Vertikale Glückshormone – Normal war Gestern

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Etwas mulmig ist mir schon als ich den Einstieg hinauf schaue. Eine Art Kamin in dem kein Seil läuft und die 2 Stiegen recht minimal ausfallen. Jedoch müssen wir dort hoch wenn wir auch den Rest des Höhenglücksteigs erkunden wollen. Die Wolken ziehen schnell am Himmel ostwärts, immer wieder blinzelt aber die Sonne hindurch. Ich bin froh das ich mich noch für die warme Hose entschieden habe.

Dann fällt das Seil von oben herab auf mich zu, ich hake den Karabiner in meinen Klettergurt und setze den ersten Fuß auf. Meine Hände suchen fast verzweifelt nach einem Griff, als ich ihn habe kann ich mich wieder ein Stück nach oben ziehen. Blacksurf war vor mir dran und erwartet mich oben. Geschafft, das erste Stück des Klettersteigs ist geschafft.

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Wir warten oben auf den Rest der Truppe. Gleich geht es weiter an einem Stück Drahtseil, ermal von rechts nach links mit noch guten Trittmöglichkeiten, dann hinunter durch eine kleine Schlucht. Es läuft prima, langsam entspannt sich mein Gesicht und das kreisende Lächeln wird nur durch den Helm begrenzt.

Man kann nicht um die 90° kannte herum schauen, was uns also auf der anderen Seite erwartet wird mehr oder weniger ein Abenteuer werden. Der wind bläst böenartig um die Ecke als ich einen Blick riskiere. Ich hänge mit den Händen am Drahtseil und suche einen Tritt im Fels. Die Hilfsstangen sind teilweise weit auseinander, so muss ich mir zwischendurch einen anderen Tritt suchen wo keiner ist. Ich höre ständig Wörter wie Reibungsklettern. Ich versuch die wertvollen Tipps meiner Nachkletterin umzusetzen. Konzentriert hänge ich die Karabiner immer wieder um.

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Inzwischen sind wir gut weiter gekommen, das Wetter ist irgendwie berauschend. Man spürt die Natur so deutlich am Fels hängend wie noch nie zuvor. Für einen kleinen Moment schließe ich die Augen und genieße den Augenblick. Ich fasse wieder meine Karabiner und gehe weiter am Fels entlang. Es wechseln sich die Passagen ab. Schneller als gewünscht ist dann doch das Ende des ersten Teils geschafft. Zeit für eine kleine Pause. Leider wird es schon dunkel und wir entscheiden uns noch den kurzen Weg zum Gipfel zu gehen. Danach über den normalen Wanderweg zurück zum Auto.

Es war einer der schönsten Erlebnisse in der Natur vor der Haustür. Man muss also nicht weit fahren um Spaß zu haben oder die Natur zu genießen. Es schreit laut nach Wiederholung.

Ort des Geschehens:

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12 Antworten auf “Vertikale Glückshormone – Normal war Gestern”


  • Uiuiui, das nenne ich mal richtig mutig! Da bin ich ja mal gespannt, was Ihr das nächste Mal unternehmt, um der Langeweile den Garaus zu machen. Muß man sich jetzt Angst um die Fränkinnen machen?

    Ehrfurchtsvoll…

  • Wow, sehr spektakulaer. Das hoert sich nach einer Menge Adrenalin an und wuerde mich ja auch mal reizen. Vielen Dank fuer diese Zeilen und Bilder!

  • 3 Salven Respekt ins Frankenland von einem höhenängstlichen berliner Weichei. Ein kurzer, aber die Atmosphäre und Anspannung wunderbar vermittelnder Bericht.

    Danke.

  • das war erst der erste Streich und der zweite…
    Es war ein unheimlich schönes Erlebnis welches Spass machte zu teilen:)

  • Geil.
    Ob man das in den Müggelbergen oder im GW am Havelhöhenweg auch am machen könnte? :D
    Nee, wirklich klasse, muß bestimmt ein Hammer Feeling sein, hoch oben an so ner Felswand zu kleben, keine Wege, keine Geländer und der Wind pfeift einem um die glückliche Nase. Schöne Tour, tolle Bilder, super Bericht.

    Danke.

  • Es hat sowas von mega Spaß gemacht, ich könnt schon wieder *gg* es ist ein unglaubliches Naturerlebnis so im Fels zu sein. Kostet auch viel Kraft und Konzentration :-) aber die Momente entschädigen alles :-)

  • Das Klettern ist auch ein schönes Hobby! Ich kann mir richtig vorstellen, wie Ihr Euch gefühlt habt!

  • Sehr schön, somit ist also der Weg frei für weitere ESK Kletterabenteuer!
    Mein letzter Versuch nach draußen zu gehen zum Klettern ist leider wegen schlechtem Wetter abgeblasen worden. Dafür geht es nachher wieder in die Halle um 2h lang 7m hohe Wände zu besteigen.
    Ich kann mir vorstellen, was für ein wunderbares Gefühl das gewesen sein muss. Habe mich die ganze Zeit auf die Sachsen-kletterei dieses Jahr gefreut (bigfoot, wir kommen dich besuchen!)
    Bitte mehr davon!
    Es ist wiklich toll, was man so vor seiner Haustür noch alles erleben kann.
    Ich freue mich auf weitere Berichte!

  • Da bin ich wohl in der Anonymität untergegangen.
    Nochmal, sehr schöner Bericht!

  • Klasse! Super Bericht und wirklich beeindruckende Aktion! Da fühle ich mich aber auf dem rad irgendwie sicherer… menis

  • tja glück hat der der in der fränkischen wohnt…
    Klettern ist schon ne tolle sache! Aber abwarten, wenn das wetter wieder besser wird gehts auch wieder hoch hinaus, nur das rad, das muss am einstieg warten…

  • @michi: nur zu. ab märz hab ich zeit.

    schöner bericht!

    BF

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