Pfingstmontag

Kapitel 1, Die Vorbereitung
Mein schon fast gar nicht mehr sächsischer Freund Markus, welcher sich trotz deutlich vorangeschrittener Assimilation weiterhin tapfer “DerSachse” nennt, hatte Lust auf eine schöne Runde. Eigentlich wollte er in die Freienwalder Bergwelt. Da diese Gegend von unserer Homebase im beschaulichen Karlshorst aber direkt per Velo erreichbar ist und die Option auf eine etwas weitere Anreise stand, habe ich mir was anderes ausgedacht. Limits wurden meiner Kenntnis nach dabei nicht gesetzt.

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Kapitel 2, Anreise und Start
Pünktlich 07:50 traf man sich am Zug, der uns mit einem kleinen Umweg über Gesundbrunnen (die Bahn hat wohl entdeckt, dass dorthin auch Gleise liegen) nach Löwenberg brachte. Unsere Mannschaft bestand an diesem Tag aus Ampel, Pda, dem Sachsen, Toni und mir. Keiner der Mitfahrer wusste wo es langgeht oder wo wir uns befanden, so dass sie auf Gedeih und Verderb meiner Ortskenntnis ausgesetzt waren. Ich selbst war in früheren Tagen des Öfteren dort unterwegs gewesen, was aber teilweise auch schon Jahre zurück lag.

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Kapitel 3, das lange Leiden
Was soll man über eine Radrunde schreiben? Zunächst einmal kurbelt man stetig und versucht nicht vom Rad zu fallen. Wer neben diesen Tätigkeiten noch Muße hat, besieht sich vielleicht die Landschaft oder sich selbst von innen und fragt sich – während die Sonne einem von oben den Helm verkohlt – was das alles soll.
Ich hatte die Strecke so gelegt, dass sich diejenigen im Peloton, welche sich der Landschaftsbetrachtung widmen wollten auch etwas zu sehen bekamen. Und das war in erster Linie natürlich Landschaft. Davon gibt es in Brandenburg reichlich. Was es hingegen kaum gibt sind Leute, welche die Landschaft bevölkern und in einigen Gegenden der Welt ein zügiges Vorankommen verhindern (prima) oder übermäßig viele Einkehrmöglichkeiten (ein mögliches Problem).

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Der kenntnisreiche Brandenburgfahrer weiß um diese Umstände und sorgt entsprechend vor. Das kann durch antrainierte Enthaltsamkeit oder aber durch einen prall mit Fresszeug gefüllten Rucksack erfolgen. Ampel hatte sich für den Rucksack entschieden und begann auch unmittelbar nach dem Start, die darin enthaltenen Klappstullen zu verzehren. Ich habe keine Ahnung wie viele er davon mit hatte, aber es müssen einige gewesen sein, denn immer wenn ich ihn zu Gesicht bekam, hatte er eine solche in der Hand und futterte dran rum. Doch dessen ungeachtet, hatte Ampel immer weiter Hunger. Dieser Hunger führte schlussendlich zu folgender Bemerkung: „Ich will Salzkartoffeln und ich will Fleisch!“. Die Art und Weise des Vortrages ließ dabei keinen Interpretationsspielraum, so dass wir gezwungen waren, nach gerade mal 120 Kilometern und somit 50 Kilometer vor dem offiziellen Tourende einzukehren. Es gab zwar keine Salzkartoffeln und auch kein Fleisch, aber der größte Hunger schien gestillt und Ampel konnte die Fahrt fortsetzen.
An und für sich gibt es weiter nichts zu berichten über unsere fröhliche Pfingstfahrt. Außer vielleicht noch – und auch hier spielt Ampel die Hauptrolle –

Kapitel 4, die Geschichte vom verlorenen Fotoapparat
Eben noch da, war er wenige 100 Meter weiter weg. Und zwar richtig weg. Der Apparat kannte offensichtlich die Strecke und nutzte den überwachsendsten Teil der Strecke für seinen Fluchtversuch. Eine erste Suchaktion führte zu keinem Ergebnis. Dennoch sollte sich der Apparat nicht in Sicherheit wiegen. Denn erstens sind die Nächte da draußen kalt und lang und die Geschichte von meinem Schutzblech, welches ca. 3 Jahre im Wald verbrachte, dann doch wieder gefunden und neuerlich am Rad befestigt wurde, sollte auch ihm bekannt sein. Fotoapparat, wir werden Dich finden!

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Resumee:
Schön war es. Drei kleine Verfahrer waren drin. Man möge mir verzeihen, aber ich bin die letzten Jahre da oben selten unterwegs gewesen. Ergänzend sei hier zu erwähnen, dass diese nicht zu einer Streckenverlängerung führten, sondern zum ersten zu einer Badepause genutzt werden konnten, zweitens zu einer Aussicht führten, welche ich selbst noch nicht kannte und drittens eine eigentlich vorgesehene Abkürzung verhinderten.
Noch eine Anmerkung zur Technik: Diese macht bisweilen doch den Unterschied. Toni, gerne mal mit einem vollgefederten Hightec-Rad hinterherhängend, schob diesmal ein sehr hübsch anzusehendes, technisch aber eher archaisch anmutendes Stahlrad an den Start. Marketingtechnisch der Gattung der „Monstercrosser“ zugehörig, ausgerüstet mit gerade mal zwei Gängen, gelang es ihm spielend, die insgesamt 170 Kilometer hinter sich zu lassen. Ich glaube, er hat dabei noch nicht mal geschwitzt.

Es war ein schöner Tag. Danke Euch tapferen Mitfahrern. Die nächste Runde wird min. 200 km lang. Wäre doch gelacht…

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