchen verspricht Linderung, doch die Kilometer 90 bis 120 setzten mir doch arg zu.

Als die Route dann in Münchehofe leicht auf Nord dreht hellt sich die Laune wieder auf. Plötzlich gleitet man wieder geräuschlos und pfeilschnell dahin. Nur die Finger sollte man am Lenker lassen, der Seitenwind versetzt einen doch ordentlich. Das nicht asphaltierte Stück vor Prieros ist auch mit Rennrad gut zu fahren und im Ort werden abermals die Getränkevorräte gefüllt.

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Da Freitags ja bekanntlich Fischtag ist habe ich einen Besuch beim Fischer in Blossin mit eingebaut. 13.30Uhr war es dann Zeit für ein Fischbrötchen und ein Hopfenkaltgetränk. Des Weiteren wanderten zwei frische Saiblinge in meinen Rucksack. (Trickottaschen wären spätestens jetzt zu klein)

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Die letzen Kilometer über Niederlehme und Schulzendorf und Waltersdorf sind dann fast schon Routine. Nur der zunehmende Stadtverkehr und ein garstiger Wind auf den letzten Metern fordern nochmals ordentlich. Als Solist im Wind waren die 190km schon ganz schön fordernd, doch bei dem Wetter verlässt man doch gern mal die Komfortzone. Nichwar Schosse :)

3 Antworten auf “Wadenteddy im Wind”


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