Bekanntenbesuch – Muschifix in Betzmichtod

Nachdem das neue Domizil inklusive Wohnung und Arbeitsvertrag unseres Ex-Langzeitstudenten Muschifix fest stand, machte ich mich alsbald an die Ausarbeitung einer möglichst schönen Tour zu ihm. Überrascht stellte ich fest, dass nur 119km zwischen Main und Sieg, bzw. Frankfurt und Betzmichtod liegen. Da ich vielbefahrenen Bundesstraßen nur wenig abgewinnen kann (manch einer soll das sogar lieben), entschied ich mich für eine (laut googlemaps) 135km Variante über kleine Kreis- und Landstraßen.

Samstagmorgens früh um kurz nach 900 setze ich mich schwer behelmt vom Vorabend aufs Sportgerät. Die ersten Kilometer rolle ich auf bekannten Wegen aus Frankfurt raus, erster nennenswerter Anstieg bei KM 20, das Munitionsdepot. Als nächster Hügel wartet dann Bodenrod auf mich, bevor es mehr oder minder stetig bergab bis an die Lahn geht (Überquerung bei KM 79).

Unterdessen wird mir immer klarer, dass der Wind mäßig aus der von mir angesteuerten Richtung kommt – und sich dass im weiteren Verlauf auch nicht ändern wird. Bei einer Tour in Richtung Nordwest, bei Wind aus NW sollte dieses Licht selbst einem Nicht-Geographen aufgehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es so schön, sie stirbt dann in Betzmichtod vor Muschis Haustür…

Aber vorher warten noch allerlei unbekannte Schmankerl auf mich. Ganz ehrlich, im Westerwald war ich glaub ich noch nie. Und das zu unrecht, eine Traumgegend mit viel Wald und Wiese, kaum Autos unterwegs und wenn dann erstaunlich rücksichtsvoll. Ab Bissendorf an der Lahn (134m ü. NN) geht es stetig bergauf, von Dorf zu Dorf immer ein paar Meter höher.

In Beilstein vermute ich der Peak sei erreicht bei 400m ü. NN, in Rodenberg und Seilhofen hoffe ich immer noch, spätestens in Driedorf habe ich die Hoffung dann aufgegeben, dass dieser Anstieg je enden wird. Wellig geht es weiter, immer kurz runter und kräftig wieder rauf, Gusternhain, Rabenscheid, Weißenberg, Liebenscheid und dann endlich Land in Sicht – der Flughafen Siegerland.

Nach dem Überqueren der B54 kurz vor Lippe ist der Scheitelpunkt auf über 600m ü. NN erreicht. Ab da nur noch bergab die letzten gut 20km und dann sehe ich sie – die Sieg bei Betzmichtod. Muschi begrüßt mich unstandesgemäß mit Gepäck und ohne Alkohol. Nach dem Vorabend keine so schlechte Wahl…

Schön ist es hier, neue Erkenntnisse über ein nicht allzu fernes Mittelgebirge und traumhafte, landschaftliche Eindrücke nehme ich auf meine 2,5 stündige Regionalexpress-Heimfahrt mit.

Profil hier – Streckenführung da

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