Sensation! Wechsel von Stelzenacker zu RUFA-Rennsport perfekt!

Didi Senftenberg für IRN International – exklusiv

Monatelang gab es Vermutungen und Andeutungen. Nachdem im Februar bekannt wurde, dass Siggi Staub in dieser Saison zusammen mit Dieter Kemper auf Rennmaschienen aus dem Hause RUFA fahren würde, brodelte die Gerüchteküche. Würde auch Stelzenacker als Dritter der Mannschaft RUFA-Rennsport beitreten? Diese Absicht hatte er mehrere Male kundgetan, doch nichts ist passiert. Bis zu diesem Wochenende! Die vorliegenden Bilder wurden IRN International vor einigen Tagen zugespielt. Sie entstanden vor dem Radgeschäft cikago bude, das die Werksbetreuung der Rennmannschaft übernimmt und sich um den Aufbau und die Wartung aller RUFA SPORT Rennräder kümmert. Zusammen mit den Bildern bekamen wir die Nachricht: „Stelzenacker bekommt Maßanfertigung von RUFA SPORT“.
Ich bestieg sogleich den D-Zug nach Berlin und hoffte mehr in Erfahrung zu bringen. Nur zwei Tage später hatte ich die Möglichkeit, Stelzenacker zu einem Interview zu treffen und Licht in das Dunkel bringen zu können.

IRN: Stelze, sie Wechseln also dieses Jahr ebenfalls zu RUFA-Rennsport…
Stelze: nu
IRN: …und das, obwohl erst kürzlich Fotos von ihrem Somec veröffentlich wurden, auf denen die neue Schlauchbereifung tschechischen Fabrikats präsentiert wurde. War es dann also doch ein spontanger Entschluss beider Seiten?
Stelze: Ja ein nein.
IRN: Wie steht es denn nun um die Hintergründe dieses Wechsels?
Stelze: Wat soll ich sagen? Ick habe mich bei Somec immer wohl gefühlt, obwohl es die letzten Jahre nicht perfekt liefen. Sie haben ja die neuen Reifen angesprochen. Wir haben da versucht TUFO aus Tschechien mit ins Boot zu holen…
IRN: Kemper und Staub fahren dieses Jahr auch auf TUFO!
Stelze: Jaja… Nach den schlechten Erfahrungen der letzten Jahre wollte ick einfach bessere Reifen haben, mit Diamantprofil und vor allem breit. Aber das Somec ist da einfach nicht der richtige Rahmen für, der is da nich für jemacht. Wir haben’s probiert, aber es klappt mit 28mm breiten Schlappen nich, da is der Rahmen zu Schmal. Ich war enttäuscht. Uff den Eiertanz hatte ich keinen Bock mehr.
IRN: Und dann einfach bei Rudolf Fauss angeklopft?
Stelze: Naja, Kontakt nach Köln hatte ick schon länger, aber der alte Herr Fauss hat mich immer hängen lassen. Wahrscheinlich hat der auch ein Problem mit meinen Ergebnissen bei der L’Eroica in den letzten Jahren.
IRN: Woher kommt der Gesinnungswandel?
Stelze: Ick hatte ein langes Jespräch mitm Herrn Fauss. Ick denke, er brauch einfach noch einen dritten Mann für RUFA-Rennsport. Jetz hat er Staub mit ins Boot jeholt und das Team jegründet. Aber zwei Fahrer sind einfach zu wenig. Und ick kenne beide Kollegen sehr jut, wir sind Freunde und schon oft die L’Eroica zusammen angegangen.
IRN: Jetzt für RUFA-Rennsport zu fahren ist aber auch eine große Herausforderung, oder?
Stelze: Schon wahr, wa. Aber mein Vertrag gilt erstma für zwei Jahre. Dieset Jahr sind noch keene großen Ergebnisse zu erwarten, die Vorbereitung war allet andere als positiv. Ich brauch noch Zeit. Aber nächstes Jahr werde ich angreifen und dann wird sich auch entscheiden, wie es weitergeht.
IRN: Das Team RUFA-Rennsport hat langfristige Pläne?
Stelze: Ach wat. Im Radsport weißte nie wie’et läuft. Ein Jahr biste top, dann kommen irgendwelche Kommissare, Journalisten oder andere Pissnelken und zack biste weg von Fenster! Aber mir is dit ejal, ick zieh mein Ding durch. Das wird einfach toll dieses Jahr zu dritt in Italien auf RUFA. Soll die andere reden wie sie wollen.
IRN: Letztes Jahr gab es noch Skandale, Intrigen, auch zwischen ihnen und…
Stelze: Ach wat, Quatsch! Schnee von jestern! Dat seit auch ihr Pressefuzzis. Da wurde vieles herbeigeredet um die deutsche Mannschaft in Italien schlecht zu reden, weil sie nicht gewonnen haben. Und da sag ick: schlechter jeredet, als die wirklich waren. Mich kümmert dit nich.
IRN: Zurück zu heute: Wie kamen Sie zu dem Rahmen, ein Maßanfertigung also?
Stelze: Naja, nich so janz, nur so halb. Also dat ging ja dann doch allet recht fix. Wir hatten das vertragliche abjekaspert und da sagte Herr Fauss, er hätte da wahrscheinlich direkt was für mich. Och weil ich schon vorher meinte, der neue Rahmen muss auf jeden Fall rot sein, sonst geht da nix. Rot! Und da hält mir den unter die Nase. Schickes Teilchen, leicht, eine top Maschine. Und rot. Dann haben wir mich kurz ausgemessen, ob das Ding auch passt. Tat es. Aber später is mir aufgefallen, na ich kenn mich da auch nicht so aus, dass er vielleicht wieder nen Funken zu groß is. Beim Ausmessen hatte ick noch meine alten Maurerschlappen an, die haben ja locker nen juten Zentimeter dicke Sohle. Aber mal sehen, irgendwie komm ick schon hin.
Na und dann fiel uns noch auf, dat der Rahmen in ein paar Details abweicht von Dieters und Siggis RUFAs. Man hört ja immer mal Jeschichten vom Fauss, dat er Rahmen von Rickert nimmt oder irgendwelche Franzosen und die nur lackiert.

