Fahrt ins Wochenende

Ich darf dann mal kurz resuemieren:

80 km, 4 Stunden, Dauerregen, Ankunft im Dunklen, alle Lampen ausgefallen, rikman dann doch ganz schoen fertig gewesen.

Wie es dazu kam: Am Montag, als unser liebster Zweiradkrauter Arthur Dent seinen Geburtstag mit uns verbringen musste, liess der Oberst die Chance, mich zu einer gemeinsamen Tour zu ueberreden mal wieder nicht aus. Also wurde irgendwie zugesagt. Freitag, puenktlich um 16:50 stiegen der Oberst und der rikman in die ueberfuellte S-Bahn nach O-Burg, wo wir auf den exorbitantesten aller Carbonfrickler – J-CooP – trafen. Er erzaehlte uns gleich von seinem selbstgebauten Carbonsattel und dass er einen Flite TT dafuer zerflext hat. Nun ja. Jeder wie er lustig ist.

In O-Burg wurde dann noch schnell der samt Transalprucksack auf dem Bahnsteig wartende schotti65 ueberredet mitzukommen (“Wir haben doch Licht mit”, “Es werden nur 50 km”, na ja, ihr kennt das ja – ich falle ja auch immer wieder auf den Schaiss rein).

Es ging los. Diesmal gab der Oberst einen alternativen Weg durch die Stadt zum Besten – ein netter Trail entlang der Westseite des Lehnitzsees. Wir wurden direkt an der Bruecke bei der Lehnitzschleuse wieder aus dem Wald gespuckt. Ein paar Meter ging es noch parallel des Oder-Havel-Kanals bevor wir wieder in den Wald entschwanden.

So langsam begannen sich die bis jetzt vereinzelt auftretenden Tropfen in einen ehrlichen Dauerregen zu verwandeln – ein Glueck, dass es einigermassen milde Temperaturen hatte.

Ueber den weiteren Streckenverlauf kann ich mich nur ausschweigen, da ich nicht viel davon mitbekommen habe. Ich hoffe da auf unseren Hofgeografen (nein, nicht du rob!).

Ich machte mir waehrend der gesamten Tour eigentlich eher einen Ruhigen, da meine Beine noch von der Woche ganz schoen schwer waren. So liess ich immer einen gebuehrenden Abstand zwischen mir und den anderen drei Jungs. Das hat auch ein bisschen psychologischen Hintergrund: Das Gefuehl, einer der Staerkeren in der Gruppe zu sein, macht die Leute gut gelaunt und einem hoerig. Ich werde das zu gegebener Zeit schamlos ausnutzen.

Vorbei an der grossen Sendeanlage bei Zehlendorf (bei O-Burg, nicht der Stadteil von Berlin) ging es immer weiter durch den Wald – ich habe echt keine Vorstellung, wo wir ueberall lang sind. Zwischenzeitlich, habe ich die Jungs einmal garnicht mehr gesehen – sie waren schlicht einfach abgebogen und ich habs nicht mitbekommen. Na ja, fuersorglich wie er ist, hat der Oberst sich dann erbarmt doch noch mal einen Kilometer durch den Zuckersand zurueckzufahren und mich einzusammeln.

Nun ja, irgendwann sollten es noch “zwanzig Kilometer” sein (Aussage jockel) – ich multiplizierte im Kopf mal 1,852 und addierte noch fuenf Kilometer und kam so auf den richtigen Wert. Diese Formel ist uebrigens universell anwendbar, wenn es um von jockel propagierte Kilometerzahlen geht. Der aufmerksame Seefahrer wird bemerken, dass der Faktor 1,852 genau dem entspricht, den man zur Umrechnung von Kilometer in Seemeilen benutzt.

Warum der Oberst Seemeilen meint, aber Kilometer ansagt, kann wohl nur er selbst erklaeren.

Irgendwann brach dann auch die Daemmerung und Dunkelheit ueber uns herein, was J-CooP und jockel mit dem Anschalten ihrer Lampen konterten. Die Freude ueber die beleuchteten Wege hielt aber fuer die Jungs nicht lange an (fuer mich sowieso nicht, da ich immer noch ausser Reichweite war). Beide Lampen versagten innerhalb weniger Minuten ihren Dienst. Gut so.

Irgendwie kamen wir dann gegen kurz nach 22 Uhr in Bernau (ja, genau! Nicht Fuerstenberg) an, wo erst mal die erstbeste Tankstelle ausgeraeubert wurde. Hinterlassen haben wir dort bloss Dreck. Der gesamte Fussboden sah wirklich furchtbar aus, nachdem wir da raus sind.

Am Bahnhof erwartete uns eine bereitsstehende S-Bahn, in der man sich trockene Sachen anziehen und das eine oder andere Bier wegziehen konnte.

Schoen wars.

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