Versuch über das Freireiten – rein subjektiv, weiblich, ahnunglos.

EISENSCHWEINKADER | Versuch über das Freireiten   rein subjektiv, weiblich, ahnunglos.  Versuch über das Freireiten   rein subjektiv, weiblich, ahnunglos.
Ohhhh, give it to me straight from the heart, // tell me we can make, another start. // You know i’d never go, // but as long as I know its commin straight from the heart.

Eigentlich hatte ich schon seitenweise Schmu über eine super-geheime Geheimoperation zweier ESK-Agenten geschrieben, die so gut getarnt war, dass selbst Mitglieder des Politbüros des ESK-Spinnerzentralkommittees die Mission anfänglich für einen Bastelnachmittag mit Nagetieren hielten. Eigentlich ließ sich aus dieser Geschichte ein Essay stricken über Sinn und Unsinn von Trendsportarten oder eine philosophische Abhandlung über das Altern schreiben. Aber es geht einfach nicht. Ich kann das nur streng subjektiv beschreiben – und zwar subjektiv versehen mit den Attributen weiblich (warum weiblich ist ja wohl klar) und ahnungslos (das erkläre ich später). Aber was genau ist dieses das – eigentlich?

„Das“ ist eine amüsante, kader-untypische Art einen Tag auf zwei Rädern in den Bergen zu verbringen. Aber nun der Reihe nach: Es war Sommer. Meister Boerge und Burgfräulein Jen hatten das ganze Jahr hart geschufftet und eigenhändig versucht, die Wirtschaftskrise abzuwenden. Doch es half nichts: die Finanzkrise griff auf die Realwirtschaft über. Opel, Arcandor, die Commerzbank – alle waren sie pleite und unsere beiden Recken mussten dringend mal ihre müden Knochen müde Knochen sein lassen und so etwas tun, was in den Achtzigern noch voll angesagt war: Urlaub machen. Meister Boerge holte den Globus aus dem Schrank, drehte ihn wild, verbannt dem Burgfräulein die Augen und als der Globus quietschend zum Stillstand kam, zeigte Jens langes, zartes Fingerchen auf einen Flecken namens Slowakei.

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Tag 1 in der Niederen Tatra: Von unserer Bleibe fuhren wir mit den eigenen Rädern los und wollten die Gegend in ganz klassischer Kadermanier erkunden. Doch wir waren in einem unter Naturschutz stehenden Revier gelandet, permanent drohten Schilder mit saftigen Strafen, allenthalben begegneten uns Piktogramme von durchgestrichenen Radfahrern und grimmig dreinschauende Ranger. Irgendwann kamen wir zu einer Liftstation, wo viele Fahrräder rumstanden. Wir schauten uns ein wenig um und siehe da: wir waren in einem sogenannten Bikepark gelandet. Doch es war schon spät, Abendbrothunger grummelte in meinem Magen und wir fuhren erst mal wieder nach Hause.

Tag 2: Heute sollte der Bikepark erkundet werden, aber wir wollten nicht gleich von Anfang an schummeln und so quälten wir uns einen steilen, steinigen, aber landschaftlich sehr schönen Weg, den wir am Abend zuvor runter gedonnert waren, hoch zur Liftstation. Hier konnte man diese hochmodernen, ultraschweren Räder leihen, doch blieben wir erst mal bei den eigenen. Mit noch puterrotem Kopf kaufte ich uns Tickets für den Sessellift, die Räder wurden daran gehängt und wir wurden ohne eine einzige Schweißperle zu vergießen auf 1481m gebracht.

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Unterhalb des Sessellifts führt die schwarze Downhill-Strecke entlang. Die Streckenmarkierungen sind wie beim Skifahren: blau für Anfänger, rot für Fortgeschrittene und schwarz ist Aua. Ich hatte ja bisher in meinem Leben nur die Downhill-Strecke in den Müggelbergen gesehen. Ich muss bekennen, dass ich noch nie die einschlägigen Youtube-Videos konsumiert habe oder mir die Bildchen von all den jungen Menschen, die im IBC schreiben und veröffentlichen, angeschaut hatte. Da saß ich also mit zwei Slowaken auf diesem Sessellift, der Wind piff mächtig, mein Fahrrad eierte rechts an der Halterung neben mir und ich schüttelte nur unentwegt den Kopf und äußerte meine Bestürzung in allen mir zur Verfügung stehenden Sprachen: Holy Fuck, ach Du Scheiße, merde!, bu zuo. Da unter mir ging es in engem Zickzack verdammt steil den Berg runter; Rampen, Sprünge, Hühnerleitern allenthalben, dicke Steine und Stufen usw. Ich hatte ja keine Ahnung!