IRN: Macht das einen Unterschied?
Stelze: Na sicher doch! Aber frach mich nich nach Detailse.
IRN: Jetzt muss aber erstmal ein komplettes Rad draus werden?
Stelze: Dit lass ick meine Mechanikers von der cikago bude machen. Die kennen sich da aus. Ein bisschen was sieht man ja schon auf den Fotos.
IRN: Leider nur schwarz-weiß…
Stelze: Ha’ick halt nur, na und. Aber die Jungs haben mir schon ne Kurbel und nen Tretlager von Stronglight reinjebaut, Vorbau und Stütze passt och schon. Der Rest kommt bestimmt peu a peu.
IRN: Was ist dieses Jahr geplant bei Dir?
Stelze: Bei der Huschke-Tour ist erstmal mitrollen angesagt. Ick muss ja warmwerden mit der Maschine. L’Eroica wird natürlich wieder ein riesen Ding. Bis dahin muss die Form stimmen. Aber dieset Jahr ist vielleicht noch nich viel zu erwarten. Kemper und Staub will ich bis zum ersten Berg bringen, Montatschino, und dann durchhalten bis zum Ende. Aber 2013 wirds ernst.
IRN: Wie hat ma bei Somec Deinen Abgang verkraftet?
Stelze: Die waren janz jefasst. War ja eh nie viel Bohei bei denen. Ick hatte das Rad, damit musste ick zurechtkommen und jut. Die könnens verkraften.
IRN: Nagut, ich bedanke mich an dieser Stelze, waren ja eine Menge Infos, ist man garnicht so gewöhnt von Dir.
Stelze: Na manchmal kann ick mir auch janz schön verplappern. Dit Bierchen schmeckt aber auch wieder jut heut. Huch, lass dit mal weg, muss der Fauss ja nich zu lesen bekommen.
IRN: Kein Problem, lass ich weg.
Stelze: Didi, du bist ne dufte Type. Wieder dabei in Italien dieses Jahr?
IRN: Natürlich! Und vorher auch. Immer wenn es was zu berichten gibt.
Stelze: Auch noch ein Halbes? Schnaps?
IRN: Neee…
Stelze: Nu sein keene Lusche!
IRN: Wie machst Du das nur?
Stelze: Nächstes Jahr wirds ernst, dieses Jahr darf ich ja noch. Und außerdem, wer radfährt, der darf ooch mal…
IRN: Aber ich fahre ja garkein Rad.
Stelze: Ach wat? Du tust nur so als ob’te Ahnung hast? Naja, hab ick ja auch nich, ick kann nur treten, und nichmal dit immer jut. Komm nu hoch die Tassen!
IRN: Auf RUFA!
Stelze: nu

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5 Antworten auf “Sensation! Wechsel von Stelzenacker zu RUFA-Rennsport perfekt!”


  • Was für ein Fest, danke für die News. Bin gespannt wie`s weiter geht.

  • Ich bin gespannt auf das Training 2013!

  • Ich weiss jetzt schon wie das aussieht…nur noch 3x die Woche saufen!!

  • Hier noch einiger persönliche Gedanken, die mir im Nachgang des offenen Gespächs mit R. Stelzenacker kamen:

    Diese dem Team im Vorfeld bereits zu Ohren gekommene Sensation, wird gezwungener Maßen Konsequenzen nach sich ziehen: So wird zum ersten der als Lebemann bekannte Stelzenacker seinen Lebenstil nachhaltig überdenken müssen, denn – und so war es immer – mit, oder besser unter R. Fauss kann sich kein Fahrer ausschweifenden Aufenthalte in den berüchtigten Berliner Nacht- und Tanzlokalen leisten!

    Zum zweiten lastet nun ein tonnenschwerer Druck auf den schmalen Schultern des ehemaligen Berliner Meisters. Die Augen der Öffentlichkeit werden auf ihm liegen, wenn er auf staubigen Pisten die Lenkerenden fassen wird. Nein – ein dezentes Abtauchen ist nun nicht mehr möglich, denn wir wissen was es bedeutet, von der strengen – ja – erbarmungslosen Hand des R Fauss die Leviten gelesen zu bekommen!

    Und zum dritten bekommen die in die Jahre gekommen Rennfahrer Staub und Kemper durch den Heisssporn und Lebenskünstler Stelnzenacker endlich frischen Wind unter die Flügel! Das kann für das Team nur hilfreich sein und letztendlich zeigt sich gerade in dieser klugen Teamkonstellation wieder die weise und erfahrene Strategie, zu der nur R. Fauss in der Lage ist!

    Doch – es gilt nun abzuwarten, ob die Lebensfreude eines Stelzenackers die Diziplin und Härte der beiden knöchernen Haudegen beflügeln, oder gar untergraben wird! Ein spannendes Experiment. Doch Glück dem der wagt! In dem Sinne – D. Senftenberg

  • Geert-Jan van Onkelen

    De Stelzenacker in ejn ploeg met de Kemper en de Staub. Dat is een ramp! Kwellen Wettstrijt moet ick nog verkrijgen ?

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