Harzsturm007 – ESK unter dem schwarzen Auge

Harzsturm007

Wieder einmal liegen ereignisreiche Tage hinter uns. Der Geländeradsport lag im Focus der Anwesenden und das Wetter hat voll mitgespielt. Gelacht und gefeiert wurde natürlich auch, seht selbst:

Nach 650km und 8h Fahrtzeit kam die Frankfurter Fraktion als erste am Hauptquartier Böhmisches Paradis an. Nur wenig später traf der Droprob aus München ein, stolze Leistung 12h mit dem Zug. Irgendwann kamen dann nach und nach auch die anderen an. Ein wenig vergorener Apfelmost versauerte den Abend, ich glaube bis zum Verlust der Muttersprache gegrillt zu haben. Hauptsache alle hatten irgendwann keinen Hunger mehr und das Fleisch war aus.

Donnerstag, 17.Mai 2007

Donnerstag morgen ließ ich alles ein wenig langsamer angehen. Das Wetter war in Ordnung, wenn auch etwas frisch. Nachdem dann alle was zu futtern hatten, hieß es Aufbruch zur gemeinsamen Runde. Gleich hinter Roudný liegt das kleine, aber feine Naturschutzgebiet Drábovna. Herrliche Trails, mit Wurzeln, verblockt, Felsen ohne Ende und eine Fernsicht zum Ohren schlackern.

Eule im Trail bergauf

Blick auf Vranov Pantheon

Oben genossen wir dann gemeinsam die Aussicht, bevor es runter nach Turnov ging. Noch vor Turnov mußte die Iser, oder in Landessprache Jizera überquert werden. Einer wollte partout nicht die Brücke nehmen und suchte eine geeignete Furt. Nasse Socken inklusive…

J-Coop - Hammer!!!

In Turnov am Markplatz verließ die Frankfurt-Fraktion den Rest der Truppe und wollte das nördlich von Turnov gelegene Cheský Ráj Paradies um den Sokol erkunden. Zu zweit rollten wir entlang der Jizera bis Betlém, dort ging es über Michovka nach Besedice hoch. Die spinnen, die Böhmer! Serpentinen scheinen unbekannt zu sein, warum auch, jeder Skoda hat mit Steigungen um 30% keine Probleme. Naja, wir teilweise schon. Im Naturschutzgebiet wurden wir für die Strapazen belohnt. Unglaublich schöne Felsformationen, richtige Felslabyrinthe durchquerten wir.

Felsen am Sokol - Kalich

Eules Durchbruch

Eules (beinahe) Absturz

Nachdem ich beim letzten Foto fast abgestürzt wäre, verließen wir das Terrain mit einem prickelnden Trail zur Jizera in Malá Skála. Fluß überquert und auf der anderen Seite warteten über 400hm Anstieg auf etwa 3km verteilt. Verdammte Axt, Diretissima zum Gipfel des Kopanina. Wenigstens ging es von dort nur noch bergab zur Herberge in Roudný. Einzig die schöne Ruine von Frýdstejn lag noch dazwischen. Das Wetter wurde immer besser und im Sonnenschein erreichten wir nach fast 3Stunden das HQ. Nur 30km, dafür 900hm war die Tagesleistung, mit der ich zufrieden war.

Profil Donnerstag

Freitag, 18. Mai 2007

Heute wollte ich es ruhiger angehen lassen, ja wie, noch ruhiger?!? Ja, irgendwie war ich müde und ausgelaugt. Aber ein Rob, ein Muschi und der YoGomez motivierten mich doch ein paar Kilometer auf die Beine zu stellen. Es sollte eine der schönste Mountainbiketouren unseres Lebens werden. „Trails ohne Ende“ ist eigentlich ein ziemlich abgelutschter Begriff, an diesem Tag traf er mehr als zu. Der von vielen belächelte (Asphalt-) Weg ab Fluß entlang, entpuppte sich in weiten Teilen als Traumtrail. Sowohl bergauf, wie bergab immer wieder technisch sehr anspruchsvoll, teilweise Tragepassagen, Leitern, Treppen, Baumstämme, Felsen, Abbruchkanten, Wasser – einfach alles dabei!!! Die vier Kilometer Asphalt waren nahezu Autofrei und bei den restlichen 28km bis Tanvald zu verschmerzen. Vielmehr waren sie eine Wohltat bei dem Rest an Jizera und Kamenice.

