IRN exklusiv – L’Eroica 2011 – die Interviews Teil 1: Diamante della Strada, kurz „Der Behaarte“

IRN Berlin auch 2011 wieder investigativ für Sie bei der L’Eroica unterwegs. Der Reporter Klaus-Dieter Mörtel führt ein Interview mit einem noch unbekannten Fahrer der Equipe „ESK“.

IRN Berlin: Guten Tag, von ihren Radsportkollegen werden Sie nur der „Behaarte“ und von den italienischen Gazetten hört man nur „Il Diamante della Strada“, verraten Sie uns doch bitte erstmal ihren richtigen Namen.

d.B.: Das kann ich nicht!

IRN: Wieso nicht, haben Sie Angst vor Gläubigern oder haben Sie noch ausstehende Alimente für uneheliche Kinder?

d.B.: Blödsinn, ich habe nur Angst nicht wieder ins Kollektiv eingegliedert zu werden, da ich mich unerlaubt im kapitalistischen Ausland aufhalte, aber nennen Sie mich meinetwegen Gustav Eckstein.

IRN: Das ist ja mal interessant, Herr Eckstein, der DDR-Straßenradsport versucht sich hier in der Toscana bei der L’Eroica anonym im Leistungsvergleich zu messen. Fürchten Sie vielleicht doch eher die unangemeldeten Dopingkontrollen, die besonders scharf sind auf die anabolikagefütterten Zuchtbullen des DDR-Leistungssports?

G.E.: Ihnen hat wohl der Spiegel ins Gehirn geschissen, sehe ich etwa so aus.

IRN: Na na na, von der Statur wirken Sie nicht verdächtig, aber sind Sie wirklich männlichen Geschlechts?

Gustav Eckstein verlässt ohne ein Wort zu sagen den Ort des Interviews.
IRN Reporter Willi Mörtel rennt ihm hinterher und steckt ihm 20 Westmark in die Hand und schafft es so, den völlig erbosten Eckstein doch wieder an den Tisch zu bitten.

G.E.: Du eingebildeter Kackvogel, nur weil Ihre Stimme nicht so tief ist wie von der Otto und eine Witt sich länger rasiert als Sie jeden Morgen, muss gleich jeder DDR-Sportler ausnahmslos an der Nadel hängen. Die westdeutsche Springerpresse sollte mal in ihrem eigenen Sumpf recherchieren, anstatt immer nur über den Tellerand zu schauen.

IRN: Uns liegen Informationen vor, dass Sie im Mannschaftsbus ausreichend versorgt wurden.

G.E.: Das war nur ein kleine Spritze mit Grappa, als Aufheiterung für die Fahrt!

IRN: Seit wann bekommen Sie in der DDR Grappa? Den kennen Sie doch höchstens aus dem Intershop!

G.E.: Und genau da ist er auch her.

IRN: Und wo haben Sie die D-Mark dafür her.

G.E.: Die haben Sie mir doch vorhin erst gegeben.

IRN: Ich glaub, so kommen wir nicht weiter. Wechseln wir das Thema: Mit welchem Radsportgerät waren Sie am Start? Hat die DDR-Radsportindustrie überhaupt verlässliches Material zu liefern, das hier diese stratpaziöse Strecke klaglos übersteht?

G.E.: Die DDR ist einer der führenden Industriestaaten und hat somit per se in der Fahrradindustrie Erzeugnisse hinter der sich die westliche Konkurenz nur verstecken kann.

IRN: Aha und wie erklären Sie sich die Ähnlichkeiten am Schaltwerk und Umwerfer mit denen italienischer Schaltwerkskunst.

G.E.: Kunst – Italienischer – das ist doch alles nur verchromter Schmelzkäse. Die Italiener sind doch nichts anderes als chinesische Kopierkünstler.

IRN: Ihr Rahmen scheint wohl auch nicht aus DDR-Produktion zu sein. Der Name „Elsner“ schließt doch eher auf ein Produkt aus dem Genex-Katalog. Oder wie erklären Sie sich den Namen des bekannten Fernsehmoderators.

G.E.: Warten Sie, Ihnen kann man ja nur mit handfesten Beweisen kommen – die liegen im Hotel. Borgen Sie mir 10 D-Mark für ein Taxi, dann sehen wir uns gleich wieder.

Klaus-Dieter Mörtel gibt dem Kadersportler nur widerwillig das Geld, er wird es vermutlich nie wiedersehen. Aber für eine gute Story kann er es als Spesen absetzen. Mörtel bestellt ein Bier, zündet sich seine Pfeife an und wartet mit seinem Fotografen auf die Rückkehr von Eckstein….

Fortsetzung folgt!

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