Mit den Mädchen unterwegs

Ackebua:

Also bevor mein Postfach wegen der immensen Genesungswunschmailmenge zu platzen droht, hier eine kurze Stellungnahme meinerseits: Mir geht es schon merklich besser. Ein eiligst am Montag einberufenes Ballsportspiel mit einem Rad-abstinenten Kader stellte meine Wirbelsäule auf den Prüfstand – Testergebnis: befriedigend!

Tja, die Waldweghatz mit Jockel und den anderen Lieben mußte ich aufgrund eines Schwächelns meines Stützapparates verfrüht gegen die Heimreise auf seniorenfreundlichem Asphalt eintauschen. In unmittelbarer Nähe einer Revierförsterei separierte ich mich von der Truppe und fuhr fortan allein über Alleen gen Eberswalde. Das erste Schild, das mir die ungefähr zu erwartende Entfernung bis zum Eintreffen in EW feilbot, schlug 16 Km vor. Na dit is ja pille palle, dachte ich mir!

Gnadenloser, das Gesicht und die nur spärlich verpackten Gliedmaßenenden maltretierender Ostwind, die immer nur ansteigende Straße und der Horizont, der nicht im Geringsten irgendein Zeichen für das Vorhandensein des gelobten Zielortes führte, ließen mich schon bald an Heulen und Verzweiflung denken. Im Hintergrung wurde ich permanent mit dem sonoren Tackern der Strahlnägel in meinem Reifen auf dem Asphalt verwöhnt. Die Geschwindigkeit lag nur selten höher als 20 Kilometerinderstunde – ich überlege jäh, im nächsten Winter Spikes mit Carbonnägeln zu besorgen.

Zu allem Unglück versteifte sich mein äußerstes Gewand durch die zunehmend sich innen ansammelnde Feuchtigkeit, die durch die arktische Umgebungsbedingung alsbald zu Eis erstarrte – es ist schon ein tolles Gefühl, in einer Ritterrüstung das Rad zu führen.

Mein Kilometerzähler zeigte bereits 13 Km seit diesem verf*ckten Schild, als dessen Nachfolger nun mit dem nicht erwarteten Wert von immer noch 6 Km aufwartete. Das haben die Sauschweine von Straßenschilderaufstellern nicht umsonst gemacht!

Ich erreichte den Bahnhof mit Mühe und Not. Der Acke, er lebt – ein Straßenarbeiter ist tot!

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