Erster Umlaufberg, knapp 40%...

Trails

Bachdurchfahrt

Yo im Steintrail vor Zelezný Brod

Fiese Downhills...

An der Kamenice

Leitern, klettern, schwitzen - Gute Laune

Nach Stunden kamen wir schon gut angewärmt in Tanvald an. Es wurde am Bahnhof bei Maja eine Pause eingelegt und sich gestärkt.

Pause Tanvald bei Maja

Das Wetter war toll, wir waren gut drauf und außerdem könnten wir ja bis Turnov den Zug nehmen… Also wollten wir jetzt den Vorstoß ins Isergebirge wagen. Das Volksfest in Desná ließen wir links liegen. Über Desná ging es zum wilden Tal der Bílá Desná. Der Anstieg ist wunderschön, mehr oder weniger gleichmäßig auf einem asphaltierten Waldweg. Keine Menschenseele war in dieser schönen Gegend unterwegs.

Muschi und Eule

Der Rob!

Nach der Smedava-Baude fuhren wir zum Fuße des Vulkankegels Bukovec, dem Dörfchen Jizerka. Unterwegs kamen wir noch am Hochmoor vorbei. Dort legten wir erstmal eine weitere Pause ein, schließlich lag jetzt noch eine Menge vor uns.

Hochmoor

Bukovec und Jizerka

Radpause

Bierpause

Der Trail runter nach Desná zurück über Sous am Stausee kann nicht in Worte gefaßt werden, einfach unbeschreiblich. Hinfahren – Nachfahren!!!

Muschi im Trail

Muschi und Eule über Stock und Stein

Irgendwann waren wir dann über Desná wieder in Tanvald. Dort stiegen wir in den Anstieg zum Kamm des Cernostudnicni hrbet ein. Über Velké Hámry II ging es hoch zum Muchov. Der erste Teil ist asphaltiert, bringt bei durchschnittlich 15% aber wenig. Der letzte Teil ist dann ein Wurzel-Stein-Trail, das Moped wollte ich nicht vorbei lassen und schaffte es als erster oben zu sein.

Vereint nahmen wir den Kammweg über den Pustina zum Cerna Studnice, dort entstand dann im schwindenden Himmelslicht ein schickes Foto…

Studnice Gipfelsturm

Über Marsovice und Dalesice kamen wir nach Pulecný, fast ganz unten im Tal, hieß es jetzt den letzten Berg des Tages erklimmen. Ich glaube alle waren in dem Moment ziemlich fertig, als es wieder eine unverschämt steile Wiese hochging. Zu allem Übel mußten jetzt noch einige Weidezäune über- bzw. unterquert werden. Einer stand unter Strom und erwischte mich an Händen, Kopf und Arm. Selbst das Bike leitete gut…

Eule unter Strom

Die letzten Meter zum Kopanina fuhr ich im Tunnel, es war purer Überlebenswille noch vor der reinbrechenden Dunkelheit zur Herberge zu kommen.

Glücklich und erschöpft erreichten wir dann rechtzeitig zum Essen das HQ in Roudný.

Profil Freitag

Samstag, 19. Mai 2007

Der heutige Tag sollte im Zeichen der Genießertouren stehen. Es gab einige Grüppchen und jeder kochte so gut es ging sein eigenes Süppchen. Die Gruppe Boerge und die Gruppe Eule vereinten sich und waren zahlenmäßig mit 11 Leuten unterwegs nach Süden zum südwestlichsten Teil des Naturschutzgebietes Ceský Ráj.

Wegen der Strapazen der vergangenen Tage und diverser kleinerer und größerer Wehwehchen begannen wir verhalten. Zunächst rollten wir auf Asphalt runter nach Turnov, durchquerten das alte Turnau und weiter schwuckten wir. Der erste Anstieg blies die Müdigkeit aus den Beinen, ich dachte ich platze…

Nach zwei Ehrenrunden um Kacanovy fanden wir endlich den Trail und der begrüßte uns sogleich mit einer 40% Rampe im Wald. Asphalt war Geschichte und jetzt folgten wieder endlose Trails. Teilweise im Wald, auf der Wiese, am Bach, mal wurzelig, mal sandig, alles dabei.