Oben angekommen wartete ich auf Meister Boerge, die Schreckensbilder von der schwarzen Abfahrt wollten nicht aus meinem Kopf verschwinden. Ein paar von den Kids stürzten sich auf ihren dicken Schaukelstuhlrädern und mit all dem Protektorengelumps am Körper den Berg hinunter.

Back in the summer of ’69. // Man, we were killin’ time, // We were young and restless, // We needed to unwind. // I guess nothin’ can last forever, // Forever, no.

Wenn ich hier von Kids rede, so sind das junge, männliche Personen slowakischer Nationalität, die sogar nicht aussehen, wie die Radfahrer, die ich kenne. Weder waren sie von der langen, dünnen Sorte wie die Ackes-Menisens-Riflis, noch waren sie von der kleineren, drahtigen Statur wie PDa, Robsen oder Bo. Alle unter 1,80cm und unter 30 Jahre, meine Oberschenkelchen sind ausdefinierter als die von dem slowakischen Jung(ens)volk. Sie kannten sich zwar untereinander und posten rum (nur eben in Jungmenschenposen statt dieses altväterlichen Gehabes des ESK), aber weder wurde da gelacht, noch gab es einen einzigen knackigen Hintern weit und breit zu erspähen.

Ups, da sprang Boerge auch schon von seinem Sessellift. Nun standen wir also wie zwei lila Schokoosterhasen zwischen einem Rudel echter Hermänner: in unseren engen ESK-Pellen, mit quasi filigran anmutenden Helmen auf dem Kopf und zusammen so viel Federweg an beiden Rädern, wie einer von denen an einem seiner Puffer hinten hatte, wie Steffi sagen würde. Glücklicherweise ist die ESK-Montur wenigstens schwarz, in dem Orange-Bunt der Köpenicker hätte man sich ja vollends zum Horst gemacht.

Sogleich rollten wir zum Eingang des Bikeparks, wo sämtliche Strecken begannen. Und da waren sie schon direkt vor mir: die großen Löcher und dicken Klamotten. Der Angsthase in mir zog kräftig an den Bremshebeln, ich lavierte mich durch den ersten Abschnitt, scharfe Linkskurve an der Boerge wartete, kurz angehalten, durchgeatmet, weiter ging es eine standard-mäßige Waldautobahn mit etwas viel losem Geröll runter, das Vorderrad kurz über die erste Entwässerungsrinne gehoben, das Hinterteil gelupft, ppppffff flapp flapp, Hinterreifen platt. Boerge war schon vorgefahren, also hielt ich erst mal an, holte den Ersatzschlauch raus und fing an zu basteln. Nach einer Weile kam Boerge den Berg hochgeackert, übernahm dankenswerterweise die mühselige Pumparbeit, Rad wieder eingebaut, weiter gefahren. Die Waldautobahn war zwar nicht in einem preußisch-korrekten Zustand, überall lagen Steine und Geröll rum, vom Schmelzwasser gegrabene Rinnen verliefen parallel zur Fahrtrichtung, die Entwässerungsrinnen quer dazu, aber sie war doch recht lässig befahrbar. Als wachsame Hardtailfahrerin suchte man sich eine hübsche Linie zwischen dem unordentlichen Kram hindurch und kam so ganz gut voran.

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Dann ging es einen kleinen Stich hoch und jetzt verlief die blaue Downhillstrecke auf einer roten Skipiste. Erst lullerte man einen wenig geneigten Hang entlang, dem folgte nach 100 Metern eine Kuppe und von dort ging es steil hinunter. Aber siehe da: da hatten die Slowaken lustige Bretterbahnen in die Landschaft gebaut und blaue Planen dran gehängt, auf denen in einer auswärtigen Zunge was von Giganten stand. Ich sah die Holzwege und musste sofort an Staubis auf einem solchen gebrochenen Finger denken. Nee, nee, sagte ich zu mir, so’n Blödsinn machst Du nicht. Stattdessen rutschte ich auf dem die Bretterwege umgebenden Schotter herum, rutschte auch mal auf die Holzplanken drauf, der Angsthase griff immer noch kräftig in die Bremsen und überhaupt fand ich das alles doof in dem Augenblick.

