Etappengeschichten – Teil 2 + 3

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02-06-2008 2 Etappe Frammersbach > Bischofsheim 82,89 Km / 2050Hm

Ich schlage bereits um 5:00 die Augen auf, ob es das helle Licht der Sonne ist, die Aufgeregtheit oder einfach nur das Bedürfnis die Morgendliche Ruhe zu genießen weis ich nicht genau. Auf jeden fall schäle ich mich dann doch gleich aus meiner Penntüte und schleiche mich aus dem Wohnmobil. Es ist noch ganz still draußen, nur die Vögel zwitschern vor sich hin. Ich gehe direkt unter die Dusche. Als ich zurück zum wohnmobil laufe regt sich immer noch nichts. Ich beschließe mich einfach ein wenig in den Stuhl draußen in der Sonne zu setzen. Erst gegen 6:00 bewegt sich das ein oder andere Mobil und die Türen und Fenster gehen auf. Dann ist wie mit einem Schlag das Treiben am Morgen eröffnet. Jeder wuselt noch schnell herum, die Räder werden bereitgestellt, es wird teils innen, teils draußen gefrühstückt, und dann beginnen sich die ersten auf der Rolle warm zu fahren.

Ich nehme meine Tasse Tee zu mir und überlasse das Müsli und Brotessen den beiden Rennfahrern. Dann begebe ich mich wieder nach draußen und lasse den beiden den Innenraum des Wohnmobils zum Umziehen und sich in Ruhe fertig zu machen. Währens S. doch jeden morgen etwas nervös ist, hat L. die Ruhe selbst. Aber so langsam spielen sich die beiden ein. S. Rollt bereits zum Start, als L. noch in aller Ruhe mit sich und seinem Rad beschäftigt ist. Die anderen beiden aus Team 2 Starten dann auch Richtung Ziel. Es geht wieder pünktlich um 9:00 los. OnkelW (Nico) fährt ebenfalls mit dem Rad zum Startplatz, während ich die Stellung an dem Gespann und Womo halte. Denn auch wir müssen uns beeilen mit dem loskommen. Der nächste Zielort ist einige Kilometer weit weg, und so ein Gespann braucht für den Ein oder Anderen Höhenmeter etwas mehr Zeit, vor allem dann wenn man über den 2 Gang des Autos nicht hinaus kommt.

Knappe 2 Stunden später haben auch wir Bischofsheim in der Rhön erreicht. Diesmal sind wir auf einem tollen Campingplatz direkt neben dem Freibad untergebracht. Leider haben wir auf der Fahrt keine Einkaufsmöglichkeit gefunden, so ziehe ich bewaffnet mit meinem Ortliebrucksack und 2 Einkaufszetteln los.

Der Weg wird dann doch weiter als ich dachte, REWE ist im letzten hinteren Eck von Bischofsheim, die Sonne brennt und ich frage mich schon den ganzen Weg wie ich die 12 Flaschen á 1,5 Liter Wasser zurück auf den Campingplatz transportiere. Am REWE angekommen gebe ich erstmal das Leergut in Form von Plastikflaschen ab (die waren ja leicht und leer) Dann geht es mit dem Einkaufswagen durch die Gänge. Kaffee, Brot, Milch, Schockolade, Milchweisser, Zewa Tücher und natürlich Wasser. Nach der Kasse verstaue ich den Kleinkram in meinem Rucksack und nehme pro Hand einen 6 Pack Wasser. Meine Arme werden schon länger als ich es mit simplen Schultern versuche. Aber das ist auch nicht besonders tragefreundlich. Also doch wieder ran an die Arme. Die Autofahrer die an mir vorbei fahren schauen mich etwas mitleidig an, anhalten und fragen ob sie mich mitnehmen können Fehlanzeige, Danke!

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Dann irgendwann habe ich es doch bis zum Campingplatz geschafft, das gibt Oberarm Muckies. Die Einkaufssachen Verstaut geht es mit Nico auch schon Richtung Ziel. Also wieder die gleiche Strecke wie zu REWE, kenn ich ja nun schon, nur das wir dann Links müssen in den Ort und nicht Rechts in die Industriestrasse. Der Sprecher lässt verlauten das die Ersten bereits im Ziel sind. Im Zielbereich wieder die alltägliche Expo. Nico steht an der Kurve und gibt mir ein Handzeichen als er das Masterteam ins Ziel kommen sieht, damit ich schnell ein Paar Zielshots machen kann. Kaum später folgt dann schon das Mixed Team. Auch das Wetter hat an diesem Tag wieder mitgespielt, jetzt geht es erstmal zur Zielverpflegung. Auch wenn es an diesem Tag nicht so viele Km waren, die Teams sind wahrlich geschafft. Auch das Alkoholfreie Weizen am CRAFT Stand kann heute nicht so richtig aufmuntern. Da auch heute die Pastaparty weit weg von unserem Standplatz ist, nehme ich mir auf dem Weg zum Womo 2 Pizzen mit. Ich bin schon am Auto als die beiden aus meinem Team anrollen. Die Wäscheleine ist bereits gespannt und der Wassertank wieder gefüllt, ebenso die Espressomacchina vorbereitet damit man sie nur noch anstellen muss.