Hammeranstieg...

Verfolger...

Wiesentrail nach Kost

In Kost am Schloß stärkten wir uns mit Original böhmischer Fettwurst, zum spühlen gab es Bier vom Fass. Wir entspannten beim Blick auf den See, doch irgendwann gab es das Signal zum Aufbruch. Erneut kamen wir zu wunderschönen Trails, ehe es richtig hart wurde…

Wie in Brandenburg...Sandy!

Nach dem Spaßbad von Kobylí hlava ging es fast senkrecht im Wald über Holzbohlen nach oben. Irgendwie war mir mulmig zu Mute, die Leute hier hoch geschickt zu haben… Doch was soll ich sagen, es kam noch schlimmer… Ich lasse einfach mal die anderen sprechen, innerlich sah ich mich schon hier enden.

Ausblicke genießen

Tagträumer...

Spätestens beim Anblick der Himmelsleiter war alles aus, „Heilige Schei$$e?! Was ist das?!?“ entfuhr es mir. Doch mit vielen Schutzengeln ausgestattet, kamen alle heil hoch und auch wieder runter. Nachdem die netten tschechischen Bikerkollegen Boerges Tacho wiederfanden, war auch dieser Adrenalinstoß vorbei und wir suchten einen Weg nach unten.

Weg nach unten...

Gefahren wurde auch!

Über Brezina, Loukov, Svijaany und Pencín kamen wir nach Ctverín. Jetzt hieß es für alle nochmal auf die Zähne beißen und den Anstieg nach Roudný in Angriff nehmen. Die üblichen Spielchen wurden betrieben und nach und nach trudelten alle 11e ein. Herrliches Wetter und wir vetrieben uns mit den üblichen Regenerationsmaßnahmen die Zeit bis zum Essen.

Profil Samstag

Vielen Dank an Lenka und die anderen Teilnehmer für ein nahezu perfektes Wochenende im Kreise des Kaders!!!

Der nächste bitte…

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7 Antworten auf “Harzsturm007 – ESK unter dem schwarzen Auge”


  • Vielen Dank für den tollen Bericht! Nachdem ich mich ein wenig erholt habe, sitze ich nun nach einem ganzen Tag Büro und Konferenzen vor dem Rechner und habe gerade alles gleich noch einmal erlebt! :-)

    Es war ein absolutes Traumwochenende!!!

  • Ach Leute, die Tränen steigen in mir hoch bei diesem Bericht und den hammermäßigen Bildern! Wäre gerne dabei gewesen, aber nächstes Jahr, in Slowenien, fahre ich wieder mit!

  • wie geil ist das denn! Trails ala sächsische schweiz und dazu noch erlaubt?
    Mist hab die tastertur schon total volgesabbert…

  • Menschmensch – da hab ich ja ma wieder was versäumt! Ohejeohjeohje! Danke für die tollen Berichte und spitzen Fotos! Ich freue mich auf euch dummen Nillen. Bis bald… menis

  • Oh man, da hab ich ja mal wieder was verpasst! Hört sich an, als wäre es ein geniales WE bei absolut unpassendem Harzsturmwetter gewesen. Ihr habt nicht gefroren, ihr seid nicht nass geworden, von Spaßbad auch keine Rede bisher und nichtmal der Zwock gibt seitenlange Berichte über endlose Touren zum besten. War das wirklich ein ESK-Harzsturm? Ich glaub das nicht, ihr lügt bestimmt…

    Aus Erfahrung klug geworden verspreche ich mal lieber garnichts, werde mir aber nächstes Jahr allergrößte Mühe geben, dabei zu sein. Wie wärs denn mit der Eifel?

  • klasse berichte, schöne fotos … !
    danke, so hat man wenigstens einen kleinen eindruck von dem, was man verpasst hat … :‘-(

    beste grüße,
    sketcher

  • Eine wunderschöne Strecke. Den steinigen Waldweg wäre ich persönlich nicht gefahren.

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