Wo war die Landschaft, wo waren die Wurzeln und Steine entlang eines mir lieblich ins Ohr säuselnden Baches, zwischen denen man so schön nifftelig hindurch fahren konnte? Keine schöne Natur hier, kein schau mal hier, Schatz, und gucke mal da. Nee, nur an diesen vermaledeiten steilen Hängen die ganze Zeit mit dem Hintern über’m Hinternrad hängen, in den Bremsen hängen, die Augen nur auf das olle graue Steinzeugs vor einem geheftet und dann noch diese dämlichen Chickenrun-Dinger. Und wer überhaupt hat sich diesen albernen Namen dafür ausgedacht?!

Ich für meinen Teil hatte genug an dem Tag. Boerge schaute mich enttäuscht an und fuhr tapfer noch ein paar Mal mit dem Lift hoch und auf seinem Rad wieder runter. Nach zwei Versuchen auf der blauen fuhr er dann auch die rote Strecke. Unten angekommen erzählte er was von stinkenden Bremsen und krassomatzky steil und so. Eines von den Kids nickte anerkennend und ermunterte ihn weiterzumachen mit dem nach oben zeigenden Daumen.

Während ich unten an der Liftstation auf meinen Liebsten wartete, starrte ich in den knallblauen Himmel, die Augen immer auf die Bergkuppe fixiert, über die sich erst die Kids mit den Flatterklamotten stürzten – geschwind wie der Hase auf der Windhundrennbahn- gefolgt von meinem Boerge in seiner engen schwarzen ESK-Pelle. Wie ich da so saß und starrte, hatte ich viel Zeit, die ersten 10 Tage des Urlaubs Revue passieren zu lassen.

Die Slowakei ist ein herrliches Land reich beschenkt mit liebreizender, teils atemberaubend schöner Natur. Die Slowaken sind freundliche Menschen und auch von Piroggen und Sauerkraut könnte ich mich mehrere Wochen ernähren. Nur einen Grund gibt es, warum ich ihnen doch noch einmal 1000 Jahre Fremdherrschaft an den Hals wünschen würde. Und dieser Grund dröhnte mal wieder lautstark in meinen Ohren.

Die Slowaken, oder vielmehr der Slowake, wie Jockel jetzt sagen würde, der Slowake also hat nämlich die unschöne Angewohnheit, überall laute, plärrende Musik zu spielen. So bald es eine Sitzgelegenheit und Strom an der gleichen Stelle gibt, beschallt der Slowake den Sitzenden laut mit Musik. Man könnte jetzt einwenden, dass das höchstens ein wenig nervig sei und kein Volk dafür 1000 Jahre Fremdherrschaft verdient hätte, vielleicht nur 100. Dem wäre eventuell so, aber der Slowake spielt immer dieselbe Scheibe, egal wo wir waren: das „Best of“ von Bryan Adams. Egal welches Volk auf dieser Welt sein eigenes Liedgut völlig ignoriert, um stattdessen tagaus tagein Bryan Adams zu hören. Dieses Volk hat 1000 Fremdherrschaft verdient!

Und da kam Boerge auch schon wieder die Abfahrt hinunter geschossen.

I love the way ya look tonight // With your hair hangin’ down on your shoulders // I love the way ya dance that slow sweet tango… Let’s make a night – to remember

Tag 3
wurde wandernd, Tag 4 rumlotternd verbracht. In der Nacht zu Tag 5 überlegte ich mir, dass ein Ruck durch diesen Körper gehen müsse und ich Boerges Wunsch nachkommen und mit ihm zusammen Schaukelstühle und Protektorengelumps ausleihen würde.

I would fight for you – I’d lie for you // Walk the wire for you – ya I’d die for you // Ya know it’s true // Everything I do – I do it for you

Tag 5. Gesagt, getan. Die Wanderhosen über die Radhosen gezogen, die Turnschuhe fest verschnürt, Knie- und Schienenbeinschoner angelegt, Ellbogenschoner übergestreift, den riesigen Helm aufgesetzt, den Rückenpanzer angelegt und auf dem Freireit-Fahrrad ein bisschen eingeschaukelt.

i wanna be- your lipstick- when you lick it // i wanna be- your high heels when ya kick it // i wanna be- your sweet love babe- ya when you make it // from your feet up to your hair- more than anything i swear- // i wanna be- your underwear.

Dann erst mal große Erleichterung: Trotz dieser martialischen Montur erkannten mich die freundlichen älteren Herren am Sessellift als Vertreterin des schwachen Geschlechts und hängten mir das Rad an den Haken (dafür musste man diese halbe Tonne auf etwa 1,60m Höhe heben) und oben nahmen sie es auch wieder davon runter. Die männlichen Fahrer mussten das alle selbst machen – mein Downhill-Abenteuer wäre ohne das Erbarmen, das die freundlichen älteren Herren mit mir hatten, an genau diesem Punkt bereits beendet gewesen.

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Da standen wir also oben an der Downhillstrecke mit Freeride-Rädern und dem kompletten Outfit dafür. Zuerst ließen wir die Kids passieren, machten dann noch ein „Kader im Alienoutfit“-Foto und schon ging’s los.

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Lenker festhalten (dieses Mal nicht nur die Bremshebel!) und das Rad hoppelte mit mir oben drauf über all die dicken Steine drüber. Es machte mich gerade zu lenkfaul: ach was, das schluckt das Fahrwerk schon, einfach laufen lassen, dachte ich. Boerge wartete wieder an der ersten scharfen Linkskurve, wir grinsten uns bloß an und weiter ging’s. Waldautobahn runter, auf die Skipiste rauf und schon waren wieder diese Chickenrun-Dinger vor mir. Staubis gebrochener Finger verhakelte sich nicht wieder in meinen Gedanken und so nahm ich die erste Hälfte der Holzkurven gleich beim ersten Mal mit – ohne anzuhalten. Bei der zweiten Abfahrt auf der blauen Strecke hab’ ich sie dann auch komplett geschafft. Den langen gerölligen Ausläufer einer Skipiste runter, das letzte Teilstück der blauen Radstrecke führte auf einer Straße entlang, dann noch einen kleinen Stich hoch durch ein Wäldchen und man war wieder auf 1000 Metern an der Liftstation. Jedenfalls fast: bei der ersten Abfahrt riss an Boerges Leihrad die Kette genau an diesem kleinen Stich.

I got my first real six-string // Bought it at the five-and-dimes // Played it till my fingers bled // It was the summer of ’69.

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Glücklicherweise hatte der Verleih ein weiteres Rad in seiner Größe da, so konnten wir gleich wieder mit dem nächsten Sessellift hochfahren. Wir wollten noch ein Mal die blaue Strecke fahren, schossen die Waldautobahn hinunter und plötzlich fährt Boerge ganz langsam vor mir: Platten am Hinterrad. Also eierte er im Stehen und nur auf der Felge die ganze Strecke hinunter. An seinem ersten Rad hatten sie mittlerweile die Kette getauscht, so dass er dieses wieder nehmen konnte. Danach blieben uns weitere Pannen erspart.

An dieser Stelle jedoch piekst einen die Erkenntnis mit der Unvermeidlichkeit mit der Rifli jedes Mal 5km nach Tourbeginn einen Platten hat: Ab hier gibt es nichts mehr zu berichten. Ich habe das Prozedere vier Mal durchgezogen (am Lift anstellen, Fahrrad hochheben lassen, Protektorengelumps anlegen, runter sausen, am Lift anstellen…), Boerge noch einige Male mehr. Zum Schluss gab’s ein Bier. Das war’s. Mehr ist nicht passiert.

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Mein ganz subjektives, weibliches und jetzt nicht mehr ganz so ahnungsloses Fazit: Es war recht amüsant, mal mit so einer voll gefederten Möhre den Berg „runter zu heizen“ (jedenfalls für meine Verhältnisse). Hey, ich bin sogar gesprungen und das Gefühl, wenn das Fahrwerk so unter einem einsackt und man einfach weiter fährt, ist schon sehr abgefahren. Aber unter dem Protektorengelumps schwitzt man fürchterlich und wie El es so schön formulierte, in dem Helm ist es dunstig wie in einem Aquarium.

Ich liebe den Geländeradsport deshalb so sehr, weil er mir diese unvergleichlichen Naturerlebnisse schenkt. Doch das kommt beim Freireiten nicht vor, außer auf dem Sessellift kriege ich von der Natur nix mit. Auch auf die Gefahr hin, das es altmodisch klingt: Den Respekt vorm Berg, den ich mir beim Hochfahren mit Schweiß und Schmerzen erarbeite, der stellt sich nicht ein, wenn man nur runter saust. Damit verkommt das Ganze zu einem reinen Konsumerlebnis: Es braucht so viel Strom, wie eine slowakische Familie in einem halben Jahr verbraucht, um mich und das schwere Rad auf den Berg zu befördern. Es braucht freundliche ältere Herren am Sessellift. Es braucht freundliche Sponsoren, die den Streckenbau finanzieren und dann ihre Werbung in die Natur hängen. Und es braucht viele Megawatt, um dort, wo das Abschlussbier gezischt wird, Bryan Adams gegen den Berg schreien zu lassen.

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Mein Verhältnis zum Freireiten war einfach mal nur ein One-Night-Stand. Ab jetzt wieder Brandenburg: Sand, Trails, das weite Land und die herrliche Stille in den Wäldern.

When you love a woman you tell her that she’s the one // Cuz she needs somebody to tell her // that it’s gonna laaaaaaaaaaaaast forever.

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12 Antworten auf “Versuch über das Freireiten – rein subjektiv, weiblich, ahnunglos.”


  • Jen, wenn es nicht Du wärst, dann… , ja dann wäre der Bericht nicht so toll geworden! Wirklich, ein Perle der ESK Berichterstattung. Besser, witziger und differenzierter ist ein politisch so heikles Thema kaum zu präsentieren. Das hätte Anne Will nicht besser machen können.

    Doch sehe ich zwischen den Zeilen einen mit feurigem Eifer hektisch wülenden Mann an Deiner Seite, der hier weniger an einen Onenightstand, sondern eher an Ehe, Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder denkt. Endlich nicht mehr treten! Einen schicken Helm und auch die Protektoren schmiegen sich harmonisch in die Silouette ein. Der perfekte Sport.

    Da uns die Vorbereitung auf Italien wieder ins Gelände zwingt, werde ich nun gelegentlich an der DDD-Strecke am Teufelsberg nach einem von Helm und Schützern verdecktem ESK-Trikot Ausschau halten. Wer weiss, wen ich da dann so treffe. Und nochmals – vielen Dank für den suuuuuper Bericht! Liebe Grüße an euch beide und hoffentlich bis bald… D.K.

  • Fulminant.

    …und voller Wahrheit. Danke Jen.

    …oder vielmehr der Slowake, wie Jockel jetzt sagen würde

    Ich würde sagen: “der Slowake an sich.”

  • Einfach genial diese Berichterstattung aus Südost und vielen Dank dafür. Wobei ich eigentlich von anderen Urlaubsplänen Eurerseits gehört hatte, einfach gestrichen?

    Sehr gefallen hat mir das Fazit: “Ich liebe den Geländeradsport deshalb so sehr, weil er mir diese unvergleichlichen Naturerlebnisse schenkt. Doch das kommt beim Freireiten nicht vor, außer auf dem Sessellift kriege ich von der Natur nix mit.”

    So ähnlich habe ich es empfunden als ich mich in diesem Frühsommer auf motorsiertem Geländezweirad bis an das nördliche Ende Europas gewagt hatte. Ich war jeden Tag froh, wenn ich das “Aquarium” abnehmen und meine “Karosserie” ablegen konnte und das Erleben / Erfahren der Landschaft, welches ich beim Langstreckenzweiradfahren sonst so genoß, war nicht einmal annähernd so schön.

    Und was heißt eigentlich: “bu zuo” ?

    Gruß stw

  • Nee, nee, Dieter. Da urteilst Du, ohne dabei gewesen zu sein. Von “feurigem Eifer” war bei meinem Mann nichts zu sehen. Er musste nur eben die moderne Zweiradtechnik ausführlicher testen, noch ein bisschen an der Karre rumtunen und überhaupt gibt er nicht so schnell gelangweilt auf wie ich. Sein Fazit war meinem, glaube ich, nicht unähnlich, aber das kann er Dir besser selbst mal beantworten.

    @ stw: das mit der motorisierten Tour hast Du aber auch klammheimlich unternommen. Davon hatte ich noch nix gehört ;-) Kann mir gut vorstellen, dass sich das so ähnlich anfühlte.

    Was die ursprünglichen Urlaubspläne anging, so sind sie in der Tat auf die nächste Saison verschoben. Wie gesagt, die müden Knochen…. Und “bù cùo” ist Mandarin für “nicht falsch”, was so viel meint wie nicht schlecht (außerdem hab ich es falsch geschrieben, ist natürlich cùo und nicht zuo).

  • Vielen Dank für diese Perle literarischen Gutes!!

    Und gute Genesung an Deinen Gehörgang…

  • Schöner Bericht aus einem anderen Blickwinkel. Leider ist die Slowakei aufgrund der strikten Singletrailsperrungen für mich kein Reiseland mehr.

    Finde ich geil wenn man über den Tellerrand schaut und mal was anderes ausprobiert.

    checkb

    PS: Runterfahren kann mehr Schweiss verursachen als immer nur hoch.

  • Danke für diesen herrlichen Bericht und die schönen Bilder, vor allem die, die wärend des Lesens im Kopf entstanden.
    Da geht es schon wieder los, dass ich anfange mein Geländerad zu vermissen und den Crosser, den ich mir für den Mecklenburgaufenthalt eingepackt habe zu verfluchen.

  • Ich bin schwer beeindruckt, dass ausgerechnet Crosser-Boerge sowas mal ausprobiert hat.
    Ich schreib das gerade in der Mittagspause in Winterberg, wo ich mir seit 2 Tagen ständig in die Hose mache. Aber ein bischen Spass macht es doch, wenn man was neues schafft.

    Von wegen ONS / selber erkämpfen usw.; ich seh Bikepark eher als Mittel zum Zweck, um die Fertigkeiten für die hohen Berge zu verbessern. Man kann eigentlich alles aufm Trail anwenden. Es gibt nichts geileres, als nach etlichen Stunden fahren schieben tragen (und natürlich einer ordentlichen Pause) einen richtigen Wanderweg wieder runterzuholpern. Siehe auch meine Sig im IBC.

    Vielleicht geht ihr ja noch einen Schritt weiter und probiert das auch mal aus. Es lohnt sich.

    schotti

  • Sehr feiner Bericht!
    Auch ich hab das ja schon mal angetestet im Fichtel, allerdings mag ich das Liftfahren nicht. Ich hab mich amüsiert dabei den Hang raufzufahren und ich war kaum langsamer als der Lift.
    Freireiten kann sehr viel Spass machen, aber dann nicht in einem gestylten Bikepark sondern im Gebirge – nicht wahr El;)

  • Kongkret!

    Feine Sache das sich der Kader nach und nach in unwegsames Gelände wagt um auch dort Boden gut zu machen und dem feind zu trotzen. Nur fand ich die Verwendung eures Trojanischen Pferdes etwas zu tief in die Trickkiste gegriffen. Hartschalen Koffer und Aquarium stehen nicht jedem. Jedoch flatter Hotpants sind schon ein muss!!! Protektionismus auf purem strampel anzug sieht einfach mega schaize aus.

  • Manchmal muss man in anderes Gelände um seinen Horizont zu erweitern :-) ein sehr schöner Bericht ich habe ihn mit Freude gelesen. Manchmal macht das bergab im Groben doch richtig Spaß. War gerade eine schöne Marocche Runde am Gardasee drehen auch mit Schutz an Armen und Beinen. Aber so ist zumindest das kurze Hosen tragen weiterhin gewährleistet *lach*

    bis bald, lg coffee

  • Ja, ja, glücklich sind die Außenposten, die ordentliche Berge direkt vor der Haustür haben und so auch jenseits von Bikeparks steile Abfahrten hinunter holpern können. Natürlich immer in vorschriftsmäßigen Outfits, wie EL, unser Stylepapst, sie vorgibt ;-)

    @ checkB: Was das mit den Wegsperrungen angeht, so stimmt es in der Tat – sonst wäre wir ja erst gar nicht im Bikepark gelandet… Schade eigentlich, denn die Natur da ist so überirdisch schön, da hätte man feine Touren machen können – und zwar nicht nur freireitend, sondern vor allem auch nach alter Väter Sitte.

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