Schwuckenalarm in Franken

prinzenrolle

Pünktlich um kurz nach 13 Uhr schlug ich am Steiner Schloss mit dem „Prinzen“ auf. Da erwartet mich schon Gefährtin Coffee. Mit dem Coffee-Express gings Richtung Ansbach.
Schnell war der passende Rhythmus gefunden ich klemmte mich in den Windschatten und wir düsten die B14 entlang. Kette rechts. Ich wollte ursprünglich bis Heilsbronn mitfahren und dann übers Fürther Land zurück. Der Asphalt rollte gut und nach kurzer Besprechung….

der Lage beschloss ich bis Ansbach mitzureiten. Kurz vor Ansbach hörte ich ein leises Zischen
vor mir. Ich zog die Bremse, Coffee griff nach hinten und zückte den Ersatzschlauch. Schon nach wenigen Minuten gings weiter,so ein Malheur konnten uns von der Mission nicht abhalten, galt es ja für mich noch das Fürther Hinterland zu erobern für Coffee bis nach Feuchtwangen zu reiten.

Nach einer kurzen DopingPause bei der italoMafia (schwarzes Gold rann die Kehle runter)
trennten sich unsere Wege.
Ich beschloss der B14 den Rücken zu kehren und mir den Weg über kleine Straßen und Käffer heimzusuchen, wollte ich doch noch ein paar „Hubl und Hügala“ erklimmen und an lauschigen Tälern vorbeidüsen…

10 Kilometer nach Ansbach überfiel mich der Hunger hatte ich nicht zu Mittag gespeist und an Proviant vergessen.
Schnell war eine Edeka geplündert, die Riegel im Trikot verstaut und weiter ging auf kleinen Landstraßen Richtung Dietenhofen. In Petersdorf wurde ich je ausgebremst: Fränkische Straßenblockade: Vor mir wurde just in dem Moment ein Kärwabaum hochgezogen und das ganze Dorf war versammelt…
Kurzer Zwischenstopp und weiter ging es, kurz vor Großhabersdorf entschied ich mich doch noch die Festung hoch zu Cadolzburg zu erobern. Als Neuschweinin muss man ja seinen Pflichten nachkommen. Erfolgreich hetzte ich meinen Prinzen die Landstraße hoch und oben angekommen nach Einnahme der Festung konnte ich nicht umhin nochmals die italienische Mafia zu unterstützen, das ganze untermalt von zünftigen Humpfdata-Klängen der Cadolzburger Kärwaboam.

Fürth – Stein – Heilsbronn – Ansbach – Egloffswinden – Weihenzell – Petersdorf – Warzfelden – Kleinhaslach – Großhabersdorf – Ammerndorf – Cadolzburg -Fürth

Steckenlänge ca 80 Kilometer

Anhang Coffee:

zähne.jpg

Während Blacksurf wieder Richtung Nordosten zurück in die Heimat unterwegs war, musste ich mich noch ein bisschen weiter Richtung Südwesten durchkämpfen. Völlig auf mich gestellt war nur der Wind mein Gegner. Auf der Suche nach einer dosis Luft für mein Vorderrad, musste ich feststellen das in Ansbach bereits ab 13.00 jede Schwucke auch sich gestellt ist. Und so machte ich mich mit dem Mindestdruck in meinem Vorderreifen auf den Weiterweg.

Lange Steigungen die ich nun Meter um Meter hinauf presste zehrten an meinen Kräften. War ich doch heute Mittag noch Nüchtern aufgebrochen um meinem weiteren Kampfgewicht näher zu kommen. Nachdem ich bereits am Anfang meine 2 Flasche dem Asphalt und einem darüber rollendem Auto überlassen musste, war auch hier Sparsamkeit angebracht. Es zog mich vorbei an riesigen Windmühlen über stetig ansteigenden Asphalt. Und nach einigen Kilometern im Soloritt konnte ich die Zielstadt nun sehen.

In Manier eines Zielsprints erreichte ich das Ortsschild mit dem letzten Schluck Wasser aus der Flasche. Meine Beine waren leicht erschöpft von dem lagen Alleingang gegen den Wind. Aber ich wusste hier konnte ich mich für ein paar Stunden niederlassen, bis ich die Heimreise im Motorisierten Vehikel antrat.

Mein Rückblick für diesen Tag: Auch Schwucken macht Spaß ;-) und so ein kleiner Zwangsstopp zum Reifenwechseln muss eben auch ab und an mal sein.

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8 Antworten auf “Schwuckenalarm in Franken”


  • Na, ihr Schwuckinnen! Wat si denn ein Kärwabaum?

  • damit wird in franken den kirmesgöttern gehuldigt.
    und kirmes iss sowat wie „rummel“
    wobei der größte in bonn ist.

  • Ach, wenn ich Eure Zeilen so lese, könnte ich mir auch mal wieder eine schöne Runde mit dem R-Rad…naja, lassen wir das.
    Bei mir funktioniert der Kärbaum-Link nicht, d.h. ich weiss immer noch nicht, was da „hochgezogen“ wird.
    @el: du hast das ja leider nur sehr oberflächlich erklärt!

    Gruß
    Staubi

  • Schickes Höschen, steht Dir jedenfalls sehr gut, Coffee!

    Nun, mit Verlaub darf ich feststellen, daß es eine gewisse Entwicklung in unseren Reihen zu geben scheint, die mich doch sehr entzückt: Das Straßensportgerät erlebt sein Revival! Traditionen zu wahren war schon immer eines meiner Dinge…

  • @ acke, ich war schon auf den schmalspurreifen gesessen, da hast du noch in…ach lassen wir das ;-) schick mir doch nochmal wegen den campa sachen ne pm ;-)

    @ staubi, kärwabaum:

    die tradition hier schreibt vor, das die kärwaboum und kärwamadla eben einen geschmückten, etwa 15 m hohen baumstamm durch den kärwaort ziehen udn aufstellen. er muss jedoch bewacht werden, denn es ist auch tradition das die kärwaburschen aus dem nachbardorf diesen baum klauen wollen, dies muss natürlich unterbunden werden. am kärwaeröffnungstag dann wird er besungen und betanzt ;-) und morgen gibts dann die geschichte vom betzen raustanzen *gg*

  • Des einen Schwanen ist des anderen Gelände, so oder so ähnlich…
    Fein, fein, schön gemacht!

    Kärwa = Kerb = Kirmes = Dorffest = VOLLRAUSCH FÜR ALLE!!!

    Der dazugehörige Baum dient zum festhalten beim Kotzen, als Halterung für zwischengeschlechtliche Handlungen und Ikone, welche es vor Burschen aus dem Nachbardorf zu schützen gilt.

  • Danke, Darki – endlich eine Erklärung, die auch ich verstehen kann! ;-)

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