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Nach der heißen Dusche kommen die zwei zurück zum Womo wo sie sich erstmal so richtig ausruhen. Die Wäsche hängt derweil auf der Leine zum trocknen. Aber heute gibt es noch einen kleinen Patienten. Die Kette von S. hat es beim Schaltvorgang wohl etwas verdreht, und so wechsel ich diese gleich noch schnell. Zwischendurch vertilge ich noch die Pizza und als Nachtisch ein Eis.

Den Abend lassen wir bei einem gemeinschaftlichen Teamplausch mit dem Masterteam und Nico ausklingen. Die Sonne ist noch nicht untergegangen, liegen wir schon wieder in der Koje. Den Frühstückstisch für den nächsten Morgen habe ich bereits vorbereitet. Vermutlich wird wieder spätestens um &:00 die Nacht zu ende sein und ein neuer Renntag folgen.

03-06-2008 Bischofsheim > Oberhof 95,97 Km / 2674 Hm

Als würde der gleiche Wecker für alle Läuten sind wir alle fast zur gleichen Zeit wach. Als ich aus meinem Fenster am Ende meiner Schlafkabine kucke, sehe ich wie auch die Türen der anderen Camper langsam aufgehen. Es kommt Bewegung auf den Campingplatz. Jetzt beginnt das tägliche Schauspiel der Teams, hier wird sich noch schnell warm gefahren, während dort noch das Müsli verdrückt wird. Aber es hatte in der Nacht auch mehrmals kräftig geregnet, so dass die Strecke heute vermutlich auch den Fahrern einiges abverlangen wird. Da die Startaufstellung bereits immer 30 Minuten vor dem Start ist leert sich der Campingplatz auch schon weit vor 9:00. Auch die ersten Autos des täglichen Transfertrosses sind im Aufbruch. Nico fährt wieder mit seinem Rad zum Start, und ich warte wieder an den Autos. Als dann kurz nach 9:00 Nico wieder auf dem Campingplatz einbiegt, hängen wir den Wohnwagen wieder an den Bus und ich starte das Wohnmobil. Heute geht es nach Oberhof. Aber auch über die Autobahn werden wir mit dem Gespann knappe 2 Stunden benötigen.

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Oberhof kennt man ja schon aus verschiedenen anderen Sportarten, diesmal steht Oberhof aber wegen den Bikern Kopf. Wir folgen erneut der gut organisierten RV-Parking Ausschilderung und landen so problemlos auf der heutigen Stellfläche. Wasser gibt es keines, dafür aber Strom und Toiletten sind diesmal im Grünen. Aber nach dem Luxuscampingplatz des vorherigen Tages, muss man eben auch mal Abstriche machen. Wir parken wieder im Konvoi und bereiten für die Ankunft unserer Sportler alles vor. Nico prutzelt Pfannkuchen, während ich die Kaffemaschine vorbereite. Wir sind zum Glück auch nicht die letzten Mobile die angekommen sind, so haben wir noch einen schönen Platz ergattern können. Ich mache mich schon auf den Weg in den Zielbereich als ich auch heute aus dem Lautsprecher erfahre das die ersten bereits im Ziel sind. Strammen Fußes begebe ich mich direkt an die Zielbande und warte bis die ersten schwarz, rot, weißen Trikots am Horizont auftauchen.

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Inzwischen kennt man sich schon, man trifft immer die selben Leute im Zielbereich und auf der Expo. Auch unser tägliches Alkoholfreies Weizen bekommen Nico und ich jetzt am CRAFT Stand. Wieder kommen Menis und Acke vor dem Mixed Team ins Ziel, aber die abstände werden kürzer. Gemeinsam nehmen wir noch jeder ein CRAFT-Weizen bevor es an die Zielverpflegung geht. Heute sieht man einige Plattfüsse und andere defekte im Ziel, sogar ein halber Lenker ist dabei. Zum Glück sind unsere Teams bisher von einer Panne verschont geblieben.

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Nach dem ersten Essenfassen geht es auch schon zum Wohnmobil. Der Himmel sieht leider inzwischen auch eher Wolkenverhangen aus, die Wäsche wird wohl heute nicht trocknen.

Auf der Pastaparty gab es diesmal Nudeln und Klöße, die ich ebenfalls testen konnte. Die Anderen verköstigte Nico aus der fahrbaren Küche unseres Camperdaseins. Wie jeden Abend war auch heute der Tag zur frühen Stunde zu Ende. Noch schnell eine gute Nacht an alle und hoffentlich genug Motivation für den nächsten Tag. So ein Rennen macht ja auch Müde, nicht nur die Beine.

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Fortsetzung folgt….

2 Antworten auf “Etappengeschichten – Teil 2 + 3”


  • Wirklich ein sehr feiner Bericht aus Deiner Feder. Freue mich schon sehr auf den weiteren Verlauf. Danke!
    Staubi

  • Menis is och een olla Pedant, kiek dir mal dit grimmige Jesicht an. Anstatt sich zu freuen über das geputzte Rad, muss er wieder kontrollieren, ob Onkel richtig mit den Ohrenstäbchen zwischen den Kettenglieder sauber gemacht hat und der Umwerfer nicht mehr schleift. Ich hoffe ihr musstet nicht zu sehr unter diesen Menschen leiden